Kulturquartier: Teileröffnung Ende September
Ein Gebäude-Riegel namens „Gisèle“

Münster -

„Gisèle“ ist auf einem guten Weg. Ende September soll Gisèle“ im Rahmen eines großen Kulturfestes der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Mittwoch, 19.07.2017, 10:07 Uhr

Fortschritte am Bau: Der erste Gebäude-Riegel des neuen Kulturquartiers Münster geht seiner Vollendung entgegen. Rechts ein Blick durch einen größeren Raum ins Grüne.
Fortschritte am Bau: Der erste Gebäude-Riegel des neuen Kulturquartiers Münster geht seiner Vollendung entgegen. Rechts ein Blick durch einen größeren Raum ins Grüne. Foto: Johannes Loy

„Gisèle“ ist auf einem guten Weg. Ende September soll Gisèle“ im Rahmen eines großen Kulturfestes der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der französische Mädchenname steht für den ersten Gebäude-Riegel des neuen Kulturquartiers Münster im Gewerbegebiet Rudolf-Diesel-Straße zwischen Schifffahrter Damm und Mariendorf. Unermüdlich und mit gesundem Optimismus gesegnet, zeigt Thomas Grollmus, Geschäftsführer der Kulturquartier Münster GmbH, zugleich Musiker und Gitarrist bei der Kapelle „Hiss“, Gästen die Fortschritte auf der Baustelle.

Getrommelt, gelockt, begeistert haben er und seine Mitstreiter Beatrix Pluta, Audrey Lehrke , Thomas Schauder, Dr. Rainer Kossow und Henrik Lau in den vergangenen Jahren immer wieder. Am Anfang war das Grundstück, dann kam die provisorische Bühne für erste Kulturveranstaltungen dazu, jetzt ist der erste von zwei geplanten Gebäude-Riegeln im Rohbau fertig. Das Dach ist drauf, die Fenster sind drin, es fehlen noch Innenausstattung und Feinschliff.

Zwei größere Räume zu je rund 70 Quadratmetern bilden das Rückgrat des Gebäudes. Dort sollen demnächst auch größere Bands Raum für Proben bekommen. Ein Raum ist für Tanz- und Bewegungsprojekte vorgesehen. Zwei kleinere Zimmer zu 18 respektive 15 Quadratmetern sind für den Musikunterricht privater Lehrer gedacht. In der Mitte des Gebäuderiegels bietet sich Platz für ein kleines Café an.

Thomas Grollmus bleibt bei allen Visionen ein Realist: „Es war extrem schwierig und es geht bis an die Grenze!“ Damit meint er den Weg von der ersten Planung über die Finanzierung bis zur nun absehbaren Fertigstellung des ersten Kulturquartier-Teils. Von der ersten Teilsumme von rund 600 000 Euro sind 400 000 durch privates Engagement, Kredite und Spenden gesichert. Es fehlen jetzt noch rund 200 000 Euro.

„Bevor das erste Gebäude nicht komplett finanziert ist, werden wir nicht mit dem zweiten Riegel beginnen“, sagt Grollmus. Seit „Gisèle“ nun sichtbar und bald fertig ist, wird auf der Baustelle die Laune immer besser. „Die Stimmung ist super, viele Leute kommen zum Helfen!“, so freut sich Grollmus. Das Haus in Holzbauweise hat nicht nur schalldichte Wände, die das Proben erleichtern, es erhebt auch höchsten ökologischen Anspruch. Kultur und Ökologie zu verknüpfen, das verbindet zugleich Initiatoren, Teilhaber und Spender.

Die Idee ist, dass sich Kulturtreibende zum Proben oder Vorstellungen in dem Gebäude einmieten. Zehn Prozent der möglichen Mietzeiten sind schon verplant, weitere Gäste können problemlos „einquartiert“ werden. Warum in aller Welt nun heißt der erste Gebäude-Riegel „Gisèle“? Die Antwort findet sich auf der Internetseite des Kulturquartiers. Gisèle Rousset ist die Großmutter von Audrey Lehrke (Gesellschafterin der Kulturquartier Münster GmbH). Madame Rousset hat das Projekt finanziell großzügig unterstützt.

168 Personen umfasst mittlerweile der Förder- und Unterstützerkreis. Alles Leute, die Kultur mögen, Musik, Tanz und Theater lieben und von dieser sinnfälligen Kombination aus Kultur und ökologischem Bauen überzeugt sind. Nicht nur Spenden sind willkommen. Wer am Bau mithelfen will, ein paar Pötte Holzöl oder eine gute gebrauchte Gastherme übrig hat respektive sonstige Materialspenden erwägt, kann sich mit dem Kulturquartier schnell und bequem in Verbindung setzen. 

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5020635?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F
Mehr Glanz für die Promenade
Münsters grünes Glanzstück, die Promenade, soll nach einer umfassenden Bestandsaufnahme komplett saniert werden. Dafür will die Stadtverwaltung im kommenden Jahr ein Gesamtkonzept vorstellen.
Nachrichten-Ticker