„Tatort“ aus Weimar
Tödliche Klöße

Weimar -

In Thüringen gebe es zwei große Dinge, erklärt Kommissarin Dorn ihrem Partner Lessing im neuen „Tatort“ aus Weimar: „Wurst und Klöße“. Und mit Letzteren ist das Thema des einmal mehr an abstrusen Verwicklungen und skurrilen Gestalten reichen Weimar-„Tatorts“ auch schon gesetzt. Die Frage, ob es etwas mehr sein darf, wird gar nicht erst gestellt. Es wird direkt geklotzt, nicht gekleckert.

Sonntag, 26.08.2018, 14:06 Uhr
Veröffentlicht: Sonntag, 26.08.2018, 13:59 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Sonntag, 26.08.2018, 14:06 Uhr
Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln diesmal in einer Thüringer Kloßmanufaktur.
Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln diesmal in einer Thüringer Kloßmanufaktur. Foto: MDR

Und das schon zu Beginn: Am Ende der ersten Minuten gibt es bereits eine Leiche. Ein blutiges Messer ist aufgeblitzt, und ein Thüringer Kloß wurde von seinem Ursprung als Kartoffeln im Feld bis auf den Teller mit Soße begleitet – alles geschickt ineinander geschnittene Sequenzen. Und dann kracht auch noch ein Transporter in ein Auto.

Die schnöde Fahrerflucht führt das Ermittlerpaar Dorn und Lessing (Nora Tschirner und Christian Ulmen), das der MDR seit 2013 auf Verbrecherjagd schickt, zum eigentlichen Hauptfall: einem ermordeten Geschäftsführer einer traditionsreichen Kloßfabrik, dessen seit Jahren verschwundene Ehefrau urplötzlich wieder auftaucht.

Kein Mangel an Leichen

Gedreht wurde dafür tatsächlich bei einem Kloßhersteller, der Thüringer Kloß-Welt in Heichelheim – während des laufenden Betriebs. Das Team habe sich gefühlt wie bei der „Sendung mit der Maus“, so der MDR.

Weimar-Tatort: Die robuste Roswita

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  • Die Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) fahren mit dem Kartoffelbauern Thomas Halupczok (Mitte: Jörn Hentschel) auf dem Traktor zu seinem Hof.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) finden in der Kloßmanufaktur Hassenzahls Brille.

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  • Die Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) mit Lupo (Mitte: Arndt Schwering-Sohnrey) am Unfallort.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) am Unfallort.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Die Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) mit Roswita Hassenzahl (Milena Dreißig, mi.) in der Kloßmanufaktur.

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  • Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) bei einem Verhör im Polizeirevier.

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  • Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) beauftragen Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey) mit einem DNA-Abgleich.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Vorarbeiterin Cordula Remda-Teichel (Christina Große) in der Kloßmanufaktur neben der Blutspur des Mordopfers.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) werden bei ihren Ermittlungen bedroht.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  •  Roswita Hassenzahl (Milena Dreißig) und Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) werden von den Kommissaren Lessing (Christian Ulmen) und Dorn (Nora Tschirner) verhört.

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  • Die Kommissare Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) ermitteln in einer Kloßmanufaktur.

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  • Roswita Hassenzahl (Milena Dreißig) konfrontiert Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) mit seiner Vergangenheit.

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  • Die Kommissare Kira Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) erfahren von der Nachbarin Irma (Christine Zart) mehr über Roswita Hassenzahl.

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  • Die Kommissare Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) halten den Kartoffelbauern Thomas Halupczok (Jörn Hentschel) in Schach.

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  • Chef Kurt Stich (Thorsten Merten) im Gespräch mit Lupo (Arndt Schwering-Sohnrey).

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  • Der Kartoffelbauer Thomas Halupczok (Jörn Hentschel) fordert bei Roswita Hassenzahl (Milena Dreißig) seine Schulden ein.

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  • Roland Schnecke (Nicki von Tempelhoff) wird an der Autobahntankstelle von den Kommissaren Dorn (Nora Tschirner) und Lessing (Christian Ulmen) nach Roswita Hassenzahl befragt.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Der Kartoffelbauer Thomas Halupczok (Jörn Hentschel) wird von Kommissar Lessing (Christian Ulmen) befragt. v.l.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Nora Tschirner (Rolle: Kira Dorn) und Christian Ulmen (Rolle: Lessing) während der Dreharbeiten am Set.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer
  • Der Kartoffelbauer Thomas Halupczok (Jörn Hentschel) wird von den Kommissaren Lessing (Christian Ulmen) und Kira Dorn (Nora Tschirner) in Schach gehalten.

    Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Anke Neugebauer

Den Mord nehmen die Drehbuchautoren Andreas Pflüger und Murmel Clausen jedenfalls als Ausgangspunkt für eine um Glaubwürdigkeit nicht wirklich bemühte Krimigeschichte, an deren Ende es an Leichen nicht mangelt.

