Nach fast 100 Jahren
Schüler kippt Schneeball-Wurfverbot

Washington -

Kinder in der US-Gemeinde Severance haben über Generationen hinweg gegen ein Verbot verstoßen, immer im Winter: Bislang untersagte dort eine Gemeindeverordnung das Werfen von Schneebällen. Dann machte ein Neunjähriger den Kampf gegen das Verbot zu seiner Mission.

Donnerstag, 06.12.2018, 09:27 Uhr aktualisiert: 06.12.2018, 12:25 Uhr
Der neunjährige Dane Best steht vor Gemeinderatsmitgliedern.
Der neunjährige Dane Best steht vor Gemeinderatsmitgliedern. Foto: dpa

Kurz vor Weihnachten hat ein Grundschüler in den USA das fast hundert Jahre alte Schneeball-Wurfverbot in der Gemeinde Severance im Bundesstaat Colorado gekippt.

Der Gemeinderat sei einem entsprechenden Antrag des Drittklässlers Dane Best (9) einstimmig gefolgt, sagte Gemeindesprecher Kyle Rietkerk am Mittwochabend (Ortszeit) der Deutschen Presse-Agentur. Er bestätigte damit US-Medienberichte. Dane habe vor dem Gemeinderat unter anderem argumentiert: "Jeder in Severance sollte in der Lage sein, eine Schneeballschlacht zu haben, wie überall auf der Welt."

Schockierte Grundschüler

Rietkerk sagte, bei einem Schulausflug zum Bürgermeister und zum Gemeinderat sei den Schülern auch von dem antiquierten Verbot erzählt worden, Schneebälle zu werfen. Ihnen sei außerdem gesagt worden, dass sie auch als Kinder eine Stimme hätten. Bürgermeister Don McLeod sagte dem Sender CNN: "Die Kinder waren total verblüfft, als sie herausfanden, dass sie die ganze Zeit gegen das Gesetz verstoßen haben." Jedes Jahr ermutige er Kinder bei ihrem Besuch, vorhandene Regelungen zu ändern. "Dane war der erste Schüler, der mich beim Wort genommen hat, und ich bin sehr stolz, dass er das getan hat."

Was der Ursprung des Verbots gewesen sei, sei unklar, sagte Rietkerk. "Wir haben wirklich keine Ahnung." Bekannt sei, dass es seine Wurzeln in einer Regelung aus dem Jahr 1921 habe, wonach keine Wurfgeschosse geworfen werden dürften. Die bisher geltende Gemeindeverordnung untersagt, "Steine oder jegliche anderen Wurfgeschosse" auf Menschen, Tiere, Gebäude, Bäume, Fahrzeuge oder anderen öffentlichen oder privaten Besitz zu werfen.

Stadt der skurrilen Verbote

Rietkerk sagte, es sei nicht überliefert, dass Schneeballwürfe jemals tatsächlich geahndet worden seien. In Severance - eine Gemeinde, in der eigenen Angaben zufolge geschätzte "4300 freundliche Menschen" leben - habe es früher mehrere sonderbare Verbote gegeben. So seien der Besitz oder Betrieb von Billardtischen, Dartboards oder Bowlingbahnen im Jahr 1921 nur gegen eine Gebühr von 1000 Dollar erlaubt gewesen - damals horrend viel Geld. Nach der Ratsentscheidung postete die Gemeinde am vergangenen Montag auf ihrer Facebookseite: "Schneeballschlachten sind jetzt legal in Severance! Glückwunsch, Dane!"

Dane wurde in seinem Anliegen mit Briefen von seiner Lehrerin und seinen Klassenkameraden aus der Range-View-Grundschule unterstützt. Lehrerin Shannon Fisher schrieb: "Meine Schüler waren schockiert, herauszufinden, dass es illegal ist, in Severance einen Schneeball zu werfen." Eine Drittklässlerin namens Kendra argumentierte: "Im Winter würde es Spaß machen, Schneebälle zu werfen." Ihr Klassenkamerad Dustin meinte, es sei nicht fair für die Bewohner von Severance, nicht zu wissen, wie es sei, einen Schneeball zu werfen.

Nächstes Projekt: Illegale Haustiere

Der lokale Sender CBS4 berichtete unter Berufung auf Danes Eltern, der Junge könne als nächstes womöglich eine weitere Regelung in Severance anfechten: Derzeit dürfe jeder Haushalt in der Gemeinde nur drei Haustiere halten, und als Haustiere würden nur Hunde und Katzen gelten. Dane habe dagegen ein - derzeit noch illegales - Meerschweinchen.

Severance ist eine kleine Gemeinde rund 100 Kilometer nördlich von Denver und liegt im Norden Colorados, wo es im Winter viel schneit. Unmittelbar nach der Ratsentscheidung lag allerdings kein Schnee. Trotzdem konnte Dane bereits den ersten "legalen" Wurf machen - mit einem Schneeball aus dem Eisschrank.

