Von der Alten Malerei fasziniert
Die Kunsthistorikerin Maria Galen widmet sich in ihrer Grevener Galerie klassischer Kunst

GREVEN/Münster -

Maria Galen ist ständig auf der Suche. Auf der Suche nach dem nächsten Gemälde. Die 32-Jährige ist Kunsthändlerin und spezialisiert sich auf Alte Malerei. „Das lag mir nicht wirklich fern, da mein Vater Museumsdirektor war und ich mit Antiquitäten groß geworden bin. Ich hatte schon als ein Kind ein Faible für Kunst“, erzählt Galen.

Freitag, 01.04.2016, 15:04 Uhr

Dr. Maria Galen in ihrer geräumigen Galerie in Greven. Diese ist im Gewölbekeller eines alten Bürgerhauses untergebracht. Die Galeristin ist auf Werke Alter Meister und damit auch auf Genre-Malerei spezialisiert. Das Stillleben (kl. Bild) schuf der bekannte Niederländer Maler Pieter Gallis (1633-1697).
Dr. Maria Galen in ihrer geräumigen Galerie in Greven. Diese ist im Gewölbekeller eines alten Bürgerhauses untergebracht. Die Galeristin ist auf Werke Alter Meister und damit auch auf Genre-Malerei spezialisiert. Das Stillleben (kl. Bild) schuf der bekannte Niederländer Maler Pieter Gallis (1633-1697). Foto: Fotos: Wilfried Gerharz

Die Münsteranerin handelt mit jahrhundertealten Kunstobjekten. Diese kauft sie auf Auktionen aus aller Welt – meist online – und verkauft sie nach einiger Zeit wieder. „Die Bilder erzählen Geschichte, immerhin haben sie mehrere Jahrhunderte überlebt“, erklärt Galen ihre Faszination für die Alte Malerei . Sobald sie ein Werk erworben habe, mache sie sich daran, die Geschichte dahinter zu erforschen. Das sei ihre Leidenschaft.

2010 wurde Galen an der Universität Münster promoviert und bekam für ihre Doktorarbeit über den in Münster geborenen Barockmaler Johann Boeckhorst den Gallitzin-Preis verliehen. „Das Preisgeld war ein gutes Startkapital für meine Galerie“, blickt die Kunsthändlerin zurück. Die Idee für die eigene Galerie hatte die 32-Jährige im Jahre 2011, nachdem sie zuvor bei Christie’s in Amsterdam gearbeitet hatte.

„Ich wollte etwas auf eigene Faust machen, was mir auch am Herzen liegt“, begründet die Münsteranerin den beruflichen Schritt. In wechselnden Ausstellungen werden die Gemälde seit 2011 in Greven in der Galen-Galerie präsentiert. Sie zeigen niederländische und flämische Kunst. Die hohe Wertigkeit der Bilder erkennt man auch am Preis: Bis zu 80 000 Euro muss man für besonders wertvolle Gemälde bezahlen. Das Feilschen sei dabei eine Kunst für sich, meint Galen.

Was ihr an der Branche auffällt, ist die Tatsache, dass viele Händler die Qualität und Wertigkeit der Objekte nicht erkennen. Maria Galen ist da übrigens ganz in ihrem Element: „Das Verhandeln ist ein Spiel, es ist spannend“, meint sie. Ein Gemälde konnte sie sogar nach Las Vegas verkaufen.

In der Szene gilt die junge Kunsthistorikerin als Exotin. Sie gehört zu den jüngsten Händlern überhaupt. „Viele fragen mich, wieso ich keine zeitgenössische Kunst anbiete. Aber man muss auch daran denken, dass die Alte Malerei in Zukunft von irgendjemandem fortgeführt werden muss“, erklärt die gebürtige Münsteranerin.

Ihr Lieblingsgemälde wirkt auf den ersten Blick eher einfach. Ein Feston aus Früchten im blauen Schleifenband, signiert vom Maler Pieter Gallis. „Es zeigt eindrucksvoll die Vergänglichkeit des Lebens“, erklärt Galen das im Jahr 1670 entstandene Kunstwerk.

Maria Galen hat ein großes Ziel vor Augen: Sie möchte einmal auf der großen Kunstmesse in Maastricht ausstellen. „Da darf nur ein erlesener Kreis von Kunsthändlern hin.“ Bis es so weit ist, wird sie auf der Suche nach weiteren erlesenen Kunstwerken sein. 

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