Zufälle rund um Ehefrau Roswita

„Ihre Ehe war megaglücklich, aber sie ist in den Hainich abgehauen, auf den Nischel gefallen, Klofrau in Stadtroda geworden, kriegt ihr Gedächtnis genau an dem Tag zurück, als ihr Mann ermordet wird, und fragt nicht einmal, ob wir den Täter haben, wer‘s gewesen sein könnte, wie‘s passiert ist?“, fasst Dorn die Geschichte Roswitas, der Ehefrau des Ermordeten, an einer Stelle zusammen. Da kann sich die Kommissarin nicht zurückhalten: Ganz schön viele Zufälle hier!

Für Milena Dreißig, die die Roswita spielt, hat die eigenwillige Rolle immerhin neue Erkenntnisse mit sich gebracht: „Ich durfte in zwei mir bis dahin verborgene Welten eintauchen. Die Welt der Thüringer Klöße und die Welt der Autobahnraststätten-Toiletten“, zitiert sie der Sender.

Konstruierte Geschichte

Besonders realitätsnahe Szenarien dürfte wohl kaum mehr ein Zuschauer beim „Tatort“ aus Weimar erwarten. Dafür gibt es eine Eins mit Sternchen für kreative Mordmethoden, mit denen eine Filmleiche beispielsweise granuliert wird.

Wer sich auf die konstruierte Geschichte einlässt, dem ist zumindest Unterhaltung sicher – auch dank des trockenen Wortwitzes von Kommissarin Dorn.

Zum Thema

„Tatort: Die robuste Roswita“, zu sehen an diesem Sonntag um 20.15 Uhr im Ersten

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Das ist neu bei den aktuellen Tatort-Teams

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  • Nach einer vergleichsweise kurzen Sommerpause geht es beim beliebtesten TV-Format der Deutschen mit neuem Stoff weiter. Was in den kommenden Monaten zu erwarten ist: Neuanfänge, Abschiede, außergewöhnliche Fälle oder Orte - ein Überblick nach Teams

    Foto: Daniel Reinhardt
  • SCHWEIZ: Viel Neues aus der Schweiz ist zu erwarten in den kommenden Monaten. Eröffnet wird die Saison mit einem sogenannten One-Shot-„Tatort“ aus Luzern. Beim Krimi „Die Musik stirbt zuletzt“ handelt es sich um einen am Stück - also ohne Schnitt - gedrehten Echtzeit-„Tatort“. Inszeniert hat ihn Filmemacher Dani Levy („Alles auf Zucker!“). Es geht um einen Mord während eines Benefizkonzerts im Kultur- und Kongresszentrum Luzern (KKL). Der Film vom 5. August ist der viertletzte „Tatort“ aus Luzern mit Stefan Gubser und Delia Mayer alias Reto Flückiger und Liz Ritschard. 2019 ist dann nach acht Jahren und 17 Filmen Schluss mit dem aktuellen Team. Neue „Tatort“-Stadt wird ab 2020 laut Schweizer Fernsehen Zürich - eine Metropole mit Institutionen wie dem Fußballverband Fifa, die zudem als Banken-, Kultur-, Party- und Nachtleben-Zentrum bekannt ist.

    Foto: SYSTEM
  • WEIMAR: Wie im Schweizer „Tatort“ Anfang August geht es auch am 26. August im neuen MDR-Krimi mit Nora Tschirner und Christian Ulmen um Giftmord. Er heißt „Die robuste Roswita“ - wie eine Kartoffelsorte.

    Foto: Sebastian Kahnert
  • KIEL: Nach dem Ausstieg der Schauspielerin Sibel Kekilli bekommt der schleswig-holsteinische NDR-Ermittler Axel Milberg alias Borowski nach der Sommerpause die Schauspielerin Almila Bagriacik als operative Fallanalytikerin Mila Sahin an seine Seite. Der erste Fall mit ihr heißt „Borowski und das Haus der Geister“ (2.9.).

    Foto: Axel Heimken
  • BERLIN: Im kommenden RBB-Fall aus der deutschen Hauptstadt - „Tiere der Großstadt“ (16.9.) - gibt es eine Premiere in Sachen Mörder. Nachdem 1987 zum Beispiel schon ein Elefant im Hamburger „Tatort“ jemanden umbrachte („Tod im Elefantenhaus“), gerät jetzt wieder etwas Anderes als ein Mensch unter Verdacht, nämlich ein Roboter. Das Ganze passt zum Thema Künstliche Intelligenz, das diese Saison recht oft vorkommt. Die Musik kommt von Klangkünstler Nils Frahm („Victoria“).