Die besten Schnee-Schnappschüsse unserer Leserinnen und Leser

1/70
  • Auch in Metelen kam ordentlich was runter - die Schneeschicht ist fast so hoch wie das Vogelhäuschen selbst!

    Foto: Andre Kmuche
  • Weiß wohin das Auge schaut - man hört förmlich, wie es unter den Füßen knirscht ...

    Foto: Alexander Ahaus
  • Mit dem Schlitten hinterm Auto her - ein spaßiges Foto von Andreas Heppner.

    Foto: Andreas Heppner
  • Der Tannenbaum von Anke Juhr leuchtet durch die dicke Schneedecke.

    Foto: Anke Juhr
  • Barbara Schwarz war am Mühlenhof in der Dämmerung unterwegs.

    Foto: Barbara Schwarzer
  • Total eingeschneit - sogar die Körbe sind fast voll ...

    Foto: Bettina Knust
  • Auch in Roxel ist der Winter jetzt endgültig angekommen ...

    Foto: Bianca Langanki
  • Schlitten, Schneemann und gute Laune - dieses bunte Bild erreichte uns aus Ahaus.

    Foto: Bianca Zilisch
  • Claudia Steil fackelt bei dem Wetter nicht lange und steigt auf die Ski. 

    Foto: Claudia Steil
  • Nur ganz mutige Autofahrer trauten sich abends noch auf die Straße - aber bitte nur langsam!

    Foto: Detlev Kneuper
  • Gigantische Schneebälle am Aasee ...

    Foto: Dominik Bleckmann
  • Elena Gesterkamp sendet viele Grüße vom LWL-Naturkundemuseum! Wie die Dino-Fußstapfen wohl im Schnee aussehen würden?

    Foto: Elena Gesterkamp
  • Einen besonders süßen Mini-Schneemann hat Jana Palm am Aasee gebaut.

    Foto: Jana Palm
  • Alles weiß - und der Himmel sieht nach noch mehr Schnee aus!

    Foto: Janine Pieper
  • Total eingeschneit ... Wie erkennt man da eigentlich sein eigenes Rad wieder?

    Foto: Jenny Lepper
  • Winterspaziergang im Wald - mit Riesenkugel als Aussichtspunkt.

    Foto: Jenny Youssef
  • Jenny Youssef war in Ochtrup unterwegs und hat diesen putzigen Schneepanda gefunden!

    Foto: Jenny Youssef
  • Auf die Idee, durch diese wunderbare Winterlandschaft zu stapfen, sind schon mehrere Schneefans gekommen ...

    Foto: Kaethe Sauer
  • Karla Zumkley, ihr Bruder und ein Freund haben bei diesem Wetter direkt einen Schneemann gebaut - und mit einem Schirm ausgestattet, damit er mögliche Regennächte übersteht.

    Foto: Karla Zumkley
  • So hat der Mühlenhof gleich noch mehr Charme.

    Foto: Katharina Ahlers
  • Das Fohlen von diesem Jahr fühlt sich auch auf der schneebedeckten Weide in Nordkirchen einfach nur wohl.

    Foto: Marlen Weber
  • 19 cm Schnee in Senden vermelden Martin Hinz und diese beiden fröhlichen Schneegängerinnen.

    Foto: Martin Hinz
  • Wer schaut denn da so verträumt in die verschneite Landschaft?

    Foto: Michael Hackbarth
  • Bei Wind und Wetter ab für die Tür - das macht bei dieser weißen Pracht besonders Spaß. 

    Foto: Milena Ter
  • Auf der sonst so vollen Promenade ist man am Wochenende mit Schneestiefeln besser als mit dem Fahrrad beholfen gewesen ...

    Foto: Ryan Ares
  • Schnappschuss am Abend: Sabine Hendler war in der Innenstadt unterwegs.

    Foto: Sabine Hendler
  • Samy Jo Hälker hat dieses schöne Motiv beim Herz-Jesu Krankenhaus in Hiltrup aufgenommen.

    Foto: Samy Jo Hälker
  • Wettringen von oben - verschneit und verträumt.

    Foto: Steffen Thebelt
  • Schneeengel-Grüße aus Senden kommen von Tanja Berger und Familie.

    Foto: Tanja Berger
  • So weihnachtlich und verträumt sah es am Sonntagabend in der Gasselstiege aus.

    Foto: Tina Kolwe
  • Auf Skiern durch die Innenstadt zum Weihnachtsmarkt - wann hat man dazu schon mal die Gelegenheit?

    Foto: Ulrich Lueke
  • So viel Schnee! Dieser vierbeinige Freund in Münster-Handorf scheint nicht besonders glücklich über den weißen Niederschlag zu sein.

