Übler Scherz
Schwedische Akademie ermittelt zu falschem Nobelpreis-Anruf

Der irische Autor John Banville ist Opfer eines grausamen Scherzes geworden. Ein unbekannter Anrufer hatte ihm mitgeteilt, dass er den Literaturnobelpreis gewonnen hätte. Jetzt wurde eine Untersuchung eingeleitet.

Montag, 14.10.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 14.10.2019, 18:00 Uhr
John Banville hat ominöse Anrufe erhalten.
John Banville hat ominöse Anrufe erhalten. Foto: Henning Kaiser

Stockholm (dpa) - Wenige Tage nach der Doppel-Bekanntgabe der Literaturnobelpreisträger hat die Schwedische Akademie Untersuchungen zu einem möglichem Scherzanruf bei einem irischen Schriftsteller aufgenommen.

Man überprüfe, ob der Anruf wirklich aus dem eigenen Haus gekommen sei oder von jemanden von außerhalb getätigt wurde, teilte der Ständige Sekretär der Akademie, Mats Malm , am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Stockholm mit. «Das ist wirklich ein grausamer Scherz», schrieb er.

Der irische Autor John Banville war am Donnerstag nach eigenen Angaben kurz vor der Bekanntgabe der Preise für die Jahre 2018 und 2019 von einem Mann angerufen worden, der sich als Malm ausgegeben haben soll. In dem Telefonat sei ihm erzählt worden, er habe den Literaturnobelpreis gewonnen, sagte Banville am Wochenende der Zeitung «Irish Times».

Später habe der Mann noch einmal zurückgerufen und eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, wonach es in letzter Minute Meinungsverschiedenheiten in der Akademie gegeben habe, weshalb er den Preis doch nicht erhalte. Banville vermutete, der Anruf sei von einer Person getätigt worden, die Groll auf die Akademie hege.

Die Vergabe-Institution des Nobelpreises hatte sich im vergangenen Jahr in einer schweren Krise befunden, die von einem Skandal herrührte. Deshalb war die Preisvergabe 2018 ausgefallen. Sie wurde letztlich am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit der Bekanntgabe des diesjährigen Preisträgers nachgeholt.

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