Gitarren-Legende Pepe Romero im Bagno
Den Raum mit spanischer Sonne geflutet

Steinfurt -

Die Bagno-Konzertgalerie in Steinfurt hielt am Freitagabend den Atem an. Und dies trotz erkältungsträchtiger Wetterbedingungen um ja keinen Gitarrenton von Pepe Romero zu verpassen. So ganz sicher konnten sich die gebannten Zuhörer bei den von ihm mit Bedacht gewählten Kompositionen von Francisco Tárrega bis hin zu Celedonio Romero (dem Vater von Pepe) nicht sein, ob da auf der Bühne ein oder zwei Gitarren, mehrere Harfen, Zithern oder gar Trommeln versammelt waren. Es war aber nur ein – in jeder Beziehung – überragender Musiker zugegen.

Sonntag, 13.11.2016, 16:11 Uhr

Pepe Romero in der Bagno-Konzertgalerie
Pepe Romero in der Bagno-Konzertgalerie Foto: -mb-

Über Spieltechniken, Instrumentenbeherrschung und Werkdurchdringung muss man bei Pepe Romero nicht reden. Die sind bei einem der letzten prägenden Gitarristen der Welt nahezu selbstverständlich und deshalb so atemraubend. Er ist ohne Frage ein Weltstar, hat diese Aura aber nicht nötig und lebt derartige Attitüden schon gar nicht. Er freute sich sichtlich über jeden Beifall, stehende Ovationen schon vor der Zugabe machten ihn eher verlegen. Er ist schlicht ein wunderbarer Musikbotschafter. Das, was die spanische Musik seit der Mitte des 19. Jahrhundert auszeichnet, ist die Begeisterung für das eigene Land, die berauschenden Schönheiten oder die kargen hitzeverbannten Hochebenen. Was da an Licht, Perspektive und Eindrücken nach der Pause von Ángel Barrios, Isaac Albéniz, dem Pepe Romero persönlich sehr nahestehenden Féderico Moreno Torroba oder Joaquín Turina in Noten eingefangen wurde, ließ Pepe Romero in der vorwinterlichen Konzertgalerie frei und flutete den Raum mit spanischer Sonne.

Der Gitarrist sitzt gebeugt über seinem Instrument, schaut sich sozusagen hoch konzentriert beim Spielen zu, ist von der Musik über Granada , Sevilla oder die andalusischen Landschaft gefangen und versucht, seine Erlebnisse den Zuhörern mit seinem Instrument mitzuteilen, sie teilhaben zu lassen.

Beeindruckend wirkt der große Block vor der Pause mit Werken von Francisco Tárrega . Da ging es um Frauen, Tänze, Fantasien und Emotionen. Als Beispiel das „Capricho árabe“: So fein gesponnen war Schwermut lange nicht. Wenn Pepe Romero an den Saiten zupft, erlebt man einen Maler, der die Farben tupft. Phänomenal.

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