Emma Kirkby und das Ensemble Bell’arte Salzburg beim Konzert im Bagno
Barocke Klänge und eine zarte Stimme

Steinfurt -

Dem Publikum in der Steinfurter Bagno-Galerie verschlug es am Samstagabend beim Konzert der Sopranistin Emma Kirkby und Bell’arte Salzburg nachgerade die Sprache. Und die Sprache des Publikums ist bekanntlich der Applaus. In einer Mischung aus Überraschung, Konzentration und Kontemplation folgte es den zumeist frühbarocken Kompositionen von Johann Rosenmüller, Pál Esterhazy oder Rubert Ignaz Mayr, die der Gottesmutter Maria musikalisch huldigen. Und das in einer schlichten, die Aussage der Texte ins Zentrum der Vertonung stellenden Art und Weise.

Sonntag, 10.12.2017, 15:12 Uhr

Sopranistin Emma Kirkby im Bagno
Sopranistin Emma Kirkby im Bagno Foto: Martin Fahlbusch

Zuallererst bestach da der ungemein natürliche, sich nicht in Affekten verlierende Sopran von Emma Kirkby . Die bald 70-jährige Künstlerin gestaltet die Vorlagen geradezu frisch und souverän. Ihre Stimme war eingebunden in eine ungewohnt trockene, der historischen Spielweise schlüssig folgende Instrumenten-Tongebung. Den zwei schlank geführten Violinen standen eine kleine Truhen-Pfeifen-Orgel, eine vielsaitige wie langhalsige Theorbe und ein Violone zur musikalischen Seite, die einen der Kompositionszeit gemäßen Klangeindruck bescherten.

Nicht immer leichte, sich nicht sofort erschließende und bisweilen eher akademische musikalische Kost von Alessandro Grandi, Heinrich Schütz, Alberich Mazak oder Heinrich Ignaz Franz Biber wurde da gereicht, aber schlüssig angerichtet. Spätestens nach dem „Exulta Filia Sion“ von Claudio Monteverdi, der den heute üblichen Begriff der Koloratur kunstfertig entwickelte, vorgestellt mit der sicheren, wohltuend zarten Stimmführung von Emma Kirkby, musste das Publikum seine dem Hörerlebnis geschuldete anfängliche Zurückhaltung einfach aufgeben.

Insgesamt war dies ein wechselvoller Musikabend, in der sich stets feinsinnig musizierende Instrumentalisten und eine auf ihre Weise eindrucksvolle Sängerin schlüssig ergänzten. Zugaben waren unumgänglich, wiewohl das „Laudate Dominum“ von Wolfgang Amadeus Mozart zwar nicht von der Sopranistin, aber durch die Gestaltung und Tongebung des Ensembles eher ungewohnt daherkam. Was für eine überzeugende Stimme und was für ein Klang, der regelrecht aufhorchen ließ.

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