Medien
Mona kriegt ein Baby

Mit nur 14 Jahren wird ein Mädchen schwanger. Im ARD-Film «Mona kriegt ein Baby» bringt die unerwartete Botschaft eine nicht ganz heile Familienwelt durcheinander.

Mittwoch, 02.04.2014, 15:04 Uhr

Judith (Barbara Auer) muntert ihre Tochter Mona (Stefanie Amarell) in einer schwierigen Situation auf. Foto: ARD Degeto/RBB/Britta Krehl
Judith (Barbara Auer) muntert ihre Tochter Mona (Stefanie Amarell) in einer schwierigen Situation auf. Foto: ARD Degeto/RBB/Britta Krehl Foto: dpa

Berlin (dpa) - Ben ist ein prügelnder Rebell. Cosima ist eine pubertierende Zicke. Aber Mona ist eigentlich ein braves Mädchen. Im Gegensatz zu ihren älteren Geschwistern ist die 14-Jährige regelrecht ein Engel. Sie lernt fleißig. Sie kuschelt gern mit ihren Stofftieren.

Ihre ständig streitenden Eltern sind heilfroh, dass sich das Nesthäkchen ganz nach ihren Vorstellungen entwickelt. Dann wird Mona schwanger. Der ARD-Spielfilm «Mona kriegt ein Baby» an diesem Freitag um 20.15 Uhr dreht sich um viel zu frühes Kinderglück.

Das erste Mal auf einer Party hat für Vorzeigetochter - Mona wird gespielt von Stephanie Amarell - Folgen. Die Teenager-Schwangerschaft stürzt die gutbürgerliche Familie Lessing in die Krise . Dabei lag schon vorher einiges im Argen. Mama Judith (Barbara Auer) ist unglücklich mit ihrer Hausfrauenrolle und will sich beruflich verwirklichen. Die Hilfestellungen von Papa Stefan (Dominic Raacke) stören dabei nur. Aber erst Monas Schwangerschaft stellt den Alltag der Familie richtig auf den Kopf.

Mona ist im vierten Monat, zu spät, um sich noch gegen das Kind zu entscheiden. «Das wär' nicht richtig gewesen, oder?», fragt sie denn auch ihre Eltern. Das Kind kommt also. Die 14-Jährige wird in der Schule und in sozialen Netzwerken gehänselt. Ihre Schwester Cosima (Hannah Valentin) sorgt sich um ihren Ruf. Bruder Ben (Johannes Gäde) prügelt sich mit dem künftigen Vater. Die spießige Schuldirektorin legt dem schwangeren Mädchen einen Schulwechsel nahe. Besonders peinlich, dass Gynäkologe Stefan in Monas Klasse Verhütung unterrichtet.

Und die Ehekrise der Eltern wird auch nicht einfacher. Irgendwann wird es Mona zu viel. Kurz entschlossen packt sie ihre Sachen und zieht zum Erzeuger Roman (Enno Trebs). Der 17-Jährige ist nicht einmal ihr fester Freund und macht ihr bald klar, dass er weder für sie noch für das Kind sorgen kann. Familie Lessing erkennt, dass sie Mona nur helfen kann, wenn alle zusammenhalten und hinter ihr stehen.

In Kinofilmen wie «Das Sams» und «Herr Bello» hat Regisseur Ben Verbong bereits ein Händchen mit Geschichten rund um Jugend und Familie bewiesen. Mit einem Schuss Humor und ganz ohne erhobenen Zeigefinger zeigt er alle Höhen und Tiefen einer Schwangerschaft - von der Übelkeit über Fressattacken auf Essiggurken bis hin zum Kauf von Babyschühchen. Dominic Raacke, vor kurzem als Berliner «Tatort»-Kommissar ausgeschieden, überzeugt dabei als herzensguter Vater. Der Schauspieler will vorerst keine Krimis mehr drehen. Am kommenden Montag (7. April) ist er in der ZDF-Liebeskomödie «Das Glück der Anderen» zu sehen.

Stephanie Amarell («Das weiße Band») berührt in der Rolle der feinfühligen Mona. Fast unglaubwürdig besonnen für ihr Alter geht das Mädchen mit ihrer Schwangerschaft um. Trotz gelegentlichem Griff in die Klischeekiste und manch einfach gestrickter Nebenrolle erzählt «Mona kriegt ein Baby» mit viel Gefühl von einer liebenswürdigen Familie, die sich zusammenraufen muss. Die Teenie-Schwangerschaft entwickelt sich über unterhaltsame 87 Minuten vom Problem zur Herausforderung - und schließlich zum Glück.

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