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Glee

Berlin (dpa) - Es gibt sie, diese Traumpaare aus der heilen Fernsehwelt, die auch im echten Leben zusammenfinden.

Donnerstag, 19.06.2014, 15:06 Uhr

Corty Monteith 2011 in Westwood bei der Premiere des «Glee»-Konzertfilms. Foto: MIke Nelson
Corty Monteith 2011 in Westwood bei der Premiere des «Glee»-Konzertfilms. Foto: MIke Nelson Foto: dpa

Das kann mit Hochzeitsplänen enden wie bei Mila Kunis und Ashton Kutcher aus der Sitcom «Die wilden Siebziger». Oder man trifft sich heimlich und geht irgendwann friedlich auseinander wie die « The Big Bang Theory »-Stars Kaley Cuoco und Johnny Galecki. Manchmal endet eine Beziehung unter Schauspielern aber in einer schrecklichen Tragödie. So war es bei  Cory Monteith und Lea Michele aus der US-Musicalserie «Glee», die am Samstag um 18 Uhr auf Viva  in die neue Staffel geht. 

Monteith starb vor knapp einem Jahr an einem tödlichen Mix aus Drogen und Alkohol. Man fand ihn in einem Hotel in Vancouver. «Ein höchst tragischer Unfall», steht im Bericht der Gerichtsmediziner. Der 31-Jährige hatte mehrmals offen über seine Sucht gesprochen. Dennoch kam sein Tod völlig unerwartet. Lea Michele, mit der er vor der Kamera, aber auch nach Drehschluss liiert war, sagte später über ihn: «Er war etwas ganz Besonderes für mich und auch für die Welt. Und wir hatten Glück, sein unglaubliches Talent, sein hübsches Lächeln und sein schönes, schönes Herz zu erleben.»

Diese vierte Staffel der Musical-Serie, in der gesungen, getanzt und gelitten wird, ist die letzte mit Monteith. Seine Figur Finn Hudson war immer der sanfte Riese in der höchst sympathischen kunterbunten Loser-Truppe an der William McKinley High School in Lima, Ohio. Die einstigen Aussätzigen sind in der Serie längst zu Stars geworden.

Rückblende: Vor Jahren gründete Spanischlehrer Will Schuester (Matthew Morrison) an seiner Schule einen Glee Club. Das ist eine US-Institution, die mit Schulchor nur unzureichend übersetzt ist. Glee Clubs stellen auch eine richtige Bühnenshow auf die Beine. Bis die Serie «Glee» entstand, galt sowas in Amerika als extrem uncool.

Jahrelang machten «Glee»-Fans mit ihren Anti-Helden Dutzende heftige Krisen durch. Sie mussten zusehen, wie den Außenseitern aus dem Club - seien sie dick, querschnittsgelähmt oder dumpfbackig - von fiesen Mitschülern immer wieder Becher mit Softdrinks ins Gesicht geschüttet wurden. Sahen, wie sie immer wieder Wettbewerbe verloren.

Während der Erfolg immer größer wird, bleiben doch die privaten Probleme. Da ist Lehrer Schuester, der sich von seiner tyrannischen Ehefrau befreit, sich aber lange Zeit nicht an seine ebenso bezaubernde wie verhaltensgestörte Kollegin Emma (Jayma Mays) herantraut. Da ist der schwule Schüler Curt (Chris Colfer), der seine Ängste hinter immer neuen Paradiesvogel-Kostümen verbirgt und keinen Draht zu seinem raubeinigen Vater findet. Streberin Rachel Berry (Lea Michele) - lieb, aber von Ehrgeiz zerfressen. Ob ungewollte Schwangerschaft, ungeplantes Coming-Out, Teenager ohne Väter, Schulversagen oder Behinderung - viele heiße Eisen hat «Glee» gestreift. Das mag dazu beigetragen haben, dass Glee-Chöre in den USA einen Boom erleben.

Doch all die Teenie-Krisen bricht «Glee» immer wieder mit teilweise tiefschwarzen, politisch-unkorrekten Gags, einem lustigen Hick-Hack des Chors mit der intriganten Sportlehrerin Susan «Sue» Sylvester und vor allem: mit Musik. Auch wenn kritische Geister vielleicht Fragen stellen, wie eine bettelarme Loser-Schule das Geld für so viele Showkostüme herbekommt - die Auftritte der Truppe sind immer klasse. Unvergesslich ist das Finale der ersten Staffel, bei der Quinn Fabray (Dianna Agron) ihr Kind bekommt, während auf der Bühne perfekt choreographiert dazu das Queen-Cover «Bohemian Rhapsody» läuft. Das «Let Me Go» aus dem Kreißsaal stimmt in den Chor ein.

In der vierten Staffel besucht Rachel nun die Tanzschule NYADA. Ihre Lehrerin nimmt die Neulinge hart ran und beleidigt sie in einer Tour. Außerdem plagt den einstigen Star des Schulchors New Directions das Heimweh und die Sehnsucht nach Finn, mit dem sie nun eine Fernbeziehung führt. Die «Glee»-Produzenten haben sich dagegen entschieden, Finn wie seinen Darsteller an einer Überdosis sterben zu lassen. «Wir haben das in Betracht gezogen», so Serienschöpfer Ryan Murphy. «Aber wir haben entschieden, ihn so nicht ausscheiden zu lassen.» Monteiths Tod soll dennoch in der Serie verarbeitet werden.

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