Jahresprogramm des „Center for Literature“ auf Bürg Hülshoff
„Die Burg ist wachgeküsst“

Münster/Havixbeck -

Vor einem Jahr nahm das Center for Literature mit Sitz in der Burg Hülshoff in Havixbeck seine Arbeit auf. Und das Lob von Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger, der Vorstandsvorsitzenden der Annette-von-Droste-Hülshoff-Stiftung, könnte kaum größer ausfallen: „Das Potenzial, das die Burg hatte, ist wachgeküsst worden“, betonte sie am Mittwoch bei der Vorstellung des Jahresprogramms 2019. Die nicht auf der Burg, sondern im Haus Rüschhaus stattfand: „Weil beide Standorte zusammengehören.“

Donnerstag, 14.02.2019, 17:58 Uhr
Barbara Rüschoff-Parzinger und Jörg Albrecht präsentieren die neue Jahreskarte.
Barbara Rüschoff-Parzinger und Jörg Albrecht präsentieren die neue Jahreskarte. Foto: Wilfried Gerharz

Es sei viel passiert, seit Dr. Jörg Albrecht als Stiftungsgeschäftsführer und künstlerischer Leiter des Center for Literature „die Burg gestürmt hat“, bilanzierte Rüschoff-Parzinger. Das Zentrum sei inzwischen „weit über die Grenzen des Münsterlandes bekannt“ und Albrecht „ein guter Botschafter für die dort entwickelten innovativen Projekte“.

Die wird es auch 2019 in großer Zahl geben. Doch bevor Rüschoff-Parzinger und Albrecht in die Jahresplanung einstiegen, ging es um die Umbaupläne für die Burg Hülshoff. Erst im Jahr 2020, so verkündete Rüschoff-Parzinger, werden in Havixbeck die Bagger anrollen. Ein Treffen mit den Vertretern des Architekturbüros Staab habe deutlich gemacht, dass zunächst ein detaillierter Schadensbericht erstellt werden müsse. „Wir hoffen, dass die Substanz der alten Burg nicht zu viele Überraschungen bereithält“, so Rüschoff-Parzinger – die die Beendigung aller Arbeiten vorsichtig auf 2022/23 terminierte. Zunächst sollen in der „Neuen Ökonomie“ Büroräume entstehen. Denn trotz der Bewilligung der Mittel für den Umbau „brauchen wir als Stiftung Erträge, muss die Burg im Gespräch bleiben“. Erst danach sollen die Vorburg und die angrenzende, zur Stiftung gehörende Villa Schonebeck modernisiert werden.

Das „Bauen“ ist zugleich Kernthema des Jahresprogramms, über das Jörg Al-brecht informierte. Er kündigte unter dem Stichwort „Anbauen!“ ein temporäres Labor an, das sich um Bauen und Natur dreht und in ein Festival zum Thema „Natur am Bau“ münden wird. Außerdem ist „Anbauen!“, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW, Teil des Jubiläumsprogramms „100 Jahre Bauhaus “ – und bundesweit das einzige Projekt, so freute sich Albrecht, „das sich dem Bauhaus aus literarischer Perspektive nähert“.

Außerdem ist eine „literarische Denkfabrik“ geplant, bei der laut Albrecht 30 Teilnehmer über die Rolle von Kunst und die Verantwortung der Zivilgesellschaft angesichts globaler Migrationsbewegungen und neuer Mauern diskutieren. Ein „Archäologischer Park“ mit drei Performances zum Thema „Archäologie“ und das Droste-Festival zu Emanzipation, weiblichem Schreiben und feministischer Kunstpraxis runden die Reihe der Großprojekte ab. Für Letzteres, so verkündete Rüschoff-Parzinger, wurde die Staatsministerin für Kultur und Medien, Prof. Monika Grütters, als Schirmherrin gewonnen. Ihr Kommen für Juli hat sie schon zugesagt.

Weitere Neuerung: Erstmals können Interessierte eine Jahreskarte (Preis: 109 Euro) erwerben, die den Zugang zu allen Veranstaltungen des Literaturzentrums erlaubt.

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Die Jahreskarte ist im Ticket-Shop am Prinzipalmarkt in Münster und beim Ticketanbieter Reservix erhältlich.

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