Spielzeiterwachen im Theater Münster weckt Premierenfieber
Sich auf neues Terrain wagen

Münster -

Die neue Spielzeit ist „erwacht“. Das Theater Münster peilt erneut die Marke von 200 000 Besuchern an. Ein Vorgeschmack auf die spannendsten Produktionen gab es am Samstagabend zum Abschluss des Theaterfests.

Montag, 10.09.2018, 18:36 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 09.09.2018, 16:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 10.09.2018, 18:36 Uhr
Das Tanztheater erkundet in der neuen Saison „Unknown Territories“.
Das Tanztheater erkundet in der neuen Saison „Unknown Territories“. Foto: Oliver Berg

Neues kennenlernen, sich bilden und unterhalten lassen, die von den rechten „Alternativen“ geschürten Ängste und Xenophobien überwinden: Alles das kann man auch und gerade im Theater Münster, das in der neuen Spielzeit besonders im Schauspiel den Mächtigen, Diktatoren und Narzissten auf die Finger gucken will, wie Schauspiel­direktor Frank Behnke erläuterte. Eine der besten „Kostproben“ zum traditionellen „Spielzeiterwachen“ war deshalb die zwar nicht im Saisonprogramm stehende, dennoch aber aufschlussreiche „Textfläche“ mit dem Titel „Am Königsweg“ von Elfriede Jelinek, in der sich am – vom Publikum aus gesehen – rechten Rand ein kleiner Diktator selbstständig macht und dumm-radikales Zeug faselt. Seine Mitstreiter erschrecken sich, denn so einen und so etwas haben sie „ja nicht gewollt“. Applaus für exaktes chorisches Sprechen mit Tiefsinn.

Im Großen Haus durfte sich das theateraffine Publikum aus dem Münsterland also schon einmal einen Überblick verschaffen, was das Theater in der Saison 2018/19 auftischen wird. Und das ist zuallererst die Puccini-Oper „Madama Butterfly“, die am kommenden Wochenende Premiere feiern und deren Hauptakteurin, die Sopranistin Kristin Anna Isene, schon einmal in Begleitung des Sinfonie­orchesters unter Generalmusikdirektor Golo Berg mit der Arie „Un bel di vedremo“ eindrucksvoll in Erscheinung trat. Sind wir schon einmal bei der Musik, dann begegnen wir dem Opernchor, der den Titelsong des Musicals „Sugar“ („Manche mögen’s heiß“) präsentierte und die nötige Stimmung in den sonst etwas textlastigen Abend brachte.

Erstmals seit dem Theaterneubau 1956 wird Schillers „Wilhelm Tell“ in Münster geboten.

Erstmals seit dem Theaterneubau 1956 wird Schillers „Wilhelm Tell“ in Münster geboten. Foto: OLIVER BERG

Erstmals seit Bestehen des neuen Theaters, also seit 1956, wird das Schauspiel Schillers „Wilhelm Tell“ präsentieren, dessen szenischer Auszug ebenso Lust auf die neue Spielzeit machte wie das Tanztheater, dessen zehn Akteure „Unknown Territories“, also „unbekannte Gebiete“, in schwarzen, hautengen Anzügen erkundeten.

Der neue Image-Film der Spielzeit presst in wenigen Sekunden Hunderte, wenn nicht Tausende Kameraeinstellungen aus Gängen, Zimmern, Nischen und Bühnen des Theaters zusammen sowie viele Zahlen, von den 330 Theaterangestellten über die 30 000 Kostüme bis zu 3000 Perücken.

Spielzeiterwachen und Theaterfest Münster

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  • Schillers „Wilhelm Tell“ kommt seit 1956 erstmals auf die Bühne des Theaters Münster

    Foto: OLIVER BERG
  • Das Tanztheater in „Unknown Territories“

    Foto: OLIVER BERG
  • Das Tanztheater in „Unknown Territories“

     

     

    Foto: OLIVER BERG
  • Das Tanztheater in „Unknown Territories“

     

     

    Foto: OLIVER BERG
  • Schillers „Wilhelm Tell“ kommt seit 1956 erstmals auf die Bühne des Theaters Münster

    Foto: OLIVER BERG
  • Das Tanztheater in „Unknown Territories“

    Foto: OLIVER BERG
  • Das Tanztheater in „Unknown Territories“

    Foto: OLIVER BERG

Als Zahl der Saison gilt aber regelmäßig die „200 000“. So viele Gäste wünscht sich Generalintendant Dr. Ulrich Peters auch in der neuen Spielzeit, wobei die vergangene nur knapp an der Marke vorbeischrammte. „Vielleicht waren wir bei manchen Produktion mutiger als unser Publikum“, grübelte Peters und machte Mut zu Wieder- und Neuentdeckungen. Vom Kindertheater, das zur Weihnachtszeit „Kalle Blomquist“ spielt, bis zum „Tagebuch der Anne Frank“, einer Mono-Oper von Grigori Frid.

Viele der insgesamt 5000 bis 7000 Theatergäste des Eröffnungstages ließen sich vom Premieren- und Bühnenfieber anstecken, ersteigerten Kostüme, erstanden Abos oder tanzten bis spät in die Nacht in den Foyers des Theaters.

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