Kooperationsprojekt zum Mitmachen
Hier entsteht das Museum der Zukunft

Münster -

„Apokalypse Münsterland“ – ein Titel, bei dem Zukunftsskeptiker zusammenzucken. Beim gestern in der Münster-School of Architecture FH Münster (MSA) vorgestellten Projekt geht es aber nicht um ein düsteres Zukunftsszenario, sondern um einen Appell – wie der Nachsatz „Die Zukunft braucht Dich!“ zeigt. Was dahinter steckt? Besucher sollen in den nächsten Wochen in bislang 25 beteiligten Museen der Region jeweils ein „Kulturgut“ benennen, das für die Zukunft gerettet werden soll.

Donnerstag, 11.10.2018, 18:20 Uhr
Veröffentlicht: Donnerstag, 11.10.2018, 18:20 Uhr
Am Beispiel eines Trinkkelchs aus dem Jahr 520 v. Chr., einer Leihgabe des münsterischen Archäologiemuseums, führten die Projektbeteiligten vor, wie der 15 000 Euro teure 3D-Objektscanner arbeitet.
Am Beispiel eines Trinkkelchs aus dem Jahr 520 v. Chr., einer Leihgabe des münsterischen Archäologiemuseums, führten die Projektbeteiligten vor, wie der 15 000 Euro teure 3D-Objektscanner arbeitet. Foto: -pn-

Die fiktive Ausgangslage für das spannende Forschungsprojekt unter Leitung des Münsterland e.V. ist die: Die Zukunft funkt SOS an die Gegenwart und bittet um Kultur. Doch: Was gilt es zu bewahren und warum? Dies sollen die Besucher mitentscheiden und begründen.

Der Auswahl-Prozess in den Museen – von A wie Archäologiemuseum der Uni Münster bis Z wie Zisterzienser- und Stiftsmuseum Leeden in Tecklenburg – läuft bis Mitte Dezember. Danach werden 16 Studierende der MSA, so erklärte Prof. Ulrich Blum, die Digitalisierung der ausgewählten Kulturgüter übernehmen. Dafür werden sie die Exponate unter anderem mit Hilfe des 3D-Objektscanners „EVA“ einscannen. Am vorläufigen Ende des Projektes steht die virtuelle Inszenierung der Ausstellungsstücke. Das „Museum der Zukunft“, so Blum, in einem Container soll dann im Sommer 2019 an 16 Stationen in der Region Halt machen.

Das Projekt, vom NRW-Kulturministerium und der Commerzbank-Stiftung gefördert, „ist in dieser Form einzigartig“, betonte Projektleiterin Kathrin Strotmann, „weil es die Museen und Kultureinrichtungen zusammenbringt.“ Neben der Kultur und der Wissenschaft sitzt auch die Wirtschaft mit im Boot. Konrad Schneidenbach vom FabLab Münster beim Verein münsterland.digital und Christian Vogler, geschäftsführender Gesellschafter der auf Ausstellungsgestaltung spezialisierten Firma BOK + Gärtner, werden den Museen helfen, digitale Vermittlungsmethoden auszuprobieren.

Denn, so betonte Corinna Endlich, Leiterin des beteiligten „kult“ in Vreden: „Das Projekt verhilft uns zu mehr Sichtbarkeit in der Region.“ Zugleich, so Dr. Christoph Spieker, Leiter des Geschichtsortes Villa ten Hompel in Münster, „entsteht so eine Rückbindung an die Orte, an denen die Originalstücke zu finden sind.“ 

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