Auswärtiges Amt
«Lange Nacht der Ideen»: Kultur soll Menschen verbinden

Syrischer Bürgerkrieg, internationaler Terrorismus und neuer Nationalismus - die Außenpolitik steht vor gewaltigen Herausforderungen. Die Kultur soll ein Türöffner sein.

Donnerstag, 11.05.2017, 12:05 Uhr

Blechfiguren auf dem Dach des Auswärtigen Amtes.
Blechfiguren auf dem Dach des Auswärtigen Amtes. Foto: Paul Zinken

Berlin (dpa) - Straßenfußball, Computerspiele, afrikanische Musik - bei einer «Langen Nacht der Ideen» will das Auswärtige Amt zeigen, wie Kultur gerade in Krisenzeiten Menschen unterschiedlichster Herkunft verbinden kann.

Unter dem Motto «17 Orte - 17 Ideen» stellen sich am Freitag (12. Mai) in Berlin zahlreiche Initiativen vor, die für Dialog und Völkerverständigung arbeiten.

Die gemeinsame kulturelle Arbeit, der Zugang zu Bildung und Kultur seien heute wichtiger denn je, sagte Außenminister Sigmar Gabriel ( SPD ) der dpa. «Populisten reden dem Schneckenhaus das Wort, Gräben tun sich auf, selbst dort, wo man sie nicht vermutet hätte. Gerade in aufgewühlten Zeiten müssen wir genau den entgegengesetzten Weg wählen.»

Buchstäblich zu den Höhepunkten gehört ein Besuch auf dem Dach des Auswärtigen Amts, wo der deutsch-libanesische Künstler Said Baalbaki seine Auseinandersetzung mit Krieg, Zerstörung und Entwurzelung zeigt. In dem Dachatelier gibt das Ministerium jedes Jahr drei internationalen Künstlern für je drei Monate die Möglichkeit, intensiv an globalen Themen zu arbeiten.

Auf einem Bolzplatzgelände im Ortsteil Wedding stellen mehrere Initiativen Fußballprojekte vom Libanon bis Kambodscha vor. Gamer aus Deutschland, Brasilien und Indonesien zeigen, dass auch digitale Spiele Kulturbotschafter sein können. So präsentiert das Goethe-Institut die deutsch-koreanische Koproduktion «Being Faust - Enter Mephisto», die Mitspieler per Smartphone dazu bringt, moralische Werte gegen materielle Verlockungen abzuwägen.

Von der kulturellen Zusammenarbeit mit Flüchtlingen erzählt das Projekt Multaka, bei dem Syrer und Iraner im Pergamon Museum bei Führungen von der Kultur ihres Heimatlands berichten. Schüler aus Berlin treffen sich mit Jugendlichen aus Auslandsschulen zu Poetry-Lesungen und Videoarbeiten.

Und in der Schlossbaustelle diskutiert die letztjährige Friedenspreisträgerin Carolin Emcke mit Kulturverantwortlichen über die Herausforderungen durch «Die neue Unordnung» der Welt. Zum Abschluss wird zu Musik aus Afrika in die Spreewerkstätten geladen.

Die «Lange Nacht» findet zum zweiten Mal statt. Die Projekte sollen dazu beitragen, die Trennung von Innen und Außen in der Kulturpolitik zu überwinden, wie es aus dem Ministerium heißt.

Insgesamt steht für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik in diesem Jahr eine Rekordsumme von 923 Millionen Euro zur Verfügung. Wichtige Träger sind die rund 150 Goethe-Institute weltweit und die mehr als 1800 Partnerschulen in Ausland (PASCH).

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