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Alarm für Cobra 11 (Jubiläum)

Wären die Ermittler von «Alarm für Cobra 11» echte Polizisten, sie hätten längst die Marke abgeben müssen. Ständig explodiert bei ihnen etwas! Im Fernsehen funktionieren die Autobahn-Sheriffs aber bestens - seit 20 Jahren. Zum Jubiläum gibts einen neuen Ermittler.

Donnerstag, 07.04.2016, 00:04 Uhr

Die Schauspieler Erdogan Atalay (l - als Semir Gerkhan) und Daniel Roesner (als Paul Renner).
Die Schauspieler Erdogan Atalay (l - als Semir Gerkhan) und Daniel Roesner (als Paul Renner). Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa) - Paul Renners Job steht unter keinem guten Stern. Was den ehemaligen Partnern von Semir Gerkhan nicht schon alles passiert ist. Eine wurde mal von einer Harpune getroffen, ein anderer verlor seine Frau durch eine Autobombe, die eigentlich für ihn bestimmt war.

Paul Renner scheint das aber alles nicht zu jucken. So wie ihn augenscheinlich insgesamt wenig juckt, auch nicht der russische Geheimdienst oder scharfe Panzerfäuste. Zum Jubiläum von «Alarm für Cobra 11» heißt es daher mal wieder: Autobahnpolizist Semir Gerkhan hat einen neuen Partner.

Daniel Roesner - der den Neuling Paul Renner spielt - tritt damit in eine der wohl bestgeölten Serien des deutschen Fernsehens ein. Es ist vielleicht nicht jedem bewusst, aber «Alarm für Cobra 11» gehört mittlerweile zu den TV-Klassikern der Bundesrepublik. Seit 1996 werden auf RTL Autos geschrottet, aberwitzige Verfolgungsjagden unternommen und ständig irgendetwas in die Luft gejagt. An diesem Donnerstag (20.15 Uhr) strahlt RTL die 300. Folge aus - in Spielfilmlänge und mit neu formiertem Ermittlerteam.

Wobei die eine Hälfte des draufgängerischen Autobahn-Duos die große Konstante bei der «Cobra» bleibt. Erdogan Atalay ist in seiner Rolle als Semir Gerkhan zum Gesicht der Action-Serie geworden, die für RTL von Beginn an ein Erfolg war.

In der Jubiläumsfolge ist Semir wieder der Fixpunkt. Denn ganz so unbeschadet hat er die ganzen Crashs dann doch nicht weggesteckt. Ein Metallsplitter steckt in seinem Kopf. Kommt der Kreislauf zu sehr in Wallung, kann das tödlich enden. Das Überbleibsel aus 20 Jahren Polizeidienst hält ihn aber nicht davon ab, mit seinem neuen Partner Jagd auf einen Schurken zu machen, der gleich die ganze Welt bedroht.

Was die Jubiläumsfolge exemplarisch zeigt: «Alarm für Cobra 11» nimmt sich selbst nicht immer bierernst, was vielleicht Teil des Erfolgs ist. Die Serie spielt in einer Welt, in der man heute schon vergessen hat, dass man gestern noch mit einer Panzerfaust beschossen wurde. In einer Welt, die irgendwie nach Hollywood aussieht, dabei aber sehr deutsch bleibt - etwa wenn der durchgeknallte Internet-Mogul aus Köln-Porz statt aus dem Silicon Valley kommt.

Der Neue im Team, Daniel Roesner, bekam die Rolle, nachdem er unter anderem seine Vorzüge bei voller Fahrt mit «Powerslides» vorstellen musste, wie er erzählt. Natürlich ohne dabei auch nur ansatzweise aus der Ruhe zu kommen. «Ich wollte immer schon in Deutschland diese Art von Action-Schauspiel machen», sagt er im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Das Problem: Dieses Genre gibt es in Deutschland quasi nicht. Hier wird es eher belächelt».

Dass manche auch über die «Cobra» lächeln, weiß auch Atalay. Er nimmt für die Serie aber in Anspruch, dass sie sehr dazu gelernt habe. «Das, was wir heute machen, hat nichts mehr mit dem zu tun, was wir am Anfang gemacht haben», sagt er. Die Stunts etwa seien damals nicht wirklich in die Dramaturgie eingebunden und die Figuren mitunter recht flach gewesen. «Überspitzt gesagt hatten die Bösen bei uns am Anfang schwarze Mäntel, schwarze Sonnenbrillen und eine Knarre. Das ist heute komplett anders», sagt Atalay, der immerhin schon Begriffe wie «Matula von RTL» oder «Derrick des Privatfernsehens» über sich hören durfte.

Dass man bei «Alarm für Cobra 11» um die eigenen Klischees weiß, ist offensichtlich. Man spielt daher damit. Als ein Arzt den Metallsplitter im Kopf von Autobahn-Veteran Semir findet, fragt er ihn allen Ernstes: «Hatten sie mal einen Unfall?».

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