Theater Münster stellt den Spielplan 2018/19 vor
Mit Mozart und Monstern

Münster -

„Es ist ein Musical-Klassiker, den ich mit Schauspielern inszeniere – was ich ja sonst nicht darf“, sagt Intendant Ulrich Peters lachend über seine geplante Inszenierung von „Manche mögen’s heiß“. Und erntet prompt die gewitzte Entgegnung von Schauspiel-Chef Frank Behnke: „Ich kriege ja auch keine Sänger!“

Mittwoch, 28.02.2018, 17:52 Uhr

Das Leitungsteam des Theaters Münster: (v. l. stehend) Schauspieldirektor Frank Behnke, Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Intendant Dr. Ulrich Peters, Generalmusikdirektor Golo Berg sowie (v. l. sitzend) Tanztheaterchef Hans Henning Paar, Operndirektorin Susanne Ablaß und der neue Jugendtheater-Leiter Frank Röpke.
Das Leitungsteam des Theaters Münster: (v. l. stehend) Schauspieldirektor Frank Behnke, Verwaltungsdirektorin Rita Feldmann, Intendant Dr. Ulrich Peters, Generalmusikdirektor Golo Berg sowie (v. l. sitzend) Tanztheaterchef Hans Henning Paar, Operndirektorin Susanne Ablaß und der neue Jugendtheater-Leiter Frank Röpke. Foto: Wilfried Gerharz

Kein Zweifel, die verschiedenen Sparten des Theaters Münster ergänzen sich mit ihrem je eigenen Profil, machen aber auch mal gemeinsame künstlerische Sache. Besonders deutlich wird sich das bei den „Unknown Territories“ in der kommenden Saison zeigen, wenn Hans Henning Paar und sein Tanztheater einen Abend zur Museumsausstellung „Bauhaus und Amerika“ entwickeln und dazu nicht nur mit dem Musiktheater, sondern auch mit dem Schauspiel kooperieren. Am 19. Oktober ist die Premiere.

Den Beginn der Opernsaison markiert Giacomo Puccinis „Madama Butterfly“ und zeigt schon, worauf es in dieser Sparte – auch – ankommt: „Wir haben eine tolle Besetzung für dieses Werk“, verspricht Operndirektorin Susanne Ablaß und deutet an, wie stark die Wahl der Stücke mit dem Ensemble und seinen speziellen Fähigkeiten zusammenhängt. Das entspricht auch den Vorstellungen des neuen Generalmusikdirektors Golo Berg, der nach „Don Giovanni“ in der laufenden Saison (am 26. Mai) mit der „Entführung aus dem Serail“ einen weiteren Mozart präsentiert (18. Mai 2019).

Parabel über Macht und Machtmissbrauch

„Das Publikum liebt es, und für die Musiker ist bei Mozart ein Grad an Genauigkeit nötig – da muss man Farbe bekennen.“ Sänger, die hier geschult sind, können um so besser den Spagat zwischen einem „Szenischen Oratorium“ von Händel („Saul“) und Kurt Weills amerikanischer Oper „Street Scene“ bewältigen. Oder, wie Sopranistin Kathrin Filip, eine Mono-Oper über Anne Frank gestalten.

Das Programm
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Im Schauspiel hat Frank Behnke größere Möglichkeiten, ein Saisonprogramm unter einen dramaturgischen Leitgedanken zu stellen. „Es dominieren Ego-Monster, Machtmenschen und Tyrannen“, verspricht er mit einem Seitenblick auf die weltpolitische Lage und bringt am 21. September als erste große Premiere „Caligula“ von Albert Camus heraus, die große Parabel über Macht und Machtmissbrauch.

Komödie von Ernst Lubitsch

Auch Schillers „Wilhelm Tell“ passt bestens in diesen Kontext, stellt das Stück doch die Frage nach Gewalt und Tyrannenmord. Wie unterhaltsam politisches Theater aber auch sein kann, dürfte die Komödie „Sein oder nicht sein“ nach dem legendären Film von Ernst Lubitsch zeigen. Und vielleicht auch die Komödie „Don Juan“ von Patrick Marber, deren Held „DJ“ laut Behnke ebenfalls ein Monster ist. In „Anna Karenina“ hingegen ist eher die Gesellschaft monströs.

Im Tanztheater übrigens wird es als zweite Produktion Hans Henning Paars einen getanzten Liederabend geben: „Eine Winterreise“ ist Hans Zenders kammermusikalische Interpretation des berühmtem Schubert-Liederzyklus. Live gesungen, musiziert und getanzt.

Die großen Premieren

Musiktheater

► Madama Butterfly Oper von Giacomo Puccini, 15. September

► Saul Szenisches Oratorium von Georg Friedrich Händel, 27. Oktober

► Street Scene Oper von Kurt Weill, 22. Dezember

► Das Tagebuch der Anne Frank Mono-Oper von Grigori Frid, 17. Februar 2019 im U2

► Sugar (Manche mögen’s heiß) Musical von Jule Styne, 23. Februar 2019

► Die Liebe zu den drei Orangen Oper von Sergej Prokofjew, 6. April 2019

► Die Entführung aus dem Serail Singspiel von Wolfgang Amadeus Mozart, 18. Mai 2019

Schauspiel

► Eine Art Liebeserklärung von Neil LaBute, September im U2

► Caligula von Albert Camus, 21. September

► Wilhelm Tell von Friedrich Schiller, 29. September

► Tot sind wir nicht (Uraufführung) von Svenja Viola Bungarten, 16. November

► Sein oder nicht sein von Nick Whitby nach dem Film von Ernst Lubitsch, 17. November

► Drei Manslüü in’n Snei (Niederdeutsche Bühne) nach Erich Kästner, 30. November

► Anna Karenina nach Leo Tolstoi, 11. Januar

► Don Juan, Komödie von Patrick Marber, 22. Februar 2019

► Kasimir und Karoline von Ödön von Horváth, 27. April 2019

► Das Floss der Medusa, 10. Mai 2019

Judas von Lot Vekemans, Juni 2019 im U2

Tanztheater

► Unknown Territories, ein spartenübergreifender Abend, 19. Oktober

► Eine Winterreise von Hans Henning Paar nach Schubert/Zender, 19. Januar 2019

► And then there were none von Lenka Vagnerová, 23. Mai 2019

► Dance Lab sowie Play­ground (in Planung)

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