Valer Sabadus begeisterte im Bagno
Musik-Geschenke in höchster Lage

Steinfurt -

Was einst die Kastraten sangen, präsentieren heutzutage Countertenöre. Valer Sabadus gestaltete virtuose Barock-Arien in der Konzertgalerie.

Sonntag, 08.12.2019, 14:08 Uhr aktualisiert: 08.12.2019, 16:10 Uhr
Countertenor Valer Sabadus singt in Höhenlagen, die männliche Stimmen nur selten erreichen.
Countertenor Valer Sabadus singt in Höhenlagen, die männliche Stimmen nur selten erreichen. Foto: Martin Fahlbusch

Es ist Zeit für Geschenke – mag sich am Samstagabend „l’arte del mondo“, gewissermaßen das „Orchestra in residence“ der Bagno-Konzertgalerie, gedacht haben, als es den bemerkenswerten Countertenor Valer Sabadus in einem Exklusivkonzert vorstellte. Der 33-jährige, ungemein sympathische und exzellente Sänger mit rumänischen und deutschen Wurzeln begeisterte vollends.

Nun mögen die Arien der Barockzeit, die vornehmlich für die damals umjubelten Kastraten geschrieben wurden, für heutige Ohren und den optischen Eindruck eines so hoch singenden Mannes gewöhnungsbedürftig daherkommen. Heute paart sich eine trainierte Kopfstimme mit einer gehörigen Begabung und natürlich Probenhingabe, um in dieser stimmlichen Lage überzeugen und begeistern zu können. Valer Sabadus erreichte das regelrecht spielerisch mit angenehmen Klang, wohltuendem Timbre und regelrechtem Stimmcharakter. Da stolpern keine Koloraturen, die Höhen waren weich und trotzdem markant, die Verzierungen zeigten stupende Musikalität und kamen nie übertrieben daher.

 

Hellwaches Ensemble

Und der hinreißende Sänger konnte sich auf ein ungemein transparent und in vielen Arien  auch solistisch begleitendes und hellwaches neunköpfiges Musiker-Ensemble verlassen. Nicht zuletzt in den Variationen über Arcangelos Corellis „La Follia“ von Antonio Vivaldi sprühte und funkelte diese barocke Musik unter den Händen von „l’arte del mondo“ von regelrechtem Swing und lieferte Ahnungen von nahezu jazzigen Elementen. Auch die Programmauswahl zeigte viel Klugheit, weil sie den Bogen vor allem der Arien mit Musik von Komponisten schlug, die über hundert Jahre Zeit repräsentierten.

Natürlich geben diese Werke große Gefühlen wie Verzweiflung, Zerrissenheit und gar Todessehnsucht Raum, wurden trotzdem von Valer Sabadus nie übertrieben, aber immer überzeugend intoniert und gestaltet. In seiner engagierten und berückenden Musikalität schien er mitunter sich und das begleitende Orchester zu dirigieren. Eine Zugabe gehörte für das restlos begeisterte Publikum sozusagen zu dem musikalischen Geschenk selbstredend dazu.

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