Violinvirtuose
Violinstar Daniel Hope lädt ein: «Journey to Mozart»

Daniel Hope spielt den Reiseführer und unternimmt mit dem Zürcher Kammerorchester eine Erkundungstour zu anderen Sternen im Universum Mozart: Gluck, Haydn, Mysliveček und Salomon.

Freitag, 23.02.2018, 15:02 Uhr

Violinvirtuose: Violinstar Daniel Hope lädt ein: «Journey to Mozart»
Foto: dpa

Berlin (dpa) - Das aktuelle Album von Meistergeiger Daniel Hope erkundet die musikalische, von der Wiener Klassik überstrahlte, Welt des 18. Jahrhunderts. «Journey to Mozart» stellt das Salzburger Genie in Beziehung zu Komponisten, die ihm persönlich bekannt waren oder deren Schaffen er schätzte.

Daniel Hope, Publikumsliebling und leidenschaftlicher Unterhalter, versteht sich ganz besonders auch als Musikvermittler. Er hat Benefizkonzerte für Inhaftierte gegeben, für Kinder und in Krankenhäusern. Hope spielte Musik, die im Konzentrationslager geschrieben wurde, gab Gedenkkonzerte für die Opfer des Holocaust und engagiert sich gegen Rassismus.

Für den in Südafrika geborenen Virtuosen ist auch «Journey to Mozart» eine Mission. Er will Dinge verdeutlichen, will probieren und demonstrieren. Und dabei ist Mozart für ihn «größte Inspiration und zugleich größtes 'Enigma'».» Mit dem von ihm seit 2016 geleiteten Zürcher Kammerorchester nähert er sich diesem Milieu dabei chronologisch.

Mit dem «Tanz der Furien» aus Glucks Oper «Orfeo ed Euridice» gibt es einen rasanten Einstand, der die Rachegöttinen förmlich aus ihren eisernen Betten scheucht. Mit seinen Ideen schreckte der Opernkomponist die Musikszene damals mächtig auf, ähnlich aneckend wie später Mozart.

Der Übergang zu Joseph Haydns großem G-Dur Konzert könnte dann nicht krasser sein, doch wird dieses edel und fein verzierte Werk dem sieben Jahre später entstandenen G-Dur Violinenkonzert Nr.3 von Mozart gegenübergestellt, das auch den Mittelpunkt des Albums bildet. Munter und verspielt ist es, was Hope brillant herauszustellen versteht und den Geiger Lobeshymnen ansetzen lässt: «Jedes Mal, wenn ich Mozart spiele, bin ich erneut vom Ausmaß des Talents überwältigt.»

Jenes Konzert des 24 Jahr älteren «Papa Haydn» sei ein Juwel, das von Mozart aber eine Offenbarung. Haydn bleibt auf dem Boden der Schönheit, Mozart hebt ab. Womit alles gesagt wäre.

Zwischen diesen beiden Sockelgestalten der klassischen Musik wurde das leicht melancholische Larghetto aus dem Violinkonzert in D-Dur von Josef Mysliveček platziert, einen der vielen Komponisten, die im Schatten Mozarts vergessen wurden, obwohl der Böhme zu Lebzeiten wesentlich gefragter war, als Österreichs Wunderknabe.

Die zarte Romanze für Geige und Streicher in D-Dur von Peter Salomon versucht dann schon einen Übergang zur Romantik. Hinreißend von Hope und dem ZKO dargeboten, funktioniert das Zusammenspiel der Zürcher mit dem Violinisten doch tadellos. Der Ausklang ist eine eher gesetzt gespielte Neubearbeitung des «Rondo alla turca» aus der A-Dur Sonate KV 331.

Für Daniel Hope, der sich «endlich bereit» für Mozart fühlte, ist die Einspielung eine «große Liebeserklärung an Mozart», für alle Liebhaber klassischer Musik ist es ein hörenswerter und erhellender Ausflug in die Vergangenheit.

Daniel Hope lädt auch zur Tour ein: 22.02. Braunschweig - Stadthalle, 23.02. Hannover - NDR Landesfunkhaus Niedersachsen, 24.02. Düsseldorf - Tonhalle, 25.02. Bielefeld - Rudolf-Oetker-Halle, 26.02. Berlin -Konzerthaus, 27.02. Hamburg - Elbphilharmonie, 20.07. Stolpe bei Anklam - Scheune des Gutshauses

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