Polizeiruf 110: Kindeswohl
Mord im Kinderheim - die Rostocker Ermittler übernehmen

Rostock -

In ihrem neuen Fall bekommen es die Rostocker Kommissare Bukow und König mit dem Mord an einem Kinderheimbetreiber zu tun. Auch Bukows Sohn gerät unter Verdacht. Er hat sich nach Polen abgesetzt.

Sonntag, 07.04.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 15:32 Uhr
Betreuer Stig (Matthias Weidenhöfer, l) trifft auf Keno (Junis Marlon, M) und Samuel (Jack Owen Berglund).
Betreuer Stig (Matthias Weidenhöfer, l) trifft auf Keno (Junis Marlon, M) und Samuel (Jack Owen Berglund). Foto: Christine Schroeder

Der Rostocker „Polizeiruf“ ist dafür bekannt, immer wieder schwierige gesellschaftliche Themen aufzugreifen. Dieses Mal geht es in der Folge „Kindeswohl“ um Kinder und Jugendliche, die an Pflegefamilien im Ausland gegeben werden, überforderte Heimmitarbeiter und überlastete Jugendämter. Am Anfang steht der Mord an dem Leiter eines dubiosen Kinderheims. Schnell konzentriert sich der Verdacht auf Heimbewohner Keno, der regelmäßig mit ihm aneinander geraten war und nun verschwunden ist. Allerdings nicht allein: Samuel, der Sohn von Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) ist bei ihm. Die beiden machen sich auf den Weg nach Polen.

Bukow und seine Kollegin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) verfolgen sie. Und dabei decken die Rostocker Ermittler nebenbei den fragwürdigen Umgang des Rostocker Jugendamts mit Heimkindern auf. Das Erste zeigt den neuen Polizeiruf-Fall in der Regie von Lars Jessen am Sonntag, 7. April, um 20.15 Uhr.

Polizeiruf 110 aus Rostock: Kindeswohl

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  • Ernüchtert: Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Alexander Bukow (Charly Hübner)

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  • Sami (Jack Owen Berglund), Keno (Junis Marlon), Katrin König (Anneke Kim Sarnau), Alexander Bukow (Charly Hübner) - v.l.n.r.

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  • Charly Hübner (Alexander Bukow)

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  • Anton Pöschel (Andreas Guenther) versucht, den Dschungel der Aufsichtsinstanzen für Jugendliche zu durchblicken.

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  • Betreuer Stig (Matthias Weidenhöfer, l.) trifft auf Keno (Junis Marlon, M.) und Samuel (Jack Owen Berglund, r.)

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  • Betreuerin Valli (Christina Große) hat Schuld auf sich geladen (m., Anneke Kim Sarnau und Charly Hübner, r.).

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  • Bukows Sohn (Jack Owen Berglund, 2.v.l.) hat Mist gebaut; Was hat Keno (Junis Marlon, r.) damit zu tun: (mit Christina Große, 2.v.r.).

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  • Kann seine Erleichterung über das Wiedersehen mit Sohn Sami (Jack Owen Berglund) gut verbergen: Sascha Bukow (Charly Hübner)

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  • Karen (Anna Brüggemann) macht sich Sorgen um Ehemann Stig (Matthias Weidenhöfer).

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  • Karges Wohnen für Pflegekinder in Polen: Bukow (Charly Hübner) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) sind entsetzt.

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  • Katrin König und Alexander Bukow haben Kenos Bruder (Felix Becher) in Polen aufgestöbert (mit Przemysław Nowakowski, l.)

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  • Keine Hemmungen: Keno (Junis Marlon) beklaut sogar seine Oma (Brigitte Böttrich).

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  • Keno (Junis Marlon) macht Druck: Wo ist Freund Otto? (mit Maria Dabrowska, M. und Pawel Adamski, r.)

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  • Keno (Junis Marlon) und Sami (Jack Owen Berglund)

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  • Keno (Junis Marlon, l.) und Sami (Jack Owen Berglund, r.) wollen sich etwas zu essen besorgen.

