Zweitverwertung
«Jerks»: Nach dem Netz ab ins Free-TV

Knapp vier Wochen trieben sie ihre Späße exklusiv im Netz beim Streamingdienst Maxdome. Jetzt dürfen Christian Ulmen und Fahri Yardim mit ihrer Comedy «Jerks» ins TV - ProSieben zeigt die Serie.

Montag, 20.02.2017, 11:02 Uhr

Fahri Yardim (l) und Christian Ulmen bei der Premiere der ersten deutschen Video-on-Demand-Serie "Jerks".
Fahri Yardim (l) und Christian Ulmen bei der Premiere der ersten deutschen Video-on-Demand-Serie "Jerks". Foto: Jörg Carstensen

Berlin (dpa) - Seit einem Monat toben sich Schauspieler und Komiker Christian Ulmen (41) und sein bester Kumpel Fahri Yardim (36) mit ihrer neuen Serie «Jerks» beim Streamingdienst Maxdome aus.

Mittlerweile stehen dort acht der zehn produzierten Folgen online zur Verfügung. Am kommenden Donnerstag legt Maxdome Episode neun und zehn nach. Dann ist erst einmal Schluss mit der Serie.

Das Neue an dem Format ist aber: An diesem Dienstag (23.15 Uhr) haben Ulmen und Yardim mit «Jerks» auch Premiere im guten alten Fernsehen. Der Privatsender ProSieben , gemeinsam mit Maxdome unter dem Dach des ProSiebenSat.1-Konzerns, zeigt nun immer im Wochenrhythmus die Ulkserie um das lustige Duo. Offen bleibt jedoch, wie viele Menschen auf Maxdome überhaupt die vorliegende Staffel gesehen haben und ob neue Folgen fürs Netz produziert werden.

Man nenne keine Nutzerzahlen, sagte eine Sprecherin des Streamingdiensts auf Anfrage. Die Konkurrenz wie Netflix oder Amazon Prime Video tue dies ja auch nicht. Auch die Frage, ob «Jerks» (auf deutsch so etwas wie: «Trottel») in Fortsetzung gehe, könne noch nicht beantwortet werden, denn das sei unter anderem auch von der Entwicklung im frei empfangbaren Fernsehen abhängig. Online first - aber noch nicht einzig und allein entscheidend.

Die von Ulmen konzipierte Comedy, die auf einem dänischen Format basiert, ist die erste eigenproduzierte Serie eines in Deutschland ansässigen Streaminganbieters. «Maxdome hat als einziger den Mut aufgebracht, ein solches Format umzusetzen und Geschichten zu erzählen, die man eigentlich weder erzählen noch hören möchte und bei denen man trotzdem nicht wegschauen kann», sagte Ulmen im Januar der Deutschen Presse-Agentur. «Maxdome hat den Mut zum Unfall.» 

Die mit Gaststars wie Nora Tschirner, Karsten Speck, Jana Pallaske oder SPD-Politiker Christopher Lauer gespickte Comedy ist charmant und witzig, auch wenn sie nicht den Geschmacksnerv aller Zuschauer treffen dürfte. Ulmen und Yardim, die sich nach eigenen Angaben als Kinder in einem Judo-Kurs in Hamburg kennengelernt haben, spielen ihre Freundschaft glaubwürdig und mit einer großen Portion Improvisation.

Auch Ulmens Ehefrau Ulmen-Collien Fernandes (35) hat eine wiederkehrende Rolle in der Serie - allerdings als seine Ex-Frau. «Ich wollte mir ein Paralleluniversum schaffen, in dem alles genau so ist, wie ich es mir erträume», witzelte Ulmen. Der hatte nicht nur die Idee zur Serie, sondern führt auch Regie. Der Entertainer hat schon früh die Vorzüge des Internets erkannt und zeigte bereits 2008 Comedy-Clips auf der Seite www.ulmen.tv.

Auch inhaltlich ist «Jerks» kein Neuland für Ulmen, schließlich spielte er schon häufig den liebenswerten, aber doch peinlichen Außenseiter. «Die Situationen ergeben sich eher aus der Not des Alltags.» Oder wie es sein Kollege Yardim, der auch an der Seite von Til Schweiger im Hamburger «Tatort» zu sehen ist, ausdrückte: «Wenn man ehrlich ist, ist das Leben eine Unverschämtheit.»

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