Hornist Felix Klieser und „l’arte del mondo“ spielen im Bagno
Unbekannte Schätze ans Licht geholt

Steinfurt -

Sie sind im Bagno schon lange mehr als Stammgäste, vielmehr eine Stütze des Repertoires: Werner Ehrhardt und sein Kammerorchester „l’arte del mondo“. Mit Hingabe holen die Originalklang-Spezialisten unbekannte Schätze ans Licht. An diesem Abend: Zwei Sinfonien des Mozart-Zeitgenossen Johann Anton Zimmermann. Mozart gab es überdies auch – sein zweites Hornkonzert wurde von dem 25-jährigen Hornisten Felix Klieser mit Bravour intoniert. Am Ende zollte der voll besetzte Bagno-Saal dem jungen Meister teils stehenden Beifall.

Montag, 16.10.2017, 20:22 Uhr
Veröffentlicht: Montag, 16.10.2017, 20:22 Uhr
Hornist Felix Klieser und das Kammerorchesters „l’arte del mondo“ unter Werner Ehrhardt (r.).
Hornist Felix Klieser und das Kammerorchesters „l’arte del mondo“ unter Werner Ehrhardt (r.). Foto: Zinkant

Die Verblüffung ist stets immens, wenn man Klieser das erste Mal spielen sieht. Er wurde ohne Arme geboren und begann doch bereits mit fünf Jahren, Horn zu spielen. Die Selbstverständlichkeit, mit der sein linker Fuß die Ventile bedient, macht staunen. Noch betörender ist sein schöner Ton, die Weichheit des Ansatzes, die das Mozart-Konzert zu einem Erlebnis machte. Die Darbietung des Abends war „semi-authentisch“ insofern, als Klieser ein modernes Ventilhorn spielte, die Streicher hinter ihm aber mit knarzigem Originalklang zu Werke gingen. Raue Streicher, weiches Horn – kurios klang das. Aber schön.

Besonders die Innigkeit des Andantes war zum Dahinschmelzen. Die Spritzigkeit des finalen Rondo-Allegros klang nicht zuletzt deshalb so einnehmend, weil der junge Hornist selbst hier nie die Rokoko-Eleganz der Musik einem robusten Schmettern opferte. Joseph Haydn klingt ohnehin robuster. Im Kopfsatz-Allegro seines ersten Hornkonzerts D-Dur gibt es bärig tiefe Brummtöne, die Felix Klieser süffig auszukosten wusste. Die zwei Konzerte hintereinander zu hören, wirkte, als müsste es so sein. Seine Zugabe (ein von Klieser arrangiertes Horn-Quartett Rossinis) gab ihm dann doch noch Gelegenheit, ordentlich zu schmettern.

Und Zimmermann? Der war zu seiner Zeit ein hoch respektierter Komponist von Preßburg bis Wien. Auch im Bagno mochten damals seine Sinfonien (insgesamt über 40) erklungen sein. Die dramatische Nr. 38 in e-Moll spielten Werner Ehrhardt und sein Ensemble an diesem Abend hier erstmals. Glänzend – wenngleich das Mozart-Divertimento KV 136 dann doch genialer war.

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