Matthias Kelle stammt aus Münster, spielt Theater in Bochum und ist einer der Darsteller in „Die drei Federn“
Ausflug ins Märchenfach

Gebhard ist der mittlere der drei Fürstensöhne. Er geht seinem cleveren älteren Bruder Gerhard stets auf den Leim, wenn dieser – zu seinen Gunsten – mit Gebhard eine Allianz gegen den jüngeren Bruder Gustav schmiedet. Der Hellste ist Gebhard nicht. Faul, verfressen und ein bisschen tumb ist er. „Ihn zu spielen, fand ich spannend“, sagt der in Münster geborene Matthias Kelle, der an Weihnachten in der ARD-Verfilmung des Märchens „Die drei Federn“ als Gebhard zu sehen ist.

Freitag, 26.12.2014, 16:12 Uhr

Matthias Kelle (vorne, Mitte)  als tumber Gebhard in der Verfilmung von „Die Drei Federn“. Fürst Gundolf (Sky du Mont, hinten, 2. v. r. hinten) und sein Berater Julius (Michael Schönborn, hinten, 2. v. l.) halten für die drei Söhne des Fürsten ein paar hübsche Aufgaben bereit.
Matthias Kelle (vorne, Mitte)  als tumber Gebhard in der Verfilmung von „Die Drei Federn“. Fürst Gundolf (Sky du Mont, hinten, 2. v. r. hinten) und sein Berater Julius (Michael Schönborn, hinten, 2. v. l.) halten für die drei Söhne des Fürsten ein paar hübsche Aufgaben bereit. Foto: ARD

Matthias Kelle , Jahrgang 1982, ist Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum . Als Münsteraner geht er nicht wirklich durch. „Meinen ersten Geburtstag habe ich schon nicht mehr in Münster gefeiert.“ Aber Onkel und Tante sowie ein guter Freund, der in Münster studiert, sorgen dafür, dass Matthias Kelle noch häufig nach Münster kommt. Aufgewachsen ist der 32-Jährige – seine Eltern führen seit Jahrzehnten eine Fernbeziehung – zwischen Detmold und Berlin. Seine Mutter ist Psychologin und lebt in Ostwestfalen, sein Vater wiederum hat vor 30 Jahren in Berlin das Jugendtheater Strahl aufgebaut und leitet es bis heute.

Schon früh erlebte Kelle, was es heißt, Schauspieler zu sein. „Man ist viel unterwegs und bekommt wenig Geld.“ Obwohl der väterliche Beruf sehr prägend war, und obwohl ihm erste Auftritte in Schul-Theater-AGs zeigten, wo sein Talent liegt, zog es Matthias Kelle vor, „einen anderen Beruf anzustreben, bei dem man weniger Herzschmerz erleiden muss“.

Matthias Kelle ging nach Berlin, studierte Geschichte und Theaterwissenschaften. Und trug ständig das Gefühl mit sich herum, doch noch wissen zu müssen, ob er für die Bühne taugt. Also bewarb er sich an Schauspielschulen in Leipzig, Berlin und – München.

Obwohl er wenig Lust auf ein Vorsprechen in der bayrischen Landeshauptstadt verspürte und er schon kneifen wollte, als auch noch der Flieger ausfiel, folgte er dem väterlichen Rat („Du wirst es sonst bereuen“). Er nahm den Zug, traf übermüdet kurz vor dem Termin an der Otto-Falkenberg-Schule in München ein. Und „dann habe ich das Vorsprechen nach fünf Sätzen abgebrochen“, erzählt Kelle. „Das hat keinen Zweck“, war damals sein Eindruck. Weshalb er es auch versäumte, nach dem Ergebnis zu fragen. Erst als die Schule ihn um die nötigen Papiere bat, schwante ihm, dass er falsch lag.

Nach Abschluss der Ausbildung 2009 schaffte Kelle – zunächst als Gast, dann als festes Ensemblemitglied – den Sprung ans Staatstheater Stuttgart . Fünf Jahre blieb er dort, danach wechselte er nach Bochum ans Schauspielhaus.

Sehr zur Freude der Familie: Für seine Mutter, für Onkel und Tanten und die Großmutter aus Lage ist die Anreise weniger weit, wenn sie ihn mal auf der Bühne sehen wollen. Aktuell etwa als Werbefachmann Dr. Fritz Hagedorn in Kästners „Drei Männer im Schnee“ oder als Merkur in Kleists „Amphitrion“. Doch auch Matthias Kelle ist froh, der Heimat wieder näher zu sein. „Hier weiß ich, wie die Leute ticken. In München habe ich mit den Menschen schon sehr gefremdelt.“

Was die Dreharbeiten zu „Die drei Federn“ angeht, kann von Fremdeln keine Rede sein. Kelle schwärmt von populären Kollegen wie Sky du Mont als ältlicher Fürst („ohne Dünkel“) und Michael Schönborn als fürstlicher Berater („ein Komiker“). Gedreht wurde auf Schloss Mitwitz bei Coburg und in der Nähe von Würzburg. Am zweiten Weihnachtstag, wenn die Neuverfilmung Premiere hat, wird Kelle mit Freunden vor dem Fernseher sitzen. „Dann gibt es ein ,Private Public Viewing’.“

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„Die drei Federn“, am 26. Dezember, 14.15 Uhr in der ARD

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