DVB-T2 HD
Am 25. April wird auf neuen terrestrischen Standard umgestellt

Münsterland -

An der Tatsache, dass ein Mitarbeiter zuvor noch schnell die beiden Bildschirme saubergewienert hat, liegt die deutlich unterschiedliche Bildqualität definitiv nicht. 

Dienstag, 17.04.2018, 07:04 Uhr

Nutzer, die ihr TV-Programm terrestrisch empfangen, kommen nach der Umstellung auf DVB-T2 HD nicht an einer Neuprogrammierung des Fernsehers vorbei.
Nutzer, die ihr TV-Programm terrestrisch empfangen, kommen nach der Umstellung auf DVB-T2 HD nicht an einer Neuprogrammierung des Fernsehers vorbei. Foto: dpa

Wohl aber an jenem „echt innovativen digitalen Produkt“, für das der Westdeutsche Rundfunk jetzt in Münster die Werbetrommel rührte – vor etwa 40 Zuhörern aus Handel und Handwerk. Denn auch die Fachhändler fiebern dem 25. April entgegen, wenn ab Mitternacht in Münster, dem Münsterland, in Bielefeld und Ostwestfalen das neue Antennenfernsehen DVB-T2 HD Einzug hält.

Mehr TV-Programme (in Ballungsräumen rund 40), beste Bildqualität bei niedriger Datenrate durch eine neuartige Bildcodierung (HEVC), Audiodeskription, Zusatzangebote für internetfähige Endgeräte, Empfang von Radioprogrammen und Mediatheken-Zugriff: WDR-Chefingenieur Dr. Oliver Werner wartet in Münster mit vielen Pluspunkten auf, um für das neuartige Antennenfernsehen zu werben. „Die Terrestrik ist endlich erwachsen geworden“, spricht Werner von „Vorreiterqualitäten“. Denn: „Das kostengünstige und einfache Antennenfernsehen ist damit der erste Verbreitungsweg, der die Ausstrahlung von öffentlich-rechtlichen und privaten Programmen in Full HD ermöglicht.“

Nachfrage nach digitalen TV-Bildern

Jan Krusch, der technische Leiter der Umstellung beim WDR, erwähnt die steigende Nachfrage nach digitalen Fernsehbildern – „alles andere ist nicht mehr zeitgemäß“. Darüber hinaus sei auch die Initiative der Bundesregierung zum Breitbandausbau ein Grund für die Umstellung. Denn das geräumte Frequenzband, so Krusch, soll dann dem Mobilfunk dienen.

In den Regionen Köln, Bonn, Aachen, Düsseldorf und Ruhrgebiet wurde laut Krusch bereits am 29. März dieses Jahres auf den neuen Standard umgestellt. Sein Fazit: Rund 560 Anrufe bei der WDR-Servicestelle am Umstelltag seien vertretbar und ein klares Zeichen dafür, „dass wir einen guten ersten Start in NRW hingelegt haben“. Vor der Umstellung am 25. April ist ihm deswegen nicht bange.

Verschlüsselte private Programme

Die versammelten Fachhändler lassen ebenfalls Gelassenheit erkennen. Bei Problemen mit dem notwendig werdenden Sendersuchlauf sind sie gerade für ältere Menschen oftmals die Ansprechpartner – „oder die Enkel“, wie Krusch launig hinzufügt.

Ein spezielles Thema ist der kostenpflichtige Empfang der verschlüsselten privaten Programme in HD (für Antenne und Satellit). Sie werden über die Plattform Freenet TV verbreitet – und zwar gegen eine monatliche oder jährliche Zusatzgebühr für ein spezielles Entschlüsselungsmodul, wie Elmar Möller von der zuständigen Firma Media Broadcast in Köln bestätigt. Über eine Million zahlender Abonnenten verzeichnet die Plattform bereits – „mehr als erwartet“, so Möller. Im Sommer, verrät er, soll ein neuer Familientarif für Mehrfachgeräte hinzukommen. 

Was man über DVB-T2 HD wissen sollte

Am 25. April wird ab Mitternacht auf den verbesserten „DVB-T2 HD“-Standard umgestellt. Hier die wichtigsten Infos dazu:

► Wo wird umgestellt? In Münster, im Münsterland sowie in Bielefeld und Ostwestfalen.

► Was ist das Besondere an DVB-T2 HD?

Es ermöglicht erstmals die Verbreitung von öffentlich-rechtlichen (frei) und privaten Programmen (gegen Gebühr) in Full-HD-Qualität auf terrestrischem Weg.

► Wie viele Nutzer sind von der Umstellung betroffen?

In Nordrhein-Westfalen gibt es rund eine Million Haushalte, die das Fernsehprogramm über Dach- oder Zimmerantenne empfangen. Ein Laufband auf dem Bildschirm informiert die Betroffenen über die bevorstehende Umstellung.

► Was wird für die Umstellung an technischem Equipment benötigt?

Für die Ausstrahlung wird ein geeigneter Fernseher benötigt oder eine Set-Top-Box, die mit dem grünen DVB-T2 HD-Logo gekennzeichnet sind. Eine neue Antenne wird nicht benötigt.

Was ist noch zu beachten?

Ohne einen DVB-T2 HD-fähigen Fernseher oder Receiver ist kein Antennenempfang mehr möglich. Nach der Umstellung am 25. April muss am Fernsehgerät zwingend ein Sendersuchlauf durchgeführt werden.

Was ist mit Satellit, Kabel oder Internet?

Diese Übertragungswege sind nicht von der Umstellung betroffen

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