Neue Serie
Sorrentino: Vatikan verweigerte Hilfe für Papst-Film

Weder der Vatikan half noch intensive Bibel-Lektüre: Der Regisseur Paolo Sorrentino und sein Hauptdarsteller Jude Law hatten sich die Dreharbeiten für die neue Fernsehserie «Der junge Papst» leichter vorgestellt.

Sonntag, 23.10.2016, 12:24 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 23.10.2016, 12:22 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 23.10.2016, 12:24 Uhr
Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino.
Der italienische Regisseur Paolo Sorrentino. Foto: Claudio Onorati

Berlin/Frankfurt/Main (dpa) - Der italienische Oscar-Preisträger Paolo Sorrentino (46, «La Grande Bellezza») hat für seine Fernsehserie «Der junge Papst» keine Unterstützung aus dem Vatikan erhalten.

«Kooperation? Nein, davon kann wirklich keine Rede sein», sagte der Regisseur der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». «Wir hatten um Hilfe gebeten, zumal wir auch einige Szenen auf dem Gelände drehen wollten. Aber der Vatikan hat uns glatt abgewiesen.»

Die katholische Kirche in Rom habe ein gespaltenes Verhältnis zur Filmkunst, meinte Sorrentino. «Den Würdenträgern ist der Unterhaltungsaspekt extrem unangenehm, geradezu peinlich.» Ein Filmteam sei dort gleichbedeutend mit einer Zirkustruppe.

Der Hauptdarsteller Jude Law (43), der in der Fernsehserie «Der junge Papst» für den Sender Sky Atlantic HD das Oberhaupt der katholischen Kirche spielt, hat das weniger krass wahrgenommen: Von Widerständen der Kirche gegen das satirische Bild des Papstes, das die Serie zeichne, wisse er nichts, sagte Law der «Berliner Morgenpost» (Sonntag). «Dem Vatikan gehört ein Drittel Roms, also haben wir in vielen Gebäuden und Gärten gedreht, die ihm gehören. Aufnahmen in St. Peter gab es zwar keine, aber ganz in der Nähe, und wir hatten auch Berater des Vatikans, die uns unterstützten.»

Sich mit der Rolle des Papstes zu beschäftigen, sei ihm anfangs schwer gefallen, sagte Law. «Ich wusste nicht, wo ich in der Vorbereitung anfangen sollte. Ich dachte, ich hätte die Verantwortung, die Bibel zu studieren und die Geschichte der Päpste zu lesen, aber das hat mich nicht weitergebracht», erklärte der Schauspieler. Papst zu sein, würde ihn nicht reizen.

Er habe allerdings durchaus eine innere Verwandtschaft zur Welt des Vatikans gespürt: «Die ist in der Tat sehr theatralisch. Das Theater wurde ja auch in der Kirche geboren. Dort verstand man es schon früh, Geschichten zu erzählen - und das mit großem Trara, Kostümen, Lichteffekten, Weihrauch», sagte Law.

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