Crossover-Konzert von „Quadro Nevo“ und Sinfonieorchester
Klänge einer Abenteuerreise

Münster -

Illuminiert von dezentem goldenen Lichterglanz präsentierte sich am Montag Abend das Foyer des Westfälischen Landesmuseums. Aber was war dieses sichtbare Gold im Vergleich zum Funkeln der Töne, die den riesigen Raum erfüllten? Töne voller Kraft und Lebendigkeit, mit glühendem Rhythmus, mitunter auch charmantem Witz oder In­trovertiertheit.

Montag, 19.11.2018, 18:40 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 13.11.2018, 15:32 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Montag, 19.11.2018, 18:40 Uhr
Die Musiker des „Quadro Nuevo“ vor dem Sinfonieorchester mit Dirigent Golo Berg (hinten).
Die Musiker des „Quadro Nuevo“ vor dem Sinfonieorchester mit Dirigent Golo Berg (hinten). Foto: Christoph Schulte im Walde

Für all diese musikalischen Facetten steht das Ensemble „Quadro Nuevo“. Seit mehr als zwanzig Jahren ist es „auf Achse“ und will nichts anderes, als sein Publikum im tiefsten Innern seiner Gefühle zu berühren. Das hat das wunderbare Quartett restlos geschafft, gemeinsam mit dem Sinfonieorchester Münster und seinem Dirigenten Golo Berg .

Als Steuermann schickte Münsters GMD den antiken Jason und seine Argonauten auf die „Reise nach Batumi“ ins Schwarze Meer. Kurz darauf war es Alexander der Große , dessen Armada parat stand, nicht um fremde Völker zu erobern – sondern diesmal die Konzertbesucher. Und das mit einer gehörigen Portion Humor.

Solche fantastischen Geschichten lässt sich „Quadro Nuevo“ selbst einfallen, schaut aber gern auch mal bei Peter Kreuder („Du gehst durch all meine Träume“) oder Charles Trenet vorbei. Überall dort halt, wo gute Musik schlummert. Wenn „Quadro Nuevo“ die Straßen der Welt beschallt, wird – der Name sagt es – zu viert gespielt. Im Konzertsaal mit großem Orchester kommen dann aber tolle Arrangements zum Einsatz, von denen sich im LWL-Museum beide Partner fraglos gegenseitig inspirieren ließen: Das Orchester zeigte sich in Bestform mit knackigem Blech, formidablem Holz und samtigen Streichern, die „Quadro“-Solisten auf ihrem erstaunlich breiten Instrumenten-Arsenal aus Akkordeon und Saxofon, Kontrabass und Harfe und etlichen anderen gewöhnlichen und ungewöhnlichen Geräten. Ein Abenteuer-Spielplatz sozusagen – genau richtig für die märchenhaften Begegnungen mit Drachen, Jungfrauen und anderen Gefahren auf dem Weg in ferne Regionen („Aventure“).

Da war wirklich alles Gold, was akustisch glänzte, vor allem die Ausflüge in die betörende Welt des Tango. Welch eine Musik! Aus ihr spricht das pralle Leben, ungebändigt wie im mittelamerikanischen Karneval („La Cumparsita“) oder zutiefst melancholisch wie in Astor Piazzollas „Oblivion“, mit dem „Quadro Nuevo“ den härtesten Granit zum Erweichen hätte bringen können. Zum Heulen schön!

Rasender Beifall für eine Begegnung, die niemand so schnell vergessen wird.

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