280 Gäste beim Festakt für Johann Baptist Metz im Franz-Hitze-Haus
Erinnerung, Dank und neue Horizonte

Münster -

Eine ansehnliche Festcorona feierte gemeinsam mit Prof. Dr. Johann Baptist Metz am Samstag in der Akademie Franz-Hitze-Haus Geburtstag. Der seit 55 Jahren in Münster lehrende und lebende Fundamentaltheologe mit Wurzeln in der Oberpfalz hatte am 5. August sein 90. Lebensjahr vollendet. 280 Gäste und Wegbegleiter hielten Rückschau und wagten Ausblicke über den christlichen Glauben in Geschichte und Gesellschaft.

Sonntag, 16.09.2018, 16:44 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 16.09.2018, 15:08 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 16.09.2018, 16:44 Uhr
Der Jubilar und eine große Gratulantenschar: Prof. Dr. Johann Baptist Metz mit Weihbischof Stefan Zekorn, Akademiedirektor Antonius Kerkhoff und Heinrich Klauke, dem stellvertretenden Leiter der Karl-Rahner-Akademie Köln (v.l.).
Der Jubilar und eine große Gratulantenschar: Prof. Dr. Johann Baptist Metz mit Weihbischof Stefan Zekorn, Akademiedirektor Antonius Kerkhoff und Heinrich Klauke, dem stellvertretenden Leiter der Karl-Rahner-Akademie Köln (v.l.). Foto: Johannes Loy

Erinnerung an gemeinsame Zeiten, Dank an einen prägenden Theologen und akademischen Lehrer, Plädoyers für eine Kirche als Glaubensgemeinschaft, die sich politisch einmischt und die Gottesfrage in gefährdeter Zeit lebendig hält: Dies beschreibt die Atmosphäre, in der eine ansehnliche Festcorona gemeinsam mit Prof. Dr. Johann Baptist Metz am Samstag in der Akademie Franz-Hitze-Haus Geburtstag feierte. Der seit 55 Jahren in Münster lehrende und lebende Fundamentaltheologe mit Wurzeln in der Oberpfalz hatte am 5. August sein 90. Lebensjahr vollendet.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn erinnerte sich an prägende Analysen des Jubilars wie an den Satz aus dem Buch „Zeit der Orden“. Vor über 40 Jahren formulierte Metz bereits: „Die Bischofskirche darf nicht an den religiösen Problemen und Fragen der Menschen vorbeiplanen.“ Zekorn ergänzte, durchaus launig: „Leider haben zu wenige auf Sie gehört.“ Politik und Mystik, Theologie und Spiritualität seien für Metz „nie Gegensätze, sondern wechselseitige Möglichkeitsbedingungen“ gewesen, würdigte der Weihbischof Metz und richtete auch den Dank des Bischofs von Münster an den Priester und Seelsorger aus.

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn gratuliert Prof. Dr. Johann Baptist Metz (90).

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn gratuliert Prof. Dr. Johann Baptist Metz (90). Foto: Johannes Loy

Der Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Clemens Leonhard, hatte zuvor humorvoll festgestellt: „J. B. Metz ist so gut wie überall dabei.“ Im Blick auf sein umfassendes und durchdringendes Lebenswerk müsse man gar „das Plagiatsverbot aufheben“. Denn bei Metz „schreiben auch diejenigen ab, die das gar nicht wissen“, schmunzelte Leonhard. Den persönlichsten Dank stattete im Namen der Schülerschar Dr. Thomas Poledni­tschek ab: „Du bist für uns mehr als nur ein prägender Lehrmeister, sondern auch ein Richtung gebender Lebensmeister.“ Metz’ Auftrag laute auch heute so: „Weckt in den sozialen Feldern eures Lebens immer neu die Frage nach dem Gott, der die Liebe und die Gerechtigkeit ist. Leistet Widerstand gegen die Gottesmüdigkeit der Moderne.“

Der Festakt, den Prof. Claudius Tanski aus Salzburg am Flügel mit Mozart, Liszt, Schubert und Schumann umrahmte, war nicht nur ein Wiedersehen, Wiederhören und Bilanzieren, sondern ließ auch die aktuelle Wirkungsgeschichte Metz’scher Theologie etwa im Blick auf gegenwärtige Befreiungstheologie und eine von Papst Franziskus forcierte Option für die Armen aufscheinen. Diese Aspekte hatten eingangs die Theologen Dr. Kuno Füssel sowie Dr. José Antonio Zamora (Spanien) und Dr. Juan Manuel Hurtado (Mexiko) ausgeleuchtet.

Am Ende eines festlichen Nachmittags, den der als Hochschullehrer wie als Priester geschätzte Ratgeber und nun hochbetagte Jubilar aufmerksam und bewegt verfolgte, stand ein allgemein empfundenes „Danke, Baptist!“

Anzeige
Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6055091?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F
Gutachten birgt Sprengstoff in sich
Fischsterben im Aasee: Gutachten birgt Sprengstoff in sich
Nachrichten-Ticker