Das LWL-Archäologiemuseum in Herne hat eine neue Direktorin
Ein Geschichtshaus mit Zukunft

Herne -

Dr. Doreen Mölders ist seit dem 2. Januar Direktorin des LWL-Museums für Archäologie in Herne. Was die gebürtige Anhaltinerin vom Osten in den Westen verschlug und welche Pläne sie hat, berichtete sie bei einem Pressefrühstück. Spannender Ansatz: Geschichte und Archäologie haben auch ganz viel mit Zukunft zu tun.

Montag, 14.01.2019, 16:40 Uhr aktualisiert: 14.01.2019, 18:00 Uhr
Gut eingerahmt: Die neue Museumsleiterin in Herne, Dr. Doreen Mölders, mit dem LWL-Chefarchäologen Prof. Dr. Michael Rind und Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
Gut eingerahmt: Die neue Museumsleiterin in Herne, Dr. Doreen Mölders, mit dem LWL-Chefarchäologen Prof. Dr. Michael Rind und Landesrätin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Foto: Loy

Sie stammt aus dem östlichen Harzer Vorland bei Quedlinburg, hat entscheidende Erfahrungen am Staatlichen Museum für Archäologie in Chemnitz gesammelt und amtiert seit 14 Tagen als neue Leiterin des LWL-Archäologiemuseums in Herne: Dr. Doreen Mölders (42) hat den Osten mit dem Westen getauscht, und das ganz bewusst und gezielt.

„2014 habe ich mal Urlaub im Ruhrgebiet gemacht“, sagt die Anhaltinerin. Irgendwie hat es ihr da gefallen. Nun ist die Frage, ob man Leiterin eines Westfälischen Landesmuseums wird, natürlich nicht allein von der Liebe zur Region abhängig. Allein die Tatsache, dass Mölders unter 70 Bewerberinnen und Bewerbern die deutlich besten Voraussetzungen mitbrachte, zeichnet die neue Museumschefin nach Auskunft von Landesrätin und Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger aus. Die zentrale Auftaktbotschaft der gelernten Archäologin lautet nun: „Die Besucherinnen und Besucher sollen unser Museum als einen Ort der vielen Möglichkeiten und nicht als abgeschlossenen Weisheitstempel wahrnehmen!“

Lebensstationen der neuen Museumsleiterin

Nach ihrem Studium der Ur- und Frühgeschichte, Klassischen Archäologie sowie Alten Geschichte an den Universitäten Leipzig und Freiburg wurde Doreen Mölders 2013 über das Thema prähistorische Wirtschaft im Fachdiskurs promoviert. Von 2013 bis 2018 war sie Mitarbeiterin und Kuratorin am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz, wo sie mehrere Sonderausstellungen realisierte. Zuvor war die gebürtige Sachsen-Anhalterin wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Ur- und Frühgeschichte in Leipzig. Sie hat an zahlreichen archäologischen Ausgrabungen im In- und Ausland teilgenommen und die Lehr- und Forschungsgrabung im internationalen Forschungsprojekt Oppidum Bibracte (Frankreich) geleitet. Mölders hat an verschiedenen Veröffentlichungen mitgewirkt und mehrere Artikel zum Themenfeld digitale Medien sowie Museumsentwicklung im Bereich der modernen Archäologie verfasst. 2016 und 2017 absolvierte sie die Museumsakademie für Museumsmanagement Museion21. Ihr besonderes Interesse gilt Schnittstellenprojekten zwischen Kultur, Zivilgesellschaft und Wissenschaft

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Mölders stellt gemeinsam mit der Landesrätin klar, dass das Archäologiemuseum ein kulturelles Zen­trum für alle Bevölkerungsgruppen, Generationen und Bildungsschichten sein soll. Neue Konzepte sehen auch beim Landschaftsverband vor, dass durch die Anstellung von Mitarbeitern mit Migrationshintergrund eine 360-Grad-Ausrichtung erreicht wird. Inklusion, Diversität und Digitalisierung sind da im üblichen museums-pädagogischen Sprechduktus die Leitmotive. Mölders: „Das Museum wird ein Ort der Begegnung mit und zwischen einer vielschichtigen, stets diverser werdenden Bevölkerung.“ Dafür werde das bereits jetzt vielfältige Veranstaltungsprogramm um neue Formate wie „Clubnächte“ erweitert. Nächte mit Musik im Museum: Klingt spannend.

Die Dauerausstellung will die 42-jährige um digitale Konzepte ergänzen, ohne aber das „nach wie vor funktionierende Konzept“ der Dauerausstellung grundsätzlich zu verändern. Das Sonderausstellungsprogramm soll wie bisher auch von einem Wechsel an Themen geprägt sein. Ab September steht die spannende Ausstellungen „Pest!“ auf dem Programm, danach wird das Archäologiemuseum „Stonehenge“ in den Blick nehmen.

„Man soll uns als ein Museum der Zukunft sehen“, sagt die Museumschefin. Das Image einer verstaubten Wissenschaft habe die moderne Archäologie hinter sich gelassen. Archäologie leiste einen Beitrag zum Verständnis heutiger gesellschaftlicher Prozesse: „Moderne Archäologie untersucht als Wissenschaft der Dinge soziale Phänomene und Alltagsthemen wie Migration, Konflikte, Geschlechterrollen und Kommunikation in einem großen chronologischen Bogen bis in die Tiefe der Zeit.“  

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