Theater
Bühnenstück erinnert an Kabarettkönig Hüsch

Mainz (dpa) - Um einen toten Kabarettisten zurück auf die Bühne zu holen, braucht es etwas Mumm. Vor allem, wenn es sich dabei um Hanns Dieter Hüsch (1925-2005) handelt.

Samstag, 11.04.2015, 09:04 Uhr

Auch fast zehn Jahre nach seinem Tod erinnern sich viele Menschen noch an ihn - als lebenden Großmeister des literarischen Kabaretts. Kann das ein Schauspieler überhaupt leisten?

Jürgen Kessler , Direktor des Deutschen Kabarettarchivs in Mainz , wagt sich dennoch an die Aufgabe. Bald feiert sein Bühnenstück «Und sie bewegt dich noch!» in Hamburg Premiere - am 6. Mai. An diesem Tag wäre Hüsch 90 Jahre alt geworden. Danach wird es auch in anderen Städten zu sehen sein. Am diesem Montag (13. April) will Kessler in Mainz der Öffentlichkeit den genauen Ablauf vorstellen.

Wenn es jemandem gelingen kann, ein Stückchen von Hüschs Geist zurück auf die Bühne zu bringen, dann Kessler. Rund drei Jahrzehnte lang hat er ihn in seiner Karriere in unterschiedlichen Rollen begleitet - mal als Bühnentechniker, mal als Manager. «Ich dachte, zehn Jahre nach seinem Tod ist es Zeit, dass man ihm etwas widmet», sagt Kessler. So ist «Und sie bewegt dich noch!» entstanden. Der Titel lehnt an Hüschs ehemaliges Programm «Und sie bewegt mich doch!» an.

Der in Moers am Niederrhein geborene Kabarettist war im Dezember 2005 gestorben. Er galt als einer der produktivsten und wichtigsten Vertreter des literarischen Kabaretts in Deutschland. Bekannt wurde er mit hintersinnigen Wortspielen. Nachdem Hüsch Medizin, Theaterwissenschaften und Literaturgeschichte - allerdings nie zu Ende - in Gießen und Mainz studiert hatte, begann in den 40er Jahren seine Karriere. Im Jahr 1956 gründete er unter anderem in einem Mainzer Keller das Kabarettensemble «arche nova». In Mainz erinnert heute auch ein «Stern der Satire» an ihn.

Den Hüsch wird in dem Stück Holk Freytag spielen, ehemaliger Intendant der Bad Hersfelder Festspiele und ebenfalls Kenner des Kabarettisten. Jürgen Kessler schlüpft in die Rolle des Agenten und ist Dialogpartner. Es soll um Hüschs Leben gehen - aber nicht nur. «Im zweiten Teil des Stückes werde ich Hüsch berichten, was alles passiert ist, seit er nicht mehr lebt», verrät Kessler. «Und er wird dann die aktuellen Entwicklungen kommentieren.»

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