Film über Bombenexplosion in Rheine
Opfer – lange nach dem Krieg

Rheine -

Der Rheiner Filmemacher Detlef Muckel hat einen Film über die Explosion einer Zehn-Zentner-Weltkriegsbombe in Rheine gedreht. Er basiert auf wahren Ereignissen aus dem Jahr 1978.

Freitag, 28.04.2017, 12:04 Uhr

Einem Mädchen auf dem Weg zum Reitunterricht hat sein Reithelm das Leben gerettet. Ein Bild aus dem Dokumentarfilm.
Einem Mädchen auf dem Weg zum Reitunterricht hat sein Reithelm das Leben gerettet. Ein Bild aus dem Dokumentarfilm. Foto: Detlef Muckel

Der 26. April 1978 hat sich als rabenschwarzer Tag für immer in das Gedächtnis vieler Rheinenser eingebrannt: Beim Bau eines Geschäftshauses in der Innenstadt stößt kurz vor 14 Uhr bei Bohrarbeiten ein Baggerfahrer auf eine Zehn-Zentner-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg . Der Blindgänger detoniert mit gewaltiger Wucht. Schwere Eisenträger wirbeln wie Streichhölzer durch die Luft. Drei Bauarbeiter sind sofort tot, einer von ihnen wird nie gefunden. 16 Menschen werden zum Teil lebensgefährlich verletzt.

Der Rheiner Filmemacher Detlef Muckel hat aus dem Unglück von damals einen beeindruckenden Film gemacht. Am Mittwochabend hatte „Unter uns die Stille“ in der Stadthalle Premiere. Eintrittskarten waren seit Wochen ausverkauft. Bewusst war die Premiere des 60 Minuten langen Films auf den Jahrestag des Unglücks gelegt worden.

Dem Filmemacher Detlef Muckel ist mit „Unter uns die Stille“ ein eindringliches kleines Meisterwerk gelungen. Der Film, eine Mischung aus Spielfilm und Dokumentation, ist auch ein nachdenklicher filmischer Essay über die Sinnlosigkeit des Krieges, der selbst noch Opfer fordert, wenn er längst schon vorbei ist.

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In kleinen Spielszenen stellt der Film die Protagonisten des Films vor, rekonstruiert, wie sie die letzten Minuten vor der Detonation erlebt haben. Den Beamten im Rheiner Rathaus, auf dessen Schreibtisch ein riesiger Betonbrocken landet. Das junge Mädchen, das auf dem Weg zum Reitunterricht ist und dem sein Reithelm das Leben rettet. Der junge Mann, auf dessen geparktem Auto ein zerfetzter Bagger landet.

30 Locations, 30 Schauspieler, 80 Statisten, 150 Stunden Rohmaterial – daraus hat Detlef Muckel mit Fördermitteln des Kreises Steinfurt einen bemerkenswerten Film gemacht. „Unter uns die Stille“ ist bis Mitte Mai täglich um 14.45 Uhr, 17.15 Uhr und 20.15 Uhr im Cinetech-Kino in Rheine zu sehen. Vorverkauf und Reservierung unter ✆  0 59 71/ 96 14 15, per Mai (rheine@ cinetech.de) oder im Netz:

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