Trip durchs «Udoversum»
Udo Lindenberg eröffnet «Panik City»

Rockstar Lindenberg hat mit seiner Hamburg-Hymne «Reeperbahn» der «geilen Meile» ein Denkmal gesetzt. Er selbst bekam einen Stern auf dem Gehweg vorm ehemaligen Café Keese. Im «Panoptikum» steht er als Wachsfigur. Jetzt startet der gebürtige Gronauer seine eigene Erlebniswelt.

Montag, 19.03.2018, 18:03 Uhr

Udo Lindenberg in seinem eigenen Universum.
Udo Lindenberg in seinem eigenen Universum. Foto: Christian Charisius

Hamburg (dpa) - Der Trip in Udo Lindenbergs «Panik City» beginnt im gläsernen Fahrstuhl. Wer den Weg des Rockstars vom Liftboy zum Lindenwerk nachempfinden will, muss nach oben. Zwischen Vergnügungssüchtigen und Gestrandeten mitten im Hamburger Amüsierviertel St. Pauli.

Auf seiner liebsten «geilen Meile» Reeperbahn hat der Musiker am Montagabend die «Udo Lindenberg Experience» eröffnet. Kein Museum, sondern eine eigene Erlebniswelt mit multimedialer und interaktiver Action - und dem Panikrocker zwischen Hightech-Guide und «highligem Geist». Nach dem Start mit geladenen Gästen ist für Besucher von Dienstag an geöffnet.

Der Astronaut muss weiter

Das Technik-, Kunst- und Kulturprojekt soll Musik, Malerei und Politik des 71-Jährigen unter einen Hut bringen. Zu den Initiatoren und Hauptinvestoren gehört Theaterbetreiber Corny Littmann (Schmidt Theater, Schmidts Tivoli). Gemeinsam mit Gastronom Axel Strehlitz («Das Dorf») betreibt er auch das Klubhaus St. Pauli, in dem die «Panik City» errichtet wurde. Eine «ständige Raketenstation», die wie die Raumfahrt immer weiter entwickelt werde, nennt Lindenberg («Der Astronaut muss weiter») sein neues Projekt. Eine 700-Quadratmeter-Fläche mit wenigen Ausstellungsstücken - sechs kleine Räume mit sieben Stationen im «Udoversum».

Udo Lindenberg - eine Karriere in Bildern

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  • Udo Lindenberg wurde am 17.5.1946 in Gronau geboren. Seit 1968 lebt er überwiegend in Hamburg. 1971 veröffentlichte er seine erste Platte mit Steffi Stephan am Bass. Es folgten viele weitere und bis heute überrascht er immer wieder mit neuen Werken.

    Udo Lindenberg ist politisch sehr engagiert, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wird als einer der wichtigsten Kulturschaffenden Deutschlands angesehen.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg stand am 9. November 2014 beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf der Bühne. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Am 31. März 2012 gab Udo Lindenberg mit seinem Panikorchester das zweite von drei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena in Köln. Diese drei Shows markierten den Abschluss der "Ich mach mein Ding"-Tournee. 

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die «3 eiligen Könige» abgebildet auf einer UNICEF-Weihnachtskarte. Lindenberg rief 2013 zur Hilfe für Kinder auf, die "in unbeschreiblichem Elend leben müssen".

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  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten. Hier zu sehen mit Steffi Stephan.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der Sänger trat am 9. November 2014 auf dem Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Udo Lindenberg stand am 9. November 2014 beim Bürgerfest vor dem Brandenburger Tor in Berlin auf der Bühne. Mit zahlreichen Veranstaltungen wurde der 25. Jahrestag des Mauerfalls gefeiert.

