Medien
Starkes «Tatort»-Finale für Boris Aljinovic

Berlin (dpa) - Wenn Schluss ist, dann richtig: Dominic Raacke (55) alias Till Ritter wollte keine große Abschiedsnummer beim Berliner «Tatort». Sein Kollege Boris Aljinovic (47) bekommt zum Finale ein Solo.

Mittwoch, 12.11.2014, 15:11 Uhr

Nach 13 Jahren löst er am 16. November seinen letzten Fall. In «Vielleicht» ist Kommissar Felix Stark Chef einer Mordkommission und hat ein Team von jungen Leuten um sich. Es geht um unheimliche Vorahnungen: Eine Norwegerin glaubt, dass eine Studentin ermordet wird - und es passiert tatsächlich.

Sowohl der RBB als auch die Schauspieler hatten gesagt, dass das Ende für Ritter & Stark einvernehmlich war. Einen letzten gemeinsamen Dreh wollte Raacke dann aber nicht mehr, Aljinovic war bei seiner Abschiedsvorstellung in einem Berliner Kino allein. Nachfolger beim RBB werden Mark Waschke (42) und Meret Becker (45), die gerade ihren ersten Fall drehen. Künftig soll die Stadt Berlin eine größere Rolle spielen.

Aljinovic gab sich bei der Preview zum « Tatort » gelassen. Zum Boom des Formats sagte er: «Da bin ich jetzt raus.» Er räumte aber ein, dass er künftig die «Kohle» für seinen Einsatz bei dem ARD-Dauerbrenner ein bisschen vermissen wird. Mit seinem letzten «Tatort» ist er glücklich.

Regisseur und Autor Klaus Krämer beschert Kommissar Stark ein fulminantes Finale, das in der letzten Szene wahrscheinlich bei Twitter einen Sturm auslösen wird. Eine schöne Idee des Films: Aljinovic darf sein Talent als Comiczeichner zeigen. «Vor der Zeichnung hatte ich Lampenfieber», sagt er.

Die Geschichte ist ganz beim Kommissar. Der hört sich zu Beginn im Morddezernat gemeinsam mit seinen jungen Kollegen an, was die Norwegerin Trude zu sagen hat: Sie träumt immer wieder, dass die Architekturstudentin Lisa von einem Mann mit Latzhose umgebracht wird.

Als Lisa wenige Wochen später ermordet in ihrem Bett liegt, ist der Kommissar schockiert. Hätte er das verhindern können? Er nimmt Trudes hellseherische Fähigkeiten ernst und zeichnet ihre Visionen. Der Polizeipsychologe Robert Meinhardt (toll: Fabian Busch) steht vor einem Rätsel. Aber auch er glaubt Trude.

An Fahrt gewinnt die Story, als Kommissar Stark selbst in Trudes Träumen auftaucht. Das Drehbuch hat einige nette kleine Gags. Die Ausnahme sind gekünstelte Sätze wie «Sie kommen des Mordes wegen»: Welche junge Frau spricht so, wenn die Polizei vor der Tür steht?

Unwichtig ist, wer der Mörder ist. Hauptfigur ist neben dem Kommissar die Norwegerin, gespielt von der Neu-Berlinerin Lise Risom Olsen, die einen charmanten Akzent hat. Nach ihrem Fernsehdebüt in Deutschland hofft sie auf weitere spannende Rollen. Figuren wie Trude sind eine Bereicherung für deutsche Drehbücher. Sie spiegeln auch Berliner Wirklichkeit: Die Stadt ist internationaler geworden.

Für Boris Aljinovic wird das Theater künftig die Regelmäßigkeit des «Tatorts» ersetzen, wie er in den Produktionsnotizen sagt. Außerdem spricht er Hörbücher und Hörspiele ein. «Und irgendwo wartet auch schon eine Kamera. Mal sehen. Schade, dass ich Trude nicht fragen kann.»

Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2878011?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F197%2F201%2F1819674%2F2554251%2F4840833%2F
Gute Position Münsters im Städtereport
Die Ludgeristraße ist gemeinsam mit dem Prinzipalmarkt die am stärksten frequentierte Einkaufsstraße in Münsters Innenstadt.
Nachrichten-Ticker