Theater
40. Mülheimer Dramatikerpreis mit «Stücke»-Festival

Mülheim an der Ruhr (dpa) - Sieben Stücke mit überwiegend hochaktuellen Themen wie rechtsextreme Gewalt oder das Flüchtlingsdrama im Mittelmeer konkurrieren um den 40. Mülheimer Dramatikerpreis.

Dienstag, 03.03.2015, 15:22 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 03.03.2015, 15:18 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 03.03.2015, 15:22 Uhr

«Das Trendthema des Theaterjahres sind die Taten der Terrorzelle NSU », sagte der Sprecher des Auswahlgremiums, Tobias Becker , am Dienstag in Mülheim an der Ruhr . Es wäre problemlos möglich gewesen, das komplette Festival nur mit ihnen zu bestücken. Auf die Liste der Nominierten geschafft hat es «Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute» von Dirk Laucke in der Inszenierung des Schauspiels Stuttgart.

Mit in der Konkurrenz ist auch «Die Schutzbefohlenen» von Elfriede Jelinek über das Flüchtlingsdrama von Lampedusa. Die Literatur-Nobelpreisträgerin hat den Dramatikerpreis bereits viermal bekommen. In der Inszenierung des Hamburger Thalia Theaters stehen Schauspieler gemeinsam mit Flüchtlingen auf der Bühne.

Beim «Stücke»-Festival, bei dem vom 16. Mai an die sieben Ausgewählten gegeneinander antreten, wird auch die Groteske «Wunsch und Wunder» von Felicia Zeller (Saarländisches Staatstheater) über eine Kinderwunschpraxis zu sehen sein. Überzeugt haben die Jury auch «Die Unverheiratete» von Ewald Palmetshofer ( Burgtheater im Akademietheater Wien), Common Ground von Yael Ronen (Maxim Gorki Theater Berlin), «Homo Empathicus» von Rebekka Kricheldorf (Deutsches Theater Göttingen) und «Die lächerliche Finsternis» von Wolfram Lotz (Burgtheater).

Der mit 15 000 Euro dotierte Dramatikerpreis gilt als eine der renommiertesten Theaterauszeichnungen Deutschlands. Die Auswahljury sichtete laut Becker 98 Stücke. Daneben konkurrieren fünf Werke um den Kinderstücke-Preis und 10 000 Euro, unter anderem Sibylle Berg mit «Mein ziemlich seltsamer Freund Walter». Vom Consol Theater Gelsenkirchen in Szene gesetzt, geht es in dem Werk um Lisa, die mit Hilfe der Fantasiefigur Walter aus ihrer Einsamkeit flüchtet.

In vielen der nominierten Kinderstücke für Zuschauer zwischen sechs und zwölf Jahren müssten sich die Helden in fremden Welten behaupten und erlangten dadurch mehr Selbstbewusstsein, sagte der Regisseur Werner Mink, der in der Auswahljury sitzt.

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