    Foto: ARD
  • DORTMUND: Nach dem Ausstieg von Stefan Konarske ist Rick Okon der Neue im Ruhrgebiets-Team des WDR. Seinen Einstand als Jan Pawlak hatte der Schauspieler im Februar in einer Gastrolle als verdeckter LKA-Ermittler. Ab dem kommenden Film ist er fest dabei.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • GÖTTINGEN: Neue Partnerin und neuer Einsatzort für Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) ist Göttingen, die Uni-Stadt im Süden Niedersachsens, in der die Filmfigur auch einst studierte. Die Kommissarin wurde strafversetzt vom Landeskriminalamt Hannover zur dortigen Polizeidirektion. An der Seite der beliebten NDR-Ermittlerin, die nur noch einmal im Jahr mit einem neuen Film zu sehen ist, spielt die nächsten Krimis die Deutsch-Uganderin Florence Kasumba mit. Die Konstellation biete viel Raum für Wendungen, sagte Furtwängler anlässlich der Dreharbeiten. „So verschieden wir auch sein mögen, so verbindet uns doch Eigensinn und Selbstbewusstsein.“ Lindholm bekommt auch einen neuen Lover.

    Foto: Swen Pförtner
  • KASSEL: Das Frankfurter Duo Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch) vom Hessischen Rundfunk (hr) ermittelt bald in einem Fall im nordhessischen Kassel. Der Stiefsohn eines Fernseh-Talkers wurde getötet und zerstückelt. Ausgestrahlt werden soll der Kassel-Krimi aber erst in der zweiten Jahreshälfte 2019.

    Foto: Daniel Reinhardt
  • NOCHMAL HESSEN: Vorher - wahrscheinlich Ende 2018 - kommt der nächste „Tatort“ mit Ulrich Tukur. In „Murot und das Murmeltier“ (Anspielung auf die 25 Jahre alte US-Komödie „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray) durchlebt Ermittler Murot einen Tag sieben Mal.

    Foto: Marius Becker
  • FRANKEN: Die Mordkommission Franken - also das Team um Felix Voss (Fabian Hinrichs) und Paula Ringelhahn (Dagmar Manzel) - bekommt es in ihrem fünften Fall 2019 mit einer Mordserie zu tun: In Bayreuth wird jede Stunde ein Mensch erschossen - ein Wettlauf gegen die Zeit. Drehen ließ der BR auch im berühmten Wagner-Festspielhaus.

    Foto: ARD
  • SCHWARZWALD: Beim dritten Schwarzwald-„Tatort“ des SWR ist Hans-Jochen Wagner alias Kommissar Friedemann Berg wegen Krankheit nicht dabei. Er soll aber zurückkehren. An der Seite von Eva Löbau als Franziska Tobler ist stattdessen vorübergehend Carlo Ljubek als ihr Freiburger Kollege Luka Weber im Einsatz. Im neuen Krimi geht es um den Mord an einer 17-Jährigen und ihrem Tennislehrer.

    Foto: Sebastian Gollnow
  • MÜNSTER: Fans des mit Abstand beliebtesten „Tatort“-Teams - Kommissar Thiel und Prof. Boerne (Axel Prahl und Jan Josef Liefers) - müssen sich gedulden. Der eigentlich übliche zweite Fall des Jahres fällt diesmal aus. Also: Diesen Herbst kommt kein neuer Film. Dafür aber könnte es 2019 sogar drei neue Münster-Krimis vom WDR geben.

    Foto: Rolf Vennenbernd
  • STUTTGART: Auch Stuttgart-Fans bekommen dieses Jahr nur einen Fall - er kommt im Herbst. Der SWR-Film „Der Mann, der lügt“ erzählt seine Geschichte aus Verdächtigen-Sicht. Der Zuschauer erfährt die Ermittlungsergebnisse nur scheibchenweise. Besonders spannend.

    Foto: Stephanie Schweigert
  • HAMBURG: Auch wenn es quotentechnisch zuletzt nicht gut lief für Til Schweigers NDR-Krimis, wird weitergemacht. Allerdings nicht mehr mit dem bisherigen Regisseur (Christian Alvart) und Autor (Christoph Darnstädt), sondern mit den Machern vom Rostocker „Polizeiruf 110“ („Für mich übrigens der beste „Tatort!““, Zitat Schweiger in der „Bild am Sonntag“). Ab dem sechsten Fall mit Tschiller ist also unter anderem Eoin Moore verantwortlich.

    Foto: Nik Konietzy
  • DRESDEN: Nach dem Ausstieg von Alwara Höfels beim sächsischen MDR-Krimi spielt bald - zu sehen ab 2019 - an der Seite von Karin Hanczewski und Martin Brambach die Schauspielerin Cornelia Gröschel mit. Im Gegensatz zu Höfels ist sie sogar gebürtige Dresdnerin.

    Foto: MDR/Andreas Wünschirs
  • SAARLAND: Wie bereits bekannt, beenden der SR und Devid Striesow alias Stellbrink ihre Zusammenarbeit. Noch eine Folge - der dann siebte Fall - kommt im Januar 2019. Ein neues Team ist in Arbeit.

    Foto: Manuela Meyer
  • BREMEN: Die Schauspieler Sabine Postel und Oliver Mommsen hören bekanntlich 2019 auf - nach dann 34 gemeinsamen Auftritten. Nur noch zwei Fälle mit Kommissarin Inga Lürsen und Kollege Nils Stedefreund kommen. Radio Bremen will ein neues „Tatort“-Team präsentieren.

    Foto: Carmen Jaspersen

 

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