Sie sind ihrem Meister besonders verpflichtet
Das Mendelssohn Kammerorchester aus Leipzig eröffnete die neue Saison in der Bagno-Konzertgalerie

Steinfurt -

Das Bagno ist für seine Akustik berühmt – und auch berüchtigt. Das Mendelssohn Kammerorchester Leipzig, das am Samstag die neue Konzertsaison eröffnete, gehörte zu den Formationen, denen der Saal gewogen ist. Der spezifische Streicherklang des Orchesters, der sich durch maximale Transparenz bei gleichzeitiger Homogenität auszeichnet, entfaltete sich nahezu ideal.

Sonntag, 17.09.2017, 14:09 Uhr

Feinster Klang im Bagno-Konzertsaal: Das Mendelssohn Kammerorchester gastierte in Burgsteinfurt.
Feinster Klang im Bagno-Konzertsaal: Das Mendelssohn Kammerorchester gastierte in Burgsteinfurt. Foto: Herkenrath

Den Auftakt machte Mendelssohns Sinfoniesatz c-Moll, und bereits bei den ersten Takten war klar, dass hier ein Spitzenorchester musizierte. Mit seinem künstlerischen Leiter Peter Bruns , der das Ensemble von der Position des Solocellisten aus leitete, interpretierte es den Sinfoniesatz mit enormer Musikalität, differenzierter Tongebung und einer Intensität, die ihresgleichen sucht. Wer dermaßen kühn beginnt, muss sich seiner Möglichkeiten sehr bewusst sein. Ein Zurückfallen hinter die angeschlagene Ausdrucksintensität ist nicht, eine Steigerung nur schwer möglich. Das Mendelssohn Kammerorchester vollbrachte diese Quadratur des Kreises. Seine Interpretation von Robert Volkmanns Serenade Nr. 3 in d-Moll, in deren Zentrum das Solo-Cello stand, überzeugte mit einer phasenweise fast schon modernen Klanglichkeit. Ein Niveau, das mit Niels Wilhelm Gades Noveletten für Streicher gehalten werden konnte und erst mit Gaetano Donizettis Sinfonia in d-Moll den Zuhörern ein wenig Erholung von der hohen Ausdrucksintensität gewährte. Allerdings nur, um mit dem für Solo-Cello bearbeiteten „La mort d´Ophélie“ von Hector Berlioz noch einmal alle Register zu ziehen. Den Bogen der Komponisten, die sämtlich in Leipzig gewirkt hatten und mit Mendelssohn befreundet gewesen waren, schloss dessen Streichersinfonie Nr. 7 d-Moll. Die nuancierte Interpretation des Kammerorchesters, das die romantische Harmonik mit der beinahe barocken Kontrapunktik des Schlusssatzes zu verschmelzen vermochte, machte deutlich, dass es sich seinem Namensgeber in besonderer Weise verpflichtet fühlt. Diese Saisoneröffnung macht Lust auf mehr.

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