TV-Kritik
Tatort "Kopfgeld" - Selbstverliebt und inhaltsleer

Nachdem es Til Schweiger in seiner „Tatort“-Premierenfolge als Action-Heilsbringer Nick Tschiller im Alleingang mit einem Mädchenhändlerring aufnahm, musste diesmal ein Hamburger Drogenclan dran glauben. Das war auch schon alles, was sich änderte.

Sonntag, 09.03.2014, 16:03 Uhr

TV-Kritik : Tatort "Kopfgeld" - Selbstverliebt und inhaltsleer
Foto: dpa

Schweigers selbstverliebte Darstellung als überdimensional ­tougher, gesetzloser „Bulle gnadenlos“ und cooler Womanizer („Mich interessieren nur Arsch und Titten“) sucht im deutschen Fernsehen seinesgleichen.

Der Film verlor seine nur selten angedeutete Spannung aber allein schon deshalb, weil der Zuschauer wusste, dass Tschiller jede noch so lebensgefährliche Situation bravourös meistern würde.

Die Zutaten für ein inhaltsloses „Ein-Mann-gegen-alle“-Machwerk waren zudem stets gegeben: unnötige Schießereien, Schlägereien und Explosionen (Tschiller im Auto , im Knast, im Nachtclub, im Krankenbett etc.), zudem lächerlich-coole Sprüche („Die wollen Blut sehen? Dann zeigen wir ihnen Blut“) und die Gelegenheiten der Bösen, den Guten ausschalten zu können, es aber doch nicht zu tun.

Die emotionslos, wie in Zeitlupe agierende Luna Schweiger als Tschillers Tochter Lenny sowie Edita Malovcic als Staatsanwältin und Tschillers Betthäschen Hanna Lennerz (Alice Schwarzer wäre „stolz“) verliehen dem Action-Krimi zumindest unfreiwillige Komik. Wenigstens etwas Gutes!

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