AaSeerenaden 2018
Sinfonieorchester und Ensemble bieten Sommernacht der italienischen Oper

Münster -

„Tenor liebt Sopran, Bariton hat was dagegen“: So brachte Theaterintendant Ulrich Peters auf der Aaseebühne die Handlung von Verdis Opern auf den Punkt. Der gelungene Gag erklärte aber zugleich, warum die „Sommernacht der italienischen Oper“ bestens funktionierte: Die Kon­stellation der Stimmen verrät schon so viel von den Gefühlen der Opernfiguren, dass man vom Text kaum mehr als ein paar Schlüsselbegriffe mitbekommen muss. „Amor“ zum Beispiel oder „Bella“. Den Rest erzählt Verdis Musik.

Sonntag, 15.07.2018, 17:24 Uhr

Golo Berg leitete erstmals das Sinfonieorchester Münster auf der Aaseebühne.
Golo Berg leitete erstmals das Sinfonieorchester Münster auf der Aaseebühne. Foto: Wilfried Gerharz

Die war am sommerlichen Samstagabend nicht nur beim Sinfonieorchester Münster bestens aufgehoben. Generalmusikdirektor Golo Berg , erstmals als Nachfolger des Publikumslieblings Fabrizio Ventura auf der Aaseebühne, zeigte schon mit den dynamischen Nuancen in der eröffnenden Rossini-Ouvertüre zum „Barbier“, welches Händchen er für die italienische Oper hat. Und in den nachfolgenden Stücken von Rossini und Donizetti, die dem großen Verdi-Menü als Grüße aus der Opernküche vorangingen, konnten sich die Sänger des Theaters Münster ganz auf seine aufmerksame Begleitung verlassen – sei es in der von Kathrin Filip keck gestalteten Norina-Arie, sei es beim herrlichen Tenor-Schmachten von Youn-Seong Shim in „Una furtiva lagrima“.

Sieben Solisten des Theaters machten an diesem Abend Werbung für die Oper, und das nicht nur mit populären Häppchen. Dirigent und Ensemble präsentierten schon vor der Pause die Musik in größeren szenischen Zusammenhängen wie dem Ausschnitt aus dem zweiten Akt von Verdis Maskenball, in dem das andere Sopran-Tenor-Paar des Abends, Kristi Anna Isene und Garrie Davislim, eine dramatische Liebesszene gestaltete. Frei nach Moderator Peters mischte sich dann auch Bariton Gregor Dalal stimmkräftig ein, dessen Kollege Filippo Bettoschi sich schon bei Rossini warmgesungen hatte und nun auf seine Verdi-Einsätze lauerte.

Auch nach der Pause hatten die Spezialisten des Opernhauses einige Überraschungen parat, um die üblichen „Greatest Hits“ zu variieren. Golo Berg dirigierte die Ouvertüre zu „Luisa Miller“, Ulrich Peters verblüffte die mitratenden Zuhörer durch den Hinweis, dass „Rigoletto“ und nicht „Aida“ zur Eröffnung des Suezkanals aufgeführt wurde, und die Sänger Davislim und Bettoschi betteten das populäre Freundschaftsduett aus „Don Carlo“ in eine größere Szenenfolge, die auch den „tiefsten“ Mann des Abends, Stephan Klemm, mit der gefühlvoll gestalteten Bass-Arie „Amor per me non ha“ zu Wort kommen ließ – jenem großen Gesangsstück, das dem Motto des Abends „Amore e tormento“, also Liebe und Qual, entspricht.

Selbst aus „La Traviata“ wurden die Hits zunächst ausgeklammert – bis das populäre Trinklied die Schwelle zu den freudig erklatschten Zugaben markierte. In denen hatten dann auch Stücke von Pietro Mascagni oder Di Capua („O sole mio“) Platz. Und weil schon zu Beginn des Konzertes intensiv für den wahrlich guten Zweck der Hospizarbeit geworben wurde und die Freude an der Musik kein Ende haben wollte, begann das Feuerwerk eben ein Stündchen später.

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