Polizeiruf 110
Alte Wunden und verletzte Seelen im Magdeburger „Polizeiruf 110“

Magdeburg -

Die Leiche einer jungen Frau wird gefunden. Um ihre Waden ist kunstvoll ein Seil gebunden - offenbar ein Symbol. War es ein Serientäter? Im neuen Magdeburger „Polizeiruf 110“ ist nichts, wie es scheint.

Sonntag, 10.02.2019, 11:52 Uhr aktualisiert: 10.02.2019, 18:26 Uhr
Polizeiruf 110  : Alte Wunden und verletzte Seelen im Magdeburger „Polizeiruf 110“
Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) stehen angespannt vor dem Kommissariat - Szene aus "Zehn Rosen". Foto: Stefan Erhard/MDR/dpa

Auf einem verlassenen und vermüllten Gelände liegt die Leiche einer jungen Frau. Der Mörder hat offenbar eine Botschaft hinterlassen: Um die Waden des Opfers hat er kunstvoll ein Seil verknotet - wie sich herausstellt erst nach ihrem Tod. „Macht das Sinn?“, fragt Hauptkommissarin Doreen Brasch (Claudia Michelsen) den Rechtsmediziner (Henning Peker). „Für symbolische Seile bin ich nicht der richtige Ansprechpartner“, entgegnet dieser trocken. Brasch und ihr Kollege Dirk Köhler (Matthias Matschke) vermuten einen Serientäter. Es beginnt die hartnäckige Suche nach vergleichbaren Altfällen, die immer neue Spuren und Verdächtige, alte Wunden und verletzte Seelen an den Tag bringt.

In der Magdeburger „Polizeiruf 110“-Folge „Zehn Rosen“ an diesem Sonntag (20.15 Uhr) im Ersten beginnt ein spannend inszeniertes Katz-und-Maus-Spiel. Nichts ist, wie es scheint. Regie bei der Produktion im Auftrag des Mitteldeutschen Rundfunks führte der mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Krimispezialist Torsten C. Fischer. Das Drehbuch stammt von Wolfgang Stauch, der eine Vorlage von Martin Douven bearbeitet hat. Gedreht wurde im April und Mai 2018 in Magdeburg, hinter der Kamera stand Theo Bierkens.

Spannend und gut gemachter Krimi

Brasch und Köhler stoßen bei ihren Ermittlungen nach dem Hinweis ihres Chefs Uwe Lemp (Felix Vörtler) auf den mehrere Jahre zurückliegenden Mord an der Prostituierten Jessica Peschke. Auch um ihre Waden war ein Seil geschlungen. Paul Schilling (Alessija Lause), der nach einer Geschlechtsumwandlung inzwischen als Pauline Schilling ein Blumengeschäft betreibt, war damals verdächtig.

Polizeiruf 110: Zehn Rosen

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  • SEK-Beamte üben eine Geiselbefreiung in einer Straßenbahn.

    Foto: MDR/Stefan Erhard
  • Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) durchsuchen das Gebäude.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) bekommt erste Infos vom Rechtsmediziner (Henning Peker), die Beamten werden beobachtet.

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  • Die Füße der Leiche werden verschnürt.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) kommen am Tatort an.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) befragen Pauline (Alessija Lause) zum alten Fall.

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  • Lemp (Felix Vörtler) holt eine Flasche Schnaps aus der Schublade.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) befragen Freise (Sven Schelker) v.l., er war zu Tatzeit in der Psychiatrie.

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  • Köhler (Matthias Matschke) und Wilke (Steven Scharf, li.) befragen Dr. Jagow (Birge Schade), sie greift Köhlers Hand und legt sie zwischen ihre Beine.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) entdeckt einen Kerker mit Schlafsack und Luftmatratze.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) und Köhler (Matthias Matschke) stehen angespannt vor dem Kommissariat.

    Foto: MDR/Stefan Erhard
  • SEK-Beamte üben eine Geiselbefreiung in einer Straßenbahn.

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  • Köhler (Matthias Matschke) wird vom Rottweiler bedroht, rastet aus und bedroht Freise (Sven Schelker) mit der Waffe. v.r.

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  • Pauline (Alessija Lause) bittet Sebastian (Jan Krauter) für sie zu lügen.

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  • Pauline (Alessija Lause) presst ihre Hand um die Rosen, Blut fließt.

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  • Brasch (Claudia Michelsen) durchsucht das leerstehende Gebäude, hört etwas, aber es ist nur Köhler (Matthias Matschke).

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  • Brasch und Köhler werden beim Verlassen des Ladens von Pauline Schilling (Alessija Lause) beobachtet.

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  • Julia (Moana Goetze) und Catalina (Sophia Sauermann) hören gemeinsam Musik und betreten das verlassene Gelände. (v.l.)

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Auch diesmal scheint Pauline mit dem Mord in Verbindung zu stehen. Immerhin waren sie und das Opfer Kim Pohlmann eng befreundet. Doch Brasch nimmt auch den Ex-Freund der Toten ins Visier. Der ist aggressiv, medikamentenabhängig und wohnt in einem heruntergekommenen Haus. Im Keller entdeckt Brasch eine Art Verließ. Hat er die Arzthelferin dort gefangen gehalten?

Vorletzter Auftritt von Matthias Matschke

„Zehn Rosen“ ist ein spannender und gut gemachter „Polizeiruf 110“, bei dem sich ungewöhnliche Lebenslinien zu einem dichten Netz verknoten. Und dann ist es Pauline, die die Aufgewühltheit und Trauer um den Verlust ihrer Freundin nicht mehr aushält und Brasch fast zufällig auf die Spur des Täters führt.

„Entweder, wir haben es mit einem Profi zu tun, oder sie sind eine professionelle Lügnerin“, bewertet die Hauptkommissarin das Gehörte. Der Showdown ist ebenso dramatisch wie konsequent. Der Mörder ist am Ende tot.

Die Rollen von Paul und Pauline sind mit Alessija Lause hervorragend besetzt. Man nimmt ihr die innere Zerrissenheit ab, die sie zeitlebens begleitet und die sie nach Liebe suchen lässt. Brasch wirkt, anders als in den Folgen zuvor, weniger spröde und unnahbar, was an der Beziehung zu dem Polizeipsychologen Niklas Wilke (Steven Scharf) liegen dürfte. Sie bildet mit Köhler endlich so etwas wie ein Team. Doch die Zeit des Magdeburger Ermittlerduos ist begrenzt: Matthias Matschke ist in „Zehn Rosen“ zum vorletzten Mal als Dirk Köhler zu sehen. Im Sommer wird die letzte Folge mit ihm ausgestrahlt.

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