Nobuyuki Tanaka entwickelt formschöne Skulpturen und zeigt sie im Museum für Lackkunst
Hohler Baumstumpf, praller Wassertropfen

Münster -

Nobuyuki Tanaka muss ein geduldiger Mensch sein. Der japanische Künstler arbeitet mit dem Lack des Urushi-Baumes – lange Trocknungszeiten inbegriffen. Den Trockenlack trägt er auf Hanfgewebe in bis zu zehn Schichten auf das von ihm gestaltete Model aus Styrodur auf. Am Ende löst er die Lackhaut mit Drahtschnur vom Model ab. Es entsteht eine stabile Mem-bran, die noch poliert werden muss, um jenen Glanz zu entwickeln, der den formschönen Skulpturen Tanakas zu Eigen ist. „Urformen. Primordial Memories“ ist der Titel seiner Ausstellung im Lackkunstmuseum Münster.

Freitag, 29.03.2019, 15:38 Uhr
„Floral Impression“ heißt diese Skulptur von Nobuyuki Tanaka. Auch sie besteht aus Trockenlack, in mehreren Schichten aufgetragen auf Hanfgewebe.
„Floral Impression“ heißt diese Skulptur von Nobuyuki Tanaka. Auch sie besteht aus Trockenlack, in mehreren Schichten aufgetragen auf Hanfgewebe. Foto: Tadasu Yamamoto

Dieses ist – neben dem Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern als Kooperationspartner – erst das zweite Museum in Europa, das Tanaka in einer Solo-Schau präsentiert, wie Direktorin Gudrun Bühl betont. 17 Arbeiten hat Kuratorin Beatrice Kromp für die Schau versammelt – so wenige wie selten bei einer Präsentation im Lackkunstmuseum, manche sind aber so raumgreifend, dass sie die eine Wand für sich alleine beanspruchen. Als „monumental, ergreifend und unglaublich leicht“ beschreibt sie Kromp. Tanaka, der das traditionelle Lackhandwerk erlernte, bevor er sich der freien Kunst zuwandte, orientiert sich an der Natur. So erinnert seine frei stehende Skulptur „Inner Side Ouder Side“ an einen Baumstumpf, ausgehöhlt durch ein Feuer, dessen letztes Glimmen zinnoberrot aus dem schwarzen Grund aufschimmert. Die Arbeit „Primordial Memories“ ist an die Kraft des Wassers angelehnt, ebenso „Orga“, ein praller Wassertropfen. Meisterlich, wie der Künstler den Lack, der meist der Oberflächenveredlung dient, in teils extremsten Wölbungen in die Dreidimensionalität überführt.

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31. März bis 30. Juni im Lackkunstmuseum, Windthorststraße. Di 12 - 20, Mi bis So 12 - 18 Uhr.

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