    Foto: Kai Wendland
  • Kontrastprogramm in Altenberge: Hier genießt einer sichtlich den weißen Untergrund.

    Foto: Antonia Friedeberg
  • Natürlich wurden auch fleißig Schneemänner gebaut.

    Foto: Corrado Sarah
  • Auch Hiltrup hat einen neuen Einwohner bekommen. Wie lange er wohl bleibt?

    Foto: Manja Dornbusch
  • Kurzzeitig außer Gefecht gesetzt: Münsters Verkehrsmittel Nummer eins.

    Foto: Natascha Braun
  • Ob diese riesigen Schneekugeln noch zu einem Schneemann zusammengefügt wurden?

    Foto: Sebastian Neuhaus
  • Sieht aus wie ein Barcode, ist aber ein Wald in Hiltrup.

    Foto: Sven Oliver
  • Da strahlt das Rentier: 19 handgemessene Zentimeter Neuschnee in Senden.

    Foto: Martin Hinz
  • In Capelle ist hingegen ein lebendiger Verwandter vor die Kamera getreten.

    Foto: Melanie Bukowski
  • Schnee-Ball-Vergnügen an der Promenade in Münster.

    Foto: Manja Dornbusch
  • Winterspaziergang in Hiltrup

    Foto: Birgit Hinze
  • Zwei Stunden lang blieb dieser Bus in Münster liegen, schreibt uns Agyweiwaa Lisa Liman Oteng.

    Foto: Agyweiwaa Lisa Liman Oteng
  • Auch die Autobahnen (hier Münster-Süd) sind weiß gepudert.

    Foto: Annegret Heeke
  • Warm eingepackt ging es für diesen Vierbeiner in Dülmen nach draußen.

    Foto: Antje Bör
  • Die weiße Pracht in Greven

    Foto: Björn Bader
  • Romantischer Spaziergang in Münsters Schlosspark

    Foto: David Scholz
  • Alles weiß in Mauritz

    Foto: Denise Kirmse
  • Grüner Grund heißt die Straße hier. Zu sehen ist davon nichts. 

    Foto: Diana Lira
  • So sah es am Sonntagmorgen in Nienberge aus.

    Foto: Elisabeth Thiemeyer
  • Und so wenige Stunden später.

    Foto: Elisabeth Thiemeyer
  • In Berg Fidel (Münster) ist die Gartenliege heute frei geblieben.

    Foto: Eva Allkämper
  • Eindeutig das beste Transportmittel an diesem Tag

    Foto: Frank Weber
  • In Schöppingen blieb der Grill heute kalt.

    Foto: Franziska Flaer
  • Schneespaziergang in Steinfurt

    Foto: Isa Voe
  • Was will uns dieses Bild aus Wolbeck sagen? Stehen da etwa weiße Weihnachten vor der Tür?

    Foto: Izabella Lipinski
  • Die Konik-Wildpferde in Wettringen freuen sich vermutlich über ihr dickes Fell.

    Foto: Jan Be
  • Eine Landschaft wie gemalt: So sieht es am Sonntagnachmittag in Lienen aus.

    Foto: Kerstin Bethge
  • Schön auch, wenn man - wie hier in Warendorf - gar nicht das Haus verlassen muss, um den Winterzauber zu erleben.

    Foto: Klaus Schäffer
  • Knapp 15 Zentimeter fielen in Hiltrup.

    Foto: Manja Dornbusch
  • Die Spuren sind eindeutig: Hier war ein höheres Wesen am Werk.

    Foto: Manja Dornbusch
  • Das Gassi gehen in Altenberge wurde heute zum Scheevergnügen.

    Foto: Michaela Fischer
  • Trotzig weht die schwarz-gelbe Fahne vor der weißen Landschaft. 

    Foto: Michel Hackbarth
  • Die Josephskirche an der Hammer Straße in Münster lugt hinter den weißen Ästen hervor.

    Foto: Natascha Braun
  • In Handorf müssen die Vögel ihr Futter etwas intensiver suchen.

    Foto: Petra Kroos
  • Warm anziehen und raus in die Natur - wer es nicht selbst getan hat, kann sich immerhin an diesem Bild aus Hiltrup erfreuen.

    Foto: Raphael Göcking
  • Mitten in der Stadt ist alles weiß,...

    Foto: Sandra Bugajczyk
  • ...wie diese Bilder von der Grevener Straße in Münster belegen.

    Foto: Sandra Bugajczyk
  • Dieser Blumenschmuck in Mecklenbeck ist gut bedeckt. Ob es in zwei Wochen auch so aussieht?

    Foto: Nadine Nowak
  • Auch in Lüdinghausen hofft man schon auf weiße Weihnachten.

    Foto: Michelle Moll
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