TV-Kritik
„Ottilie von Faber-Castell“ (ARD): Aufwendiger Langweiler

Drehort in Böhmen, prominente Schauspieler, aufwendige Ausstattung: Doch das Historien-Drama um die ebenso junge wie emanzipierte Bleistift-Dynastie-Erbin wollte nicht zünden. Zu holzschnittartig, zu langatmig. Eine Kritik.

Sonntag, 15.09.2019, 17:11 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 17:26 Uhr
TV-Kritik: „Ottilie von Faber-Castell“ (ARD): Aufwendiger Langweiler
Schauspielerinnen Eleonore Weisgerber (l-r), Maren Eggert, Jasmin Schwiers und Kristin Suckow stehen am Set bei einer Probe während der Dreharbeiten zu dem Film ·Ottilie von Faber-Castell· Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa

Löblich, dass sich die ARD mit anspruchsvollen historischen Stoffen befasst. Der mit drei Stunden zu lange Einteiler über die junge Bleistift-Konzern-Erbin Ottilie von Faber-Castell hielt in der Drehbuchfassung und Regie von Claudia Garde allerdings nur mühsam bei Laune. Zu eindimensional wirkte die Geschichte von der jungen Frau, die bereits minderjährig zur Firmenerbin erhoben wurde, zu klischeehaft die dem Film innewohnende Aussage, dass hier eine Frau zur Kaiserzeit Emanzipation vorlebte.

Die Dialoge, insbesondere am Konferenztisch der Firma, kamen hölzern daher. Um die Beziehungsdramatik zu erhöhen, wurde die Herzens-Liaison der Erbin mit dem Freund ihres standesgemäßen Ehemannes Alexander Graf zu Castell-Rüdenhausen schon vor der Eheschließung angesetzt und bis auf die Spitze eines Duells der Freunde getrieben. Wenig glaubhaft!

Über die Wirkung eines Pilcher-Films kam der Stoff trotz aufwendiger Ausstattung nicht hinaus. Vielleicht hätte er sich in drei Teilen besser entfaltet. Aber dann wäre er dem ZDF-Konkurrenzprogramm nicht ebenbürtig gewesen. Dort wurde man drei Stunden von Carmen umnebelt. Dann doch lieber Ottilie! 

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