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Das Glück der Anderen

Berlin (dpa) - Ellen ist eine Single-Frau in der Großstadt, hat eine Katze in der Wohnung und ist süchtig nach Tabletten und Schuhen - ein Griff in die Klischeekiste. Aber der ZDF-Montagsfilm «Das Glück der Anderen» (7. April, 20.15 Uhr) wird seine Liebhaber finden.

Donnerstag, 03.04.2014, 14:04 Uhr

Standesbeamtin Ellen (Veronica Ferres) und ihr Therapeut Christian (Dominic Raacke) kommen sich näher. Foto: ZDF/Erika Hauri
Standesbeamtin Ellen (Veronica Ferres) und ihr Therapeut Christian (Dominic Raacke) kommen sich näher. Foto: ZDF/Erika Hauri Foto: dpa

Das liegt an der Besetzung. Für Veronica Ferres (48) ist es eine Komödien-Rolle, die an ihre frühen Erfolge wie «Das Superweib» erinnert. Ihr Therapeut und Liebhaber im Film ist Dominic Raacke (55), der kürzlich das letzte Mal als «Tatort»-Kommissar zu sehen war.

Produziert hat den ZDF-Film Markus Trebitsch, der mit Ferres «Neger, Neger, Schornsteinfeger» drehte. Regie führt Claudia Garde, die gerade mit dem MDR-«Tatort» einen Quotenerfolg verbuchte. «Das Glück der Anderen» folgt den Mustern einer romantischen Komödie. Chaotische Frau verliebt sich in den falschen Mann, der schon vergeben ist. Dann ein bisschen Drama, dann Happy End.

Veronica Ferres spielt eine Standesbeamtin, die in ihrem Job anderen beim Glück zusieht. Um ihre Schuh-Kaufsucht zu finanzieren, geht Ellen mit Perücke in Juwelier-Läden auf Raubzüge. Das geht schief. Zur Strafe muss sie eine Therapie machen und findet sich im Stuhlkreis bei Christian (Raacke) wieder.

Den Spaßvogel-Part hat Antoine Monot Jr., der «Tech-Nick» aus der Fernsehwerbung, der bald in «Ein Fall für zwei» zu sehen ist. Als Felix ist er nach Bohrmaschinen süchtig und schwärmt für die unerreichbare Ellen. Die sammelt Igel-Figuren und spricht mit ihnen. Therapeut Christian verliebt sich trotzdem. Oder deswegen.

Raacke dachte am Anfang: «Wie geht denn das: Wie kann man sich in so eine Frau verlieben? Aber wenn sie so toll, anspruchsvoll und perfekt wäre, würde das niemanden interessieren.» So funktioniere auch Liebe manchmal. «Es spricht eigentlich alles dagegen - und trotzdem verliebst du dich.» Ferres fühlt sich wohl mit der Rolle. «Meine Agentin hatte Recht, als sie sagte, ich solle wieder öfter in Komödien spielen. Und das mache ich jetzt auch.»

Ferres und Raacke kennen sich aus ihren Anfangszeiten im Filmgeschäft, etwa aus «Der Papagei» mit Harald Juhnke. Während sich die Stoffe in deutschen Fernsehkomödien seit den 90er Jahren wenig entwickelt haben, sind die Sehgewohnheiten anders als früher. Nicht nur beim «Tatort» tippen die Zuschauer vor dem Fernseher ihre Kommentare bei Twitter ins Handy.

Ferres sieht darin Fluch und Segen. Sie ist selbst bei Twitter aktiv und lässt die Zuschauer an ihren Gedanken teilhaben. «Ich werde auch bei diesem Film live twittern und freue mich schon drauf. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch aufpassen, dass wir nicht eine Kultur der Flüchtigkeit etablieren. Es ist schon sehr wichtig, sich auch mal auf eine Sache zu konzentrieren und nicht immer alles übereinanderzulagern.»

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