«La Maison»
Eine Französin entdeckt das deutsche Bordell

Die Autorin Emma Becker hat eigene Erahrungen mit Prosititution gemacht. Davon berichtet sie nun mit Geschichten von «Zimmer zu Zimmer, von Mädchen zu Mädchen».

Dienstag, 06.10.2020, 14:46 Uhr aktualisiert: 06.10.2020, 14:48 Uhr

Berlin (dpa) - In Talkshows ist es ein Dauerbrenner: Sind Frauen, die als Prostituierte arbeiten, unterdrückt oder selbstbestimmt? Ist es ein selbst gewählter Job fast so wie jeder andere oder doch Ausbeutung?

Der französische Roman «La Maison» schildert die Welt der Prostituierten in Berlin als Faszinosum und auf literarische Weise. Die 1988 geborene Autorin Emma Becker verarbeitet darin ihre eigene Erfahrungen - laut Verlag hat sie zwei Jahre in jenem Berliner Bordell gearbeitet, das sie in dem Buch beschreibt, von «Zimmer zu Zimmer, von Mädchen zu Mädchen» erzählt sie darin Geschichten.

Sie hat einen Blick für Atmosphäre und Details - bis hin zu den Zetteln, die im Bordell hängen: «Kein Termin mit Carsten für Christina!» Die Autorin ist merklich davon fasziniert, dass in Deutschlands Rotlichtwelt so vieles erlaubt ist, anderes als in ihrer Heimat Frankreich. Ihre Haltung hat sie 2019 im Interview mit dem Sender Deutschlandfunk Kultur so beschrieben: «Überall wo Prostitution legal ist, ist es deutlich besser für die Mädchen.»

Ob das Buch in Deutschland ankommt wie in Frankreich, ist offen. Der Zeitpunkt könnte dagegen sprechen: Die Corona-Pandemie hat auch die Prostitution ausgebremst. Wer hat in Viruszeiten sonderlich Lust, sich literarisch mit Bordellen und käuflichem Sex zu befassen? Und ob man das Thema generell interessant findet - Ansichtssache.

- Emma Becker: La Maison. Rowohlt Verlag, 384 Seiten, 22,00 Euro, ISBN ISBN: 978-3-498-00690-7.

© dpa-infocom, dpa:201006-99-840951/2

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