Ranga Yogeshwar verabschiedet sich von der „Quarks“-Moderation – Nachfolger stehen fest
Staffelübergabe nach Doppelfolge

Als er Sendungen wie „Kopfball“ oder „Wissen vor 8“ verließ, ging das einigermaßen geräuschlos vor sich. Heute dürfte es anders laufen, denn immerhin hat Ranga Yogeshwar das WDR-Wissenschaftsmagazin „Quarks“ über 25 Jahre lang präsentiert. Nun zieht sich der 59-Jährige von der Moderation zurück. „Abschiednehmen heißt auch immer Loslassen“, hat Yogeshwar in einem Statement, verbreitet vom WDR, erklärt. „Das Timing für die Staffelübergabe ist jetzt genau richtig.“

Montag, 10.12.2018, 16:38 Uhr aktualisiert: 10.12.2018, 16:59 Uhr
Ganz gleich, ob es um Wetterphänomene ging (oben l.), um den Steinkohle-Abbau unter Tage (unten l.) oder um das Leben der Urmenschen: Yogeshwar verstand es stets, komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären.
Ganz gleich, ob es um Wetterphänomene ging (oben l.), um den Steinkohle-Abbau unter Tage (unten l.) oder um das Leben der Urmenschen: Yogeshwar verstand es stets, komplizierte Sachverhalte verständlich zu erklären. Foto: WDR

Mit Mai Thi Nguyen-Kim und Ralph Caspers stehen auch schon „zwei exzellente Köpfe“ bereit, die „auf ihre ganz eigene Art ,Quarks‘ prägen und erweitern werden“, schrieb Yogeshwar Anfang November, als er seinen Entschluss publik machte. Und zugleich erklärte, dass er weiter für den Kölner Sender arbeiten werde. So arbeitet Yogeshwar zum Beispiel an einem Zweiteiler zum Thema Künstliche Intelligenz, der im kommenden Frühjahr im Ersten ausgestrahlt werden soll.

Yogeshwar zählt in Deutschland zu den bekanntesten Wissenschaftsjournalisten. Ganze Schüler-Generationen sind vermutlich mit Yogeshwar und „Quarks“ aufgewachsen. Stets hat der gebürtige Luxemburger mit indischen Wurzeln und studierte Physiker dort komplizierte Sachverhalte so erklärt, dass sie auch für den Laien am Bildschirm noch verständlich waren. Und er tat dies stets mit einer Leidenschaft, die der Zuschauer spüren konnte. Yogeshwar galt deshalb als wichtiger Vertreter des sogenannten „Infotainments“.

Ein Begriff, von dem er sich aber distanzierte. Lieber war ihm die Bezeichnung „wissenschaftliche Unterhaltung“, wie sie etwa bei der „Großen Show der Naturwunder“, die Yogeshwar von 2006 bis 2017 gemeinsam mit Frank Elstner moderierte, zu erleben war. Sie verknüpfte Showelemente mit der Vermittlung wissenschaftlicher Inhalte. „Quarks“ jedoch blieb ein modernes Wissenschaftsformat, wie es das ZDF auch mit Harald Lesch und seinem Magazin „Leschs Kosmos“ etabliert hat. Und wenn Yogeshwar in Nachrichtensendungen oder Talkshows um seine Einschätzung zur Digitalisierung und ihren Problemen und Herausforderungen gefragt wurde, bot er dem Publikum wertvolle sachliche Unterstützung. „Er ist als exzellenter Journalist und Moderator Lotse in einer komplexen Welt“, schrieb ihm deshalb WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn ins Stammbuch.

Bei Yogeshwars letzter „Quarks“-Sendung an diesem Dienstag – einer Doppelausgabe – dreht sich nun alles um das Thema Raumfahrt. Und gleich im ersten Teil schaltet der Moderator zur internationalen Raumstation ISS. Dort interviewt er den deutschen Astronauten Alexander Gerst, der – das darf hier schon verraten werden – auch ein paar persönliche Dankesworte für den scheidenden Yogeshwar parat hat. „Du bist, seit ich klein war, eine Instanz im deutschen Fernsehen“, sagt Gerst, „und Du hast mir persönlich schon viel beigebracht.“ Ein Lob aus berufenem Munde.

Zum Thema

„Quarks“, an diesem Dienstag von 20.15 bis 21.45 Uhr im WDR-Fernsehen

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