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«Drei Engel für Dresden» - Neuer «Tatort» mit Frauenpower

Dresden (dpa) - An seinem Sächsisch muss Martin Brambach noch feilen. «Da muss ich mich wieder reinhören», gestand der Schauspieler («Barfuß bis zum Hals») am Donnerstag. Für den neuen Sachsen-«Tatort» aus Dresden übernimmt er die Rolle des Kommissariatsleiters.

Donnerstag, 11.09.2014, 17:09 Uhr

Dabei ist der Dialekt dem 47-Jährigen nicht fremd: Er wurde in Dresden geboren und wuchs an der Elbe auf. Im Alter von sechs Jahren zog Brambach nach Berlin - und wurde an der Schule wegen seines Dialekts gehänselt. «Ich habe mir Mühe gegeben, das abzustellen.»

Ob er sein Sächsisch für die neue Rolle im « Tatort » braucht, steht noch nicht fest. «Vielleicht werden mal Kleinigkeiten eingestreut, aber dass es eine richtig sächsische Figur wird, glaube ich nicht», erklärte Brambach. Die Dreharbeiten in seiner alten Heimat seien für ihn etwas ganz Besonderes und die «Rückkehr zu seinen Wurzeln».

Neben Brambach sind Alwara Höfels, Jella Haase und Karin Hanczewski im Team. Zum ersten Mal in der Geschichte der ARD-Krimireihe «Tatort» ermittelt unter dem Titel «Drei Engel für Dresden» ein reines Frauenteam. «Freude in jeder Pore», so beschrieb Höfels ihre Gefühle. Es sei eine große Ehre und eine Herausforderung, eine Rolle als «Tatort»-Kommissarin zu übernehmen. Die jüngste im Bund, die 21-jährige Haase, ist zunächst nur für die erste Folge gesetzt.

«Drei Engel für Dresden» - das sind laut Autor Ralf Husmann moderne, selbstständige Frauen, die sich nicht nur mit schwierigen Fällen, sondern auch mit einem schwierigen Alltag herumschlagen: Alleinerziehend die eine, mit einem großen Kinderwunsch die andere. Humor spiele eine wesentliche Rolle, erklärte Husmann. Mit dem Metier kennt sich der Autor aus: Husmann schrieb unter anderem für Comedy-Produktionen wie «Die Harald Schmidt Show» oder «Stromberg». Mit dem Dreh des neuen Dresden-«Tatorts» ist die Wiedemann & Berg Television GmbH & Co. KG beauftragt.

Bis Ende Juni waren bei der Online-Ausschreibung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) 35 Bewerbungen eingegangen. Auch Chemnitz, Görlitz und Leipzig hatten Vorschläge eingereicht. «Letztlich hat das Gesamtkonzept den Ausschlag gegeben und nicht die Stadt», betonte MDR-Fernsehfilmchefin Jana Brandt.

Dennoch herrschte nach der Vergabe vielerorts Enttäuschung. Chemnitz hatte in einer Online-Petition «Tatort nach Chemnitz!» mehr als 3800 Unterschriften gesammelt. «Die Entscheidung für Chemnitz wäre toll gewesen», sagte Initiator Joerg Fieback. Auch Görlitz hatte sich wegen seiner Lage im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland Hoffnungen gemacht. Auf Facebook hatte sich die Gruppe «Tatort nach Görlitz» gegründet und knapp 2000 Unterstützer gefunden.

Mit der Entscheidung für Dresden kehrt der «Tatort» an die Elbe zurück: Bis 1999 ermittelten Peter Sodann und Bernd Michael Lade als Kommissare Ehrlicher und Kain in der sächsischen Landeshauptstadt, bevor sie nach Leipzig wechselten.

Seit 2008 ermittelten dann Simone Thomalla und Martin Wuttke in Leipzig, mussten jedoch ihren Dienst quittieren. Derzeit wird die letzte Folge in Leipzig gedreht. Die Folgen des neuen Sachsen-«Tatorts» sollen von 2016 an ausgestrahlt werden - jeweils zwei Filme pro Jahr. Die Dreharbeiten sollen im nächsten Jahr beginnen, ein genauer Termin steht noch nicht fest.

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