Fernsehen
Partitur des Todes

Berlin (dpa) - Vor zwei Jahren lief im ZDF mit recht großem Erfolg die erste Verfilmung eines Kriminalromans von Jan Seghers. 6,07 Millionen Zuschauer (Marktanteil: 17,6 Prozent) wollten den Thriller «Die Braut im Schnee» mit Matthias Koeberlin als Frankfurter Kommissar Marthaler sehen.

Mittwoch, 08.01.2014, 14:01 Uhr

Marthaler (Matthias Koeberlin, l) und seine Kollegen Döring (Jürgen Tonkel, r) und Frantisek (Roman Knizka) Foto: Maria Krumwiede/ZDF
Marthaler (Matthias Koeberlin, l) und seine Kollegen Döring (Jürgen Tonkel, r) und Frantisek (Roman Knizka) Foto: Maria Krumwiede/ZDF Foto: dpa

Hinter dem Pseudonym Jan Seghers verbirgt sich der Autor Matthias Altenburg, dem der Debütfilm gefallen hatte, wie er der Deutschen Presse-Agentur damals sagte: «Das ist kein Film zum Bierholen, sondern zum dran bleiben.» Dies gilt auch für den zweiten, sehenswerten Marthaler-Krimi « Partitur des Todes», der an diesem Freitag um 20.15 Uhr bei Arte läuft.

Das Setting und der Plot sind ähnlich düster wie im ersten Fall: Auf einem Restaurantschiff auf dem Main werden fünf Gäste erschossen, kaltblütig und mit eiskalter Präzision. Der Besitzer des Schiffes springt ins Wasser, wird angeschossen, überlebt schwerverletzt. Eine ganz harte Nuss für Robert Marthaler und sein Team und politisch hoch brisant, weil unter den Opfern ein Staatssekretär war. Als die einzige Augenzeugin der Mordserie ebenfalls tot aufgefunden wird, stehen die Ermittler unter Hochdruck.

Eine atemlose, mit etlichen Zufällen gespickte Verbrecherjagd im Schatten der Bankentürme nimmt ihren Lauf. Und die Spur führt über eine bislang unbekannte Partitur des Opernkomponisten Jacques Offenbach, die aus dem KZ Auschwitz geschmuggelt werden konnte, tief hinein in die Verbrechen der deutschen Vergangenheit.

Insgesamt verströmt dieser asphaltgraue Frankfurt-Krimi einen fast altmodischen Charme. Hier wird noch ernsthaft ermittelt, gekämpft, gelitten und auch gefeiert. Ohne Ironie, ohne Comedy. Kalt leuchtet die Skyline der Bankenmetropole. Auch wenn die Logik manchmal auf der Strecke bleibt, funktioniert diese abgründige Geschichte bis zum spannenden Showdown.

Der Regisseur und Drehbuchautor Lancelot von Naso («Mein Mann, ein Mörder») konnte ein starke Truppe um sich versammeln. Der drahtige Matthias Koeberlin («Das Jesus-Video») ist als Robert Marthaler kein gestriegelter Hochglanzkommissar, sondern ein strubbeliger Gassenhund, der ganz in seinem Job aufgeht. Selbst wenn er neben seiner hübschen Freundin im Bett liegt, klingelt das Telefon, oder seine Kollegin Kirsten (Julia Jentsch) steht vor der Tür.

Unterstützt werden die beiden vom grantelnden Polizei-Routinier Döring (Jürgen Tonkel), dem trinkfreudigen Italo-Frankfurter Sabato (Claudio Caiolo) und dem smarten Jungspund Frantisek (Roman Knizka). Und ihr jovialer Chef (Peter Lerchbaumer) lässt seine Leute keine Sekunde im Regen stehen.

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