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«Zorn - Tod und Regen»: Schön schräger Krimi

Berlin (dpa) - Von beidem gibt es mehr als genug: Sieben (oft schaurig hingemeuchelte) Leichen zählt der aufmerksame Zuschauer, und regnen tut es fast ohne Unterlass.

Donnerstag, 08.05.2014, 09:05 Uhr

Überhaupt ist es im ARD-Krimi « Zorn - Tod und Regen» an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) ziemlich düster, und in Halle/Saale scheint es viele finstere Ecken zu geben. Jedenfalls werden sie von Regisseur Mark Schlichter und Kameramann Benedict Neuenfels ausführlich in Szene gesetzt, was auch für das seltsam anmutende Ermittlerpaar gilt: Hauptkommissar Zorn ( Misel Maticevic ) und sein Kollege Schröder (Axel Radisch) passen kongenial zusammen.

Vornamen tun da nichts zur Sache - der bärtige Zorn wirkt nicht nur faul, schmuddelig und unmotiviert, sondern trinkt schon mal eine Flasche Bier zum Frühstück. Schröder ist dick, macht daraus aber keinen Hehl und geht mit viel Warmherzigkeit und fast schon beängstigender Freude an seine Arbeit. Er ist Zorn, der ihn für eher einfältig hält, immer eine Spur voraus in einem Fall, in dem es erstmal eine große Blutlache, aber keine Leiche , gibt und sich der Staatsanwalt (Anian Zollner) als Bösewicht entpuppt.

Während Hannah Saborowski (Katrin Bauerfeind), die Sekretärin des Staatsanwalts, Herrn Zorn eindeutige Avancen macht, ist der vielmehr von der geheimnisvollen Malina (Katharina Nesytowa) fasziniert, der er mehrfach im Fahrstuhl seines Hochhauses begegnet, was ebenso trostlos ist wie das abbruchreife Büro der beiden Ermittler. Das lakonische Zusammenspiel der beiden Schauspieler macht richtig Spaß - was auch daran liegen könnte, dass Stephan Ludwig, der Autor der Zorn-Romane, gleichzeitig der Co-Autor des Drehbuchs ist.

Seine Hauptfigur ist zynisch, einsam, hat einen Bauchansatz, keinerlei Kondition, dafür aber Höhenangst. Also ideale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Kommissar? «Das weiß ich nicht, ob ein Mensch und damit eine Figur sich glaubhaft stets nur mit einer Gemütslage durch das Leben bewegen kann. Es geht ja nicht nur um den Kommissar, sondern auch um den Menschen dahinter. Und es ist ja nicht so, dass jeder Kommissar oder Mensch eine Frohnatur ist und immer mit guter Laune durchs Leben geht», sagte Misel Maticevic (43) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Wieso ist der Job eines Kommissars so beliebt bei Schauspielern und Zuschauern? «Möglicherweise sind das Überbleibsel unserer Kindheit. Wollten wir nicht fast alle immer Räuber und Gendarm spielen? Das war immer spannend, es hatte was «Gefährliches», und es ging ums Jagen und Gejagtwerden. Und als erwachsenere Menschen schauen wir dann gerne solchen Handlungen zu, weil wir zu alt sind, um das Spiel zu spielen.», meint er dazu.

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