Das 29. Jazzfest in Gronau bietet ein breites Spektrum
Gronau feiert die musikalische Freiheit

Gronau -

Wenn Jazz Freiheit bedeutet, dann feiert Gronau in diesen Tagen ein langes Freiheitsfest. Seit dem vergangenen Samstag bis einschließlich morgen steht die Grenzstadt im Zeichen der Musik. Neben Jazz und verwandten Stilen bieten die Veranstalter seit einigen Jahren einen Abend für Popfans an. Mit Johannes Oerding und Max Giesinger gastierten zwei angesagte Musiker der deutschen Popszene. Dass sie im Rahmen eines Jazzfestivals auftreten durften, verstanden sie (augenzwinkernd) als künstlerischen Ritterschlag.

Freitag, 05.05.2017, 12:05 Uhr

Till Brönner und seine Formation unternahmen einen Streifzug durch die Jazzgeschichte.
Till Brönner und seine Formation unternahmen einen Streifzug durch die Jazzgeschichte. Foto: Martin Borck

Auch Jazzpuristen durften schwelgen: Das Konzert des Pianisten Yaron Herman mit Ziv Ravitz (Schlagzeug) und Bastien Burger (Bass) folgte dem Prinzip der Freiheit: Freiheit, musikalische Konventionen zu überwinden, den Klangraum eines klassischen Klaviertrios durch angemessenen Einsatz von Elektronik zu vertiefen und vertraute Konturen zu verwischen. Erfrischend, dieses Trio, und ein Beleg dafür, dass Jazz eine Zukunft hat.

Trompeter Till Brönner, Aushängeschild des deutschen Jazz, schien derweil über seine bisherige Schaffensphase zu sinnieren. Obwohl er erst gerade ein neues Album herausgebracht hat, konzentrierte er sich bei seinem Auftritt auf ältere Titel, deren musikalischen Gehalt er neu auslotete. Tiefschürfend und intensiv geriet dabei der Gedankenaustausch mit dem Saxofonisten Mark Wyand.

Gregory Porter war nach 2015 zum zweiten Mal Gast in Gronau . Niemand verfügt ein solches Timbre, legt eine solche wohlige Wärme in seine Stimme wie er. Viel Seele liegt darin – ob er nun eine Ballade singt oder ein grooviges Stück. Stimmungen, Gefühle und Geist – darauf kommt es Porter und seinen Musikern an. Der britische Sänger Myles Sanko hat zwar nicht ein solch markantes Organ; er erteilte dem Publikum jedoch eine wunderbare Lektion in Sachen Soul.

Gute Unterhaltung mit dem charismatischen Sänger James Copley bot die Formation Electro Deluxe. Mit aufgemotztem Retro-Sound punktete die Band Tape Five.

Mit dem heutigen Doppelkonzert von Klaus Doldingers Passport (mit Max Mutzke und Kollegah) sowie Matt Bianco und dem New Cool Collective und viel Jazz unter freiem Himmel endet das Festival an diesem Wochenende.

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