Die ZDF-Serie „Bad Banks“
Bereit zum nächsten Kampf

Die Thrillerserie „Bad Banks“ bekommt eine zweite Staffel. Drehbeginn und Ausstrahlungstermin stehen allerdings noch nicht fest. Das ZDF hatte die erste Staffel über die junge, ehrgeizige Bankerin Jana Liekam, die in eine Intrige verstrickt wird, vorab sehr erfolgreich in der Mediathek veröffentlicht.

Dienstag, 06.03.2018, 15:03 Uhr

Über den Dächern von Frankfurt: Das Trio Thao (Mai Duong Kieu, l.), Adam (Albrecht Schuch) und Jana (Paula Beer) hat sich gefunden und schließt einen teuflischen Pakt für ihre Rache.
Über den Dächern von Frankfurt: Das Trio Thao (Mai Duong Kieu, l.), Adam (Albrecht Schuch) und Jana (Paula Beer) hat sich gefunden und schließt einen teuflischen Pakt für ihre Rache. Foto: ZDF

Sie will Karriere machen, aber sie kann nicht sagen warum. Behauptet Jana Liekamp (Paula Beer ) jedenfalls am Ende der sechsten Folge von „Bad Banks“ im Gespräch mit ihrer scheinbaren Förderin, der skrupellosen Strippenzieherin Christelle Leblanc (Désirée Nosbusch). Denn Jana weiß: Mit solchen Sätzen kommt sie bei der Frau, die als Siegerin aus der erzwungenen Bankenfusion hervorging, bestens an. Und kann im Trio mit zwei anderen zeitweilig Gestrandeten ihren Racheplan schmieden.

Es hätte wohl keinen besseren Cliffhanger am Schluss der ersten Serienstaffel geben können. Weshalb es eigentlich keine Überraschung ist, dass die Serie fortgesetzt wird – wie das ZDF schon mitteilte, bevor die letzten beiden Folgen über den Bildschirm flimmerten. Man darf vermuten, dass nur miserable Quoten dieses Vorhaben verhindert hätten. Und dass die Miniserie „recht unbefriedigend endete“, wie die Deutsche Presseagentur es gestern formulierte, dokumentiert eine zumindest eingeschränkte Betrachtungsweise: Die Episoden fünf und sechs wurden zwischen 22.15 und 24 Uhr immerhin von 1,79 Millionen (8,2 Prozent) und 1,58 Millionen Zuschauer (10,9 Prozent) gesehen – nicht übel für die Sendezeit. Hinzu kommt ein vergleichsweise neues Phänomen: Es gab ja nicht nur die Vorab-Ausstrahlung bei Arte, sondern auch das kostenfreie Angebot in den Mediatheken, für das im Fernsehen auf bislang kaum bekannte Art geworben wurde. So mutierten selbst konservative Zuschauer plötzlich zu Mediathekennutzern. Eine Entwicklung, die sich besonders beim ZDF schon seit längerer Zeit abzeichnet: So müssen etwa Wilsberg-Fans nicht mehr auf die Krimi-Ausstrahlung am Samstagabend warten, sondern können den Detektiv ihres Vertrauens schon vorher im Netz verfolgen.

Von Wilsberg und Co. allerdings – wie auch von altbekannten Mehrteilern – hob sich die erste Staffel der „Bad Banks“ in ihrer Finesse doch merklich ab. Regisseur Christian Schwochow hüllte das komplexe Geschehen um geheimnisvolle Finanz-Transaktionen in eine faszinierend-dunkle Optik und führte sein gutes Ensemble zu tollen Einzelleistungen: Der mit kindlicher Entschlossenheit brillierenden Paula Beer als Heldin Jana stand eine überraschend intensive Désirée Nosbusch gegenüber, so dass die männlichen Darsteller um den gewohnt souveränen Tobias Moretti alles aufbieten mussten, um mitzuhalten. Eine Entdeckung war dabei der in England geborene Niederländer Barry Atsma als Janas Chef Gabriel Fenger. Dass dieser Ober-Motivator am Ende im Knast landete, war der zweite starke Cliffhanger; den dritten hatte Jörg Schüttauf als zusammengebrochener Oberbürgermeister: Ist er wirklich tot?

Gewiss mögen Kritiker fragen, ob es in der Welt der Banken und Spekulationen tatsächlich so zugeht wie in der Serie und ob die Figuren nicht überzeichnet sind. Aber kleine filmische Übertreibungen ihres Berufslebens sind ja auch Computerexperten, Kriminalkommissare und Künstler gewohnt.

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