    Foto: dpa
  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Am 31. März 2012 gab Udo Lindenberg mit seinem Panikorchester das zweite von drei ausverkauften Konzerten in der Lanxess-Arena in Köln. Diese drei Shows markieren den Abschluss der "Ich mach mein Ding"-Tournee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Der deutsche Rockmusiker und sein Panikorchester beim Auftritt in der Veranstaltung «Für den Frieden der Welt» am 25.10.1983 in Ost-Berlin im Palast der Republik. Vier Lieder durfte Lindenberg, der acht Jahre um eine Auftrittsgenehmigung in der DDR gekämpft hatte, bei dem von der FDJ organisierten Konzert singen. «Gitarren statt Knarren»: Kein Künstler hat sich so stark für die deutsche Wiedervereinigung eingesetzt wie Udo Lindenberg.

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  • Am 17.5.2006 feierte Udo seinen 60. Geburtstag.

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  • Udo Lindenberg, sein Musical-Double Serkan Kaya und Showmaster Thomas Gottschalk stießen mit Eierlikör am 12.2.2011 bei "Wetten, dass..?" in Halle (Saale) an.

    Foto: Jan Woitas/dpa
  • Der Musiker zeigt seine Comet-Trophäe am 23.5.2008 in Oberhausen bei der Verleihung des VIVA COMET 2008. Für die Preise des Musiksenders VIVA waren ausschließlich nationale Künstler nominiert. Lindenberg bekam den Preis für sein Lebenswerk.

    Foto: dpa
  • Der Rockmusiker sitzt an seinem ersten Schlagzeug vor dem von ihm gemalten Bild "Du sollst dir kein Bildnis machen" im Haus der Geschichte in Bonn. Der Musiker besichtigte die Ausstellung "Keine Panik - Udo Lindenbergs bunte Republik".

    Foto: dpa
  • Am 17. Oktober 2008 gaben Udo Lindenberg und das Panikorchester (im Bild: Steffi Stephan) in der ausverkauften Grugahalle in Essen ein Konzert im Rahmen der "Stark wie Zwei"-Tournee.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Lindenberg stand am 9.11.2013 in Berlin im Theater am Potsdamer Platz neben seiner neuen Wachsfigur, die seit dem 11.11.2013 im Madame Tussauds Berlin zu sehen ist. Der bekannte Kult-Musiker wurde von Anfang an von den Besuchern ganz oben auf die "Wunschliste" gesetzt. Zum fünften Geburtstag des Berliner Wachsfigurenkabinetts wurde damit die 100. Figur ausgestellt.

    Foto: dpa
  • Am 7. Juni 2014 gab Udo Lindenberg in Düsseldorf das erste von vier Open-Air-Konzerten in dem Jahr. Zum Konzertbeginn schwebt er übers Publikum Richtung Bühne.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • "The Dixie Devils" war die erste Band von Udo Lindenberg in seiner Heimatstadt Gronau. Bei dieser Aufnahme freuten sich die Bandmitglieder über den ersten Lohn, den sie für einen Auftritt erhalten hatten - so auch Udo Lindenberg (3.v.r.).

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Vor seiner Sanges-Karriere war Udo Lindenberg Schlagzeuger - unter anderem in Klaus Doldingers Band Passport. Deshalb setzt er sich immer noch gerne mal ans Schlagzeug - wie hier am 20. Juli 2004 in Gronau bei der Eröffnung des Rock'n'Popmuseums.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg am 16. Mai 2015 in Gronau bei der Einweihung des Lindenberg-Denkmals.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Gäste auf der Bühne: Helge Schneider und Steffi Stephan.

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  • Seit den Anfangstagen steht Steffi Stephan aus Münster neben Udo auf der Bühne - als Bassist im Panikorchester.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die großen Bühnen gewohnt - wie hier im Düsseldorfer Fußballstadion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Die großen Bühnen gewohnt - wie hier im Düsseldorfer Fußballstadion.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Freunde: Thomas Stein, Udo Lindenberg, Steffi Stephan und Peter Maffay bei einem Fest auf Mallorca.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Bei seinem Auftritt am 10. Mai 2002 auf dem Domplatz Münster begrüßte Lindenberg auf der Bühne auch Yvonne Catterfeld.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Udo Lindenberg am 20. Juli 2004 in Gronau bei der Eröffnung des Rock'n'Popmuseums. Adresse: Udo-Lindenberg-Platz . . .