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  • Keno (Junis Marlon, r., mit Jack Owen Berglund, l.) nimmt Abschied.

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  • König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) suchen Sami und Keno in Polen (mit Pawel Niczewski, 2.v.l., Pawel Adamski, 2.v.r. und Maria Dabrowska, r.).

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  • Otto (Niklas Post) mit den polnischen Pflegeeltern (Pawel Adamski, l. und Maria Dabrowska).

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  • Pöschel (Andreas Guenther, mit Ilona Schulz) ist einer üblen Geschichte auf der Spur.

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  • Sami (Jack Owen Berglund, r.) geht es zusehends schlechter. Keno (Junis Marlon) hält die Stellung.

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  • Vivian Bukow (links: Fanny Staffa, mit Charly Hübner) macht sich Sorgen um den gemeinsamen Sohn.

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  • Was ist passiert? Kommissar Bukow (Charly Hübner) und Kommissarin König (Anneke Kim Sarnau) verschaffen sich einen Überblick.

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  • Was vertuschen Jugendamtsmitarbeiterin Poll (Ilona Schulz) und Karen Virchow (Anna Brüggemann)?

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  • Wo ist Sami? Bukow (Charly Hübner, r. mit Junis Marlon, M. und Anneke Kim Sarnau, l.) kann kaum an sich halten.

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Charly Hübner überzeugt

Überzeugend ist Junis Marlon in der Rolle des Heimjungen Keno, dem das Leben übel mitgespielt hat, der hart rüberkommen will, keinem Erwachsenen über den Weg traut und gerade dadurch verletzlich wirkt. Auch Charly Hübner überzeugt als Bukow, dem seine Probleme mit Ex-Frau, pubertierendem Sohn und Kollegin König über den Kopf wachsen - nicht zuletzt wegen seiner Unfähigkeit, über Probleme und Gefühle zu sprechen.

„Wegen Leuten wie Ihnen sind wir hier! Immer schön harte Kante, immer schön drauf, was für eine qequirlte Scheiße!“, wirft König ihm auf einem polnischen Acker vor. In einer Nebenrolle spielt Jan „Monchi“ Gorkow, Sänger der linken Punkband Feine Sahne Fischfilet, einen vorwiegend brüllenden Kinderheim-Mitarbeiter in Jogginghose, dessen Wortschatz über allerlei Kraftausdrücke kaum hinausreicht.

Konstruierter Auftakt

Doch Marlons und Hübners starke schauspielerische Leistungen können nicht über die konstruierte Handlung hinwegtäuschen. Bukows Sohn Samuel, genannt Sami, hat sich mit Keno angefreundet. Aus Frust, dass beide nicht in eine Disco gelassen werden, verüben sie einen Brandanschlag auf das Lokal - rein zufällig beobachtet von Katrin König, die sich an der Wurstbude gegenüber mit ihrem One-Night-Stand trifft und Sami festhalten kann. Bis hierhin sind noch keine zehn Minuten vergangen.

Vergebene Chancen

Rostock wird gewohnt düster gezeigt: Es ist meist dunkel, kalt und Innenräume sehen aus, als ob der Mauerfall fünf und nicht fast 30 Jahre her ist. Ärgerlich sind auch unerklärliche Volten des Drehbuchs und logischen Schwächen (Christina Sothmann, Lars Jessen und Elke Schuch), etwa wenn Bukow und König zu einem Haus fahren, das die beiden Jungs kurz zuvor verlassen haben. Anstatt die Verfolgung mit dem Auto aufzunehmen, rennen die Ermittler zu Fuß los - natürlich erfolglos.

Zuvor war Bukow offiziell von den Mordermittlungen ausgeschlossen worden, schließlich zählt sein Sohn zu den Verdächtigen. Inoffiziell jedoch bekommt König die Anweisung, ihn zu beteiligen, er lasse sich sowieso nicht bändigen. Auch warum nach zwei vermissten minderjährigen Mordverdächtigen nicht in größerem Stil gefahndet wird, bleibt offen. So werden Möglichkeiten für eine spannende Inszenierung vergeben.

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