One Love Manchester
Benefizkonzert in Manchester: Zeichen gegen den Terror

Manchester -

Mit einem dreistündigen Megakonzert setzen US-Sängerin Ariana Grande und zahlreiche Musikerkollegen am Sonntag in Manchester ein Zeichen gegen den Terror. 50.000 Fans sind restlos begeistert. Und die Spenden steigen.

Montag, 05.06.2017, 09:06 Uhr

Ein Traum-Duo: Ariana Grande (l) und Miley Cyrus.
Ein Traum-Duo: Ariana Grande (l) und Miley Cyrus. Foto: Dave Hogan

Eigentlich hat Mike kein großes Interesse an Ariana Grande , Justin Bieber oder Miley Cyrus. Der 33-Jährige trägt ein AC/DC-Shirt und begeistert sich kaum für Popmusik. Aber bei «One Love Manchester» wollte er unbedingt dabei sein.

«Das musste einfach sein, das ist Manchester», erklärt Mike, der mit ein paar Freunden zu dem Benefizkonzert gekommen ist. «Wir müssen hier alle zusammenhalten. Hier geht's um Manchester.» Und um das Gedenken an die 22 Opfer des Selbstmordattentäters, der seine Bombe nach dem Konzert von Ariana Grande vor knapp zwei Wochen gezündet hatte.

Benefizkonzert in Manchester als Zeichen gegen Terror und Angst

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  • Ariana Grande tritt trotz des jüngsten Anschlags erneut in Manchester auf.

    Foto: Dave Hogan
  • Grande tritt zusammen mit Katy Perry, Justin Bieber, Miley Cyrus, Take That, Robbie Williams, Coldplay, Pharrell und den Black Eyed Peas auf.

    Foto: Dave Hogan
  • Robbie Williams singt beim Benefizkonzertes «One Love Manchester», für die Opfer des Terroranschlags auf die Manchester Arena.

    Foto: Dave Hogan
  • Chris Martin von Coldplay.

    Foto: Dave Hogan
  • Katy Perry.

    Foto: Dave Hogan
  • Das Publikum und die Bühne beim Benefizkonzert.

    Foto: Danny Lawson
  • "One Love Manchester" Benefizkonzert auf für die Opfer des Terroranschlags in der Manchester Arena.

    Foto: Danny Lawson
  • Konzertbesucher machen Selfies mit bewaffneten Polizisten.

    Foto: Owen Humphreys
  • Zu der Veranstaltung sind 50.000 Fans gekommen.

    Foto: Joel Goodman
  • „MCR“: In der Arena waren zahlreiche Plakate und Banner zu sehen.

    Foto: Joel Goodman
  • Jubelnde Konzertbesucher unter sommerlichem Himmel.

    Foto: Joel Goodman
  • Pharrell Williams (l.) und Miley Cyrus.

    Foto: Dave Hogan
  • Zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen sollen die Konzertbesucher schützen.

    Foto: Owen Humphreys
  • Das von Dave Hogan für «One Love Manchester» zur Verfügung gestellte Foto zeigt Teilnehmer des Benefizkonzertes «One Love Manchester», für die Opfer des Terroranschlags auf die Manchester Arena, die Zetteln, mit der Aufschrift «WE STAND TOGETHER» (Wir stehen zusammen) in die Höhe halten.

    Foto: Dave Hogan
  • Die Nettoeinnahmen des Konzerts sollen an das Rote Kreuz gehen.

    Foto: Joel Goodman
  • Bewaffnete Polizisten sichern den Eingangsbereich zum Benefizkonzert «One Love Manchester»

    Foto: Owen Humphreys
  • Konzertbesucher warten auf den Einlass zum Benefizkonzert

    Foto: Owen Humphreys

Die meisten der 50 000 Zuschauer auf dem Cricketgelände von Old Trafford sind deutlich jünger als Mike. Sie haben bunt bemalte Gesichter und tragen Shirts mit der Aufschrift «I love Manchester» oder mit dem Bienen-Symbol, das in Manchester für Solidarität steht. Die Stimmung in Old Trafford ist keine 24 Stunden nach den erneuten Terrorattacken von London erstaunlich gut.

Take That, die am Abend noch ein Konzert im zwei Stunden entfernten Birmingham geben, treten früh auf. Die erhoffte Reunion mit Robbie Williams kommt dabei nicht zustande. Zwar kündigt Gary Barlow seinen «alten Freund» Robbie noch an, aber mehr als ein Abklatschen auf der Bühne ist nicht drin. Williams singt alleine seine Megaballade «Angels» und hat bei «Strong» den Text verändert: «Manchester, we're strong!» (Manchester, wir sind stark). Das kommt an.

Viele Stars mit Kurzauftritt

Auch eine Wiedervereinigung von Manchesters Britpop-Kultband Oasis, über die spekuliert worden war, bleibt aus. Immerhin darf sich das Publikum über ein paar Oasis-Momente freuen. Zunächst singt Grande gemeinsam mit der Band Coldplay den 90er-Jahre-Klassiker «Don't Look Back In Anger». Später spielt Überraschungsgast Liam Gallagher drei Songs ohne Bruder Noel und bekommt viel Applaus.

Im Laufe des rund dreistündigen Konzerts begeistern auch Little Mix, Pharell Williams, Miley Cyrus und Katy Perry das überwiegend jugendliche und sehr textsichere Publikum. Und Justin Bieber. Als der Teenieschwarm nur kurz auf der VIP-Tribüne gesichtet wird, beginnen Tausende Mädchen zu kreischen. Lautstark singen sie seine Hits «Love Yourself» und «Cold Water» mit. Nach zwei Songs ist Bieber schon wieder verschwunden. Bei so vielen Stars hat jeder nur einen kurzen Auftritt.

Ein Zeichen setzen

Derweil steigen die Spenden. Rund 2,6 Million Dollar (ca. 2,3 Millionen Euro) sollen während «One Love Manchester» zusammengekommen sein, berichtet «Variety», zusätzlich zu den 12,9 Millionen (ca. 11 Mio Euro) die bisher eingenommen wurden. Das Geld geht an die Opfer des Anschlags vor zwei Wochen.

Die Show erreicht ihren emotionalen Höhepunkt, als Ariana Grande mit dem Chor der Parrs Wood High School aus Manchester ihren Song «My Everything» singt. Die 12-jährige Chorsängerin Natasha Seth bricht dabei in Tränen aus. Grande nimmt sie in den Arm. Auch viele Konzertbesucher sind gerührt und greifen zu den Taschentüchern.

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«Ich habe es geliebt. Ariana war so gut», schwärmt die 16-jährige Mia aus Manchester nach der Show. «Aber sie waren alle toll heute Abend.» Weder Mia noch ihre gleichaltrigen Freundinnen waren beim Grande-Konzert vor zwei Wochen dabei. Aber es war ihnen wichtig, ein Zeichen zu setzen. «Wir sind hier wirklich als Gemeinschaft zusammengekommen», betont Anne. «Es ist gut, dass wir mit unserem Leben jetzt weitermachen, aber die Narben bleiben.»

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