Neue Folgen und Dokus
Big Brother in Büttenwarder

Sprache und Verhalten in abgelegenen Dörfern will die Doktorandin erforschen - in Büttenwarder ist sie da genau richtig. Doch überall von Kameras überwacht, verhalten sich die Bauern plötzlich ganz anders.

Sonntag, 25.12.2016, 06:12 Uhr

Hans Kahlert spielt Adsches zahnlosen Onkel Krischan.
Hans Kahlert spielt Adsches zahnlosen Onkel Krischan. Foto: Olaf Schmidt

Hamburg (dpa) – Keine Festtage ohne Festspiele rund um die beliebtesten TV-Bauern im hohen Norden Deutschlands: Die Serie «Neues aus Büttenwarder » gehört im NDR Fernsehen zum Weihnachtsprogramm wie Bier und Korn zum Dorfkrug-Gedeck. 

Letzteres wandert auch diesmal reichlich über den Tresen, denn die Bauern rund um Adsche (Peter Heinrich Brix) und Brakelmann ( Jan Fedder ) haben viel zu diskutieren.

Mehr als 20 Folgen zeigt der Sender in den Tagen um Weihnachten und Silvester, sechs davon seien «nigelnagelneu», wie der NDR mitteilte. Er empfiehlt auf seiner Internetseite: «Fernsehsessel zurechtrücken, Gummistiefel schrubben, für das richtige Gedeck sorgen und los geht das.»

Nach einigen bekannten Episoden in der Zeit vor dem Fest stehen am Sonntag (25. Dezember/ab 20.40 Uhr) die ersten beiden neuen Folgen und eine Doku an. Los geht es mit «Laborette» und einer echten Feldforschung auf dem platten Land in Schleswig-Holstein.

Eine Sozialanthropologin findet in Büttenwarder den perfekten Ort für ihre Doktorarbeit. Ihr Thema: Verhaltensrituale und Sprachmuster in abgelegenen dörflichen Gemeinschaften. «Wir sind doch die Abgelegensten», erklärt Adsche noch einmal allen Zweiflern, und Geld dafür gibt es schließlich auch. «Dolle Sache», finden die Bauern und posieren bald vor sämtlichen Kameras, die überall im Dorf und ihren Häusern angebracht werden. Keine Spur von Natürlichkeit bei Big Brother in Büttenwarder.

Und auch kaum eine von Brakelmann. Der verweigert sich dem Experiment und ist in dieser Folge nur selten zu sehen. In der weiteren, ebenfalls bereits vom Sender vorgestellten Episode («Topptach»/22.05 Uhr) ist der gesundheitlich angeschlagene Schauspieler Fedder gar nicht mit von der Partie.

Den ganz großen Auftritt bekommt diesmal Adsches zahnloser und über 100 Jahre alter Verwandter: Die Doku «Onkel Krischan – Der alte Mann und das Dorf» (21.35 Uhr) porträtiert den Schauspieler Hans Kahlert. Ein Silver-Ager ist sein rüstiger, bald 107 Jahre alter Büttenwarder-Rentner. «Total uneitel», nennt ihn Regisseur Guido Pieters in dem Film, der den Schauspieler an frühere Stationen begleitet.

82 Jahre alt ist Kahlert in diesem Jahr geworden, Jahrzehnte lang hat er Theater gespielt. «Man muss einfach Ausdauer haben, sonst gibt man auf», erzählt er. Seit mehr als zehn Jahren ist Kahlert in «Büttenwarder» dabei - «dass das im Alter noch auf mich zukommt, das ist ein Geschenk Gottes, und dafür bin ich sehr dankbar und glücklich», sagt er in der Doku.

Die weiteren vier neuen Geschichten stehen am 29., 30. und 31. Dezember auf dem Programm. 73 Episoden umfasst die von Drehbuchautor Nobert Eberlein erdachte Serie damit inzwischen – die erste lief 1997, ebenfalls an Weihnachten.

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