Premiere für das „Euregio Festival Orchestra“ im Landesmuseum
Mit genau dosierter Lieblichkeit

Münster -

Wo tagsüber Kunstfreunde flanieren, begeisterte jetzt das „Euregio Festival Orchestra“. Im Foyer des Westfälischen Landesmuseums in Münster eröffnete erstmals ein Ensemble aus 15 verschiedenen Ländern das Festival, darunter neben Musikern aus den Euregio-Ländern Deutschland und den Niederlanden auch Finnland, Taiwan, Russland sowie Süd- und Osteuropa. Unter der Leitung von Hossein Pishkar bewies das Orchester ein sicheres Gespür für die feinen Nuancen sinfonischer Musik von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven.

Mittwoch, 18.04.2018, 12:04 Uhr

Das Euregio Festival Orchestra begeisterte am Samstagabend im Foyer des LWL-Museums für Kunst und Kultur.
Das Euregio Festival Orchestra begeisterte am Samstagabend im Foyer des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Foto: Brigitte Heeke

Die Musiker im Alter von 16 bis 26 Jahren haben gerade mal zehn Tage zusammen geprobt, alle Mitspieler mussten sich zuvor für die Teilnahme an dem neuen Orchesterprojekt bewerben. Am Freitag musizierten sie gemeinsam im niederländischen Oldenzaal und am Samstag dann in Münster auf der Bühne, als spielten sie seit Jahren zusammen wie die Profis. Immer wieder verblüffend, wie mühelos und selbstverständlich die Musik sprachliche und kulturelle Unterschiede vergessen lässt! Im Vordergrund standen Haydn , Beethoven und die äußerst gelungene Kommunikation zwischen Dirigent, Orchester und Claudio Bohórquez, der in Joseph Haydns Cellokonzert Nr. 1 C-Dur den Solopart mit Bravour übernahm. Ebenso zupackend wie sensibel: Solist und Orchester schienen sich vor allem im Finalsatz „Allegro molto“ gegenseitig zu noch mehr Schwung zu inspirieren. So frisch und energiegeladen brachte das Festivalorchester die Klassiker auf die Bühne, dass die Musiker sich bereits nach der Ouvertüre aus der Haydn-Oper „L’incontro improvviso“ über einen herzlichen und langanhaltenden Applaus freuten. In Beethovens vierter Sinfonie setzte Dirigent Hossein Pishkar auf Kontraste, indem er beispielsweise schnelle Tempi umso aufwühlender gestaltete, sein Orchester im Adagio des zweiten Satzes dann aber auch wieder herrlich schwelgen ließ. Tolle Streicher und Holzbläser-Soli mit genau dosierter Lieblichkeit: Alle Register trugen ihren Part zu der gelungenen Interpretation bei. Standing Ovations.

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