    Foto: Gunnar A. Pier

Zum Auftakt der geführten Touren warten knallrote Sitzwürfel in einer Raucherlounge à la «Atlantic»-Hotel, in dem der Wahl-Hamburger Dauergast ist. Auch ohne den Qualm seiner Zigarren bleibt zum Durchatmen kaum Zeit: Via 270-Grad-Panoramawand wird der Besucher an der «ersten Station» in den Panik-Kosmos katapultiert. Der beginnt auch auf der Leinwand im Hotel, wo der Rockstar einen Pagen trifft, wie er selbst mal einer war, an die Bar schlendert und seine «Panikzentrale» zeigt. Es folgt ein rasanter Mix aus Schlagzeilen und Songschnipseln, aus Konzert- und Dokuaufnahmen. 

Eine Prise Magie

Aus der Showwelt geht es zurück auf die «Showtreppe», die seine Schwestern früher immer samstags putzten, wie Inge Lindenberg an der «zweiten Station» erzählt. Jene Stufen vor dem Haus im westfälischen Gronau, auf denen der kleine Udo schon mal den großen Auftritt probte. Wo der Traum von der Karriere reifte, gibt es in «Panik City» eine Prise Magie, wenn Udo, Inge und Freunde wie aus dem Nichts auf großen Displays auftauchen und von damals berichten. Auch an der «dritten Station», wenn die Besucher im nachgebauten Boogie Park Studio den Hit «Ich mach mein Ding» für ein Video aufnehmen, wird ein wenig gezaubert - mit Überraschung am Tourende.

Im grellen Licht wartet an der «vierten Station» der Osten samt goldener Ausgabe des DDR-Autos Trabi. Die persönliche Reise in jene Zeiten von Liedern wie «Mädchen aus Ostberlin» und «Sonderzug nach Pankow» über den Udo-Auftritt im Palast der Republik bis zum Mauerfall tritt jeder mit Tabletcomputer an. Selbst Hand anlegen kann der Besucher auch an der «fünften Station» in der imposant mit mehr als 1000 knallfarbigen Likörflaschen dekorierten «Likörelle Bar». Für eine ganz eigene Ausgabe jener mit Schnaps-Farben entstehenden Bilder gibt es an Tischen mit Touchscreens verschiedene Motive, Farben und Texte in Panik-Sprech.   

Das heiße Telefon für Panikattacken

«Unterhaltung mit Haltung» heißt es an der «sechsten Station», wenn die Besucher noch einmal vor einer 270-Grad-Wand Platz nehmen - für Udo-Songs und -Statements rund um sein Engagement für eine «Bunte Republik Deutschland». Die finale Dosis «Udopium» liefern Virtual-Reality-Brillen, mit deren Hilfe sich Besucher an die «siebte Station» beamen: Dann stehen sie mit dem Sänger zu seiner Hamburg-Hymne «Reeperbahn» auf einer Konzertbühne vor 22 000 Zuschauern.

Etwa 90 Minuten dauert die Reise durch «Panik City», in der ein spezielles Telefon Besuchern gelegentlich eine weitere Überraschung liefern soll: Das Gerät sei allein für seine «Basis-Connection» reserviert, sagt Lindenberg. «Das ist das heiße Telefon für Panikattacken - und ich bin der einzige, der da anruft.»

 

 

Taktung der Touren: Start alle 15 Minuten mit maximal 20 Besuchern und einem Tourguide; Eintrittspreise aktuell als Eröffnungsangebot: wochentags ab 18,50 Euro pro Person, am Wochenende ab 29,50 Euro

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