Ein neues Museum für Herford
„Archäologisches Fenster am Münster“

Herford -

Man muss dem Verein für Herforder Geschichte reichlich Ausdauer und Stehvermögen bescheinigen, gehen die Planungen für eine Präsentation der herausragenden Herforder Geschichte doch bis ins Jahr 2000 zurück: Jetzt endlich scheint der Durchbruch gelungen, denn aus dem Sonderprogramm Denkmalpflege des Bundes werden 1,65 Millionen Euro bereitgestellt, um das „archäologische Fenster am Münster“ zu realisieren. Weitere seit langem zugesagte Mittel kommen aus der Ernstmeier-Stiftung, so dass die Planer in Geschichtsverein, Stadt und Kirchengemeinde von einer Realisierung im Jahre 2018 ausgehen.

Donnerstag, 02.02.2017, 16:02 Uhr

Die Animation zeigt neben der Wolderuskapelle den Neubau, dazwischen die angedeuteten Gänge des ehemaligen Kreuzganges.
Die Animation zeigt neben der Wolderuskapelle den Neubau, dazwischen die angedeuteten Gänge des ehemaligen Kreuzganges. Foto: Zeichnung Büro Pfeiffer, Ellermann, Preckel

Die Verantwortlichen haben sich dazu versierte Profis geholt. Professor Matthias Wemhoff , gebürtiger Münsteraner und Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte, hat in den Jahren von 1988 bis 1990 das Areal um die dominierende Münster-Kirche ergraben und damit die Baugeschichte des karolingischen Klosters geklärt. Zusammen mit dem münsterschen Architekten Jörg Preckel hat er den Plan für das archäologische Fenster entwickelt. Dieser Plan sieht Neubauten über den freigelegten Stiftsmauern vor und begehbare Glasflächen, so dass die architektonischen Bodendenkmale zugleich gesichert und erschlossen werden. Die historischen Kirchen, die Wolderuskapelle (benannt nach dem Gründer Waltger) und das in seinen Ursprüngen romanische (13. Jahrhundert) Herforder Münster , werden mit den Neubauten durch Gänge verbunden, die dem historischen Kreuzgang der Klausur folgen. Das Herforder Kloster gilt mit dem überlieferten Jahr 789 als eine der frühesten Gründungen, die 822 unter Kaiser Ludwig dem Frommen Reichsstatus erhielt, der der Äbtissin eine Fürsten ähnliche Stellung verlieh, die bis zum Beginn der Neuzeit gewahrt werden konnte. Eine der berühmtesten Stiftsdamen war Mathilde von Enger, die Gemahlin des ersten deutschen Königs Heinrich.

Weitere Förderanträge für das Projekt sind gestellt, um das Kulturerbe erlebbar zu machen, so dass der Herforder Geschichtsverein davon ausgeht, dass nicht nur der Bau gewährleistet werden kann, sondern auch der Betrieb. Denn die Betriebskosten waren für die Finanz klamme Stadt Herford bislang das größte Hindernis, muss sie doch bereits das Museum Marta und das Daniel-Pöppelmann-Haus unterhalten.

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