Böckstiegel-Museum zählt im ersten Jahr 30 000 Besucher
Das Haus in Werther macht sich

Werther/MünstER -

Vor einem Jahr wurde das Museum Peter August Böckstiegel in Werther am Teutoburger Wald eröffnet. Nach einem Jahr zählt das Haus bereits 30 000 Besucher. Eine Erfolgsgeschichte.

Mittwoch, 14.08.2019, 14:46 Uhr
Blick auf das neue Museum im Vordergrund. Im Hintergrund das Elternhaus des westfälischen Malers.
Blick auf das neue Museum im Vordergrund. Im Hintergrund das Elternhaus des westfälischen Malers. Foto: Johannes Loy

Wer ein schmackhaftes Karamellbonbon der Ortschaft Werther am Teutoburger Wald zuordnet, liegt durchaus richtig. In Werther befindet sich aber auch, und das ist für Kulturinteressierte wesentlich bedeutsamer, seit einem Jahr das Böckstiegel-Museum und erinnert an Leben und Werk des Künstlers und Malers Peter August Böckstiegel . Am 30. August lieg die Eröffnung ein Jahr zurück, und bereits jetzt hat das Haus die Marke von 30 000 Besuchern überschritten. Eine ansehnliche Bilanz, die auch die vom Westfälischen Museumsamt in Münster prognostizierte Zahl von 12 500 Besuchern im Jahr deutlich übertrifft. „Das ist mehr, als wir erhofft hatten, und mehr, als alle erwartet hatten“, unterstreicht Lilian Wohnhas. Sie ist im von dem Kunsthistoriker David Riedel geleiteten Museum für Kunstvermittlung und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Mit dem Neubau soll die Bedeutung des Malers und Bildhauers in Erinnerung gerufen werden, der in der Weimarer Republik mit zu den wichtigen Vertretern des späten Expressionismus zählte, so formuliert es die Peter-August-Böckstiegel-Stiftung, in der Prof. Dr. Erich Franz, früher stellvertretender Direktor des Westfälischen Landesmuseums in Münster, als stellvertretender Vorsitzender wesentliche Arbeit einbringt.

Der im Dorf Arrode, einem Ortsteil von Werther, geborene Böckstiegel gehörte der „Dresdner Sezession Gruppe 1919“ um Otto Dix und Conrad Felixmüller an. Museumsleiter David Riedel, vor einigen Jahren auch Volontär des Landesmuseums in Münster, verweist stets auf die Vielfalt des Böckstiegel-Werks. In den bislang gezeigten Ausstellungen zeigte sich: Böckstiegel, der immer wieder das Leben, die Umwelt und die zerfurchten Gesichter der Bauern malte und bis heute – vielleicht etwas despektierlich – mitunter als Bauernmaler bezeichnet wird, war ein Mann vielfältiger Interessen und schöpferischer Motive und damit ein herausragender Künstler über Westfalen hinaus: Sein Werk umfasst Selbstporträts, Aktdarstellungen aus Studienzeiten, dann grafische Arbeiten aus der Zeit des Ersten Weltkrieges, die Familie beim Feiern in den 1920er Jahren; immer wieder auch Stillleben mit Blumen und Früchten der Erde – und natürlich die westfälisch Landschaft am Teutoburger Wald rund um Arrode zwischen Aussaat und Ernte.

Das Museum (Kosten: rund 3,8 Millionen Euro) bietet auf 1200 Quadratmetern Raum für Wechselausstellungen und für Böckstiegels Nachlass. Neben 1300 eigenen Bildern und Skulpturen gehört dazu auch eine Kunstsammlung mit Werken von Ernst Barlach. Dass das neue Museum auch über Westfalen hinaus einen Namen hat, zeigte vor wenigen Tagen eine kleine Feierstunde für die 30 000. Besucherin. Karin Reuter war mit ihrem Mann aus Halle an der Saale angereist und war durch eine Böckstiegel-Ausstellung im thüringischen Apolda auf den westfälischen Maler aufmerksam geworden.

Peter August Böckstiegel: „Jugend und Alter“, um 1920, Öl auf Leinwand

Peter August Böckstiegel: „Jugend und Alter“, um 1920, Öl auf Leinwand Foto: Böckstiegel-Museum

Die aktuelle Ausstellung „Jugend und Alter – Der Mensch im Werk von Peter August Böckstiegel“ ist bis zum 15. September zu sehen. Vom 29. September an werden grafische Meisterblätter von Kirchner, Macke und Morgner aus der Sammlung des Westfälischen Landesmuseums in Münster zu sehen sein. Darunter sind auch vier Werke Böckstiegels. Ab Februar 2020 werden Werke von Käthe Kollwitz gezeigt.

Zum Thema

Geöffnet Mi bis So und an Feiertagen von 12-18 Uhr.  | www.museumpab.de

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6848860?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F
Pedelecfahrer von Auto erfasst und gestorben
Bei einem Verkehrsunfall auf der L 592 ist ein 79-jähriger Pedelecfahrer verstorben.
Nachrichten